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Chemie-Tarifrunde Bayern ohne Ergebnis: Nullrunde kommt nicht in Frage

Chemie-Tarifrunde Bayern ohne Ergebnis: Nullrunde kommt nicht in Frage
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Ohne Einigung ist die regionale Chemie-Tarifrunde in Bayern am 22. Januar zu Ende gegangen. IGBCE Bayern und Arbeitgeberseite sind bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis gekommen. Den Forderungen der Gewerkschaft nach einer spürbaren Lohnsteigerung sowie verbindlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung für die rund 70.000 Beschäftigten der Branche im Freistaat erteilte die Arbeitgeberseite eine klare Absage.

Ohne Einigung ist die regionale Chemie-Tarifrunde in Bayern am 22. Januar zu Ende gegangen. IGBCE Bayern und Arbeitgeberseite sind bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis gekommen. Den Forderungen der Gewerkschaft nach einer spürbaren Lohnsteigerung sowie verbindlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung für die rund 70.000 Beschäftigten der Branche im Freistaat erteilte die Arbeitgeberseite eine klare Absage.

IGBCE-Verhandlungsführer und Landesbezirksleiter Harald Sikorski machte nach der ergebnislosen Runde deutlich: „Die Lage der chemischen Industrie in ganz Deutschland und auch bei uns im Freistaat ist in Teilen herausfordernd. Das wissen selbstverständlich auch unsere Kolleginnen und Kollegen. Das darf aber nicht bedeuten, dass alle Probleme der Branche auf ihrem Rücken ausgetragen werden.“ Gleichzeitig gebe es nicht wenige Betriebe und Industriebereiche, in denen es rund laufe.

Die Arbeitgeberseite hatte eine Entgelterhöhung abgelehnt und auf die derzeitige wirtschaftliche Situation verwiesen. Harald Sikorski widersprach dieser Linie klar: „Eine Nullrunde kommt nicht in Frage. Sie würde der kapitalintensiven Branche, in der die Lohnkosten nur rund 15 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, nicht entscheidend helfen.“ Er forderte mehr Realitätssinn in der Debatte und kritisierte ein pauschales Krisen-Narrativ.

Im Mittelpunkt der laufenden Chemie-Tarifverhandlungen stehen die Forderungen nach Entgeltsteigerungen und Jobsicherung. Diese Tarifforderungen hatte die Bundestarifkommission der IGBCE im Dezember für die bundesweit 585.000 Beschäftigten der Branche beschlossen. Das Motto lautet: „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“ Konkret fordert die IGBCE eine Erhöhung der Einkommen für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden, die die Kaufkraft weiter stärkt, sowie tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung.

Nullrunde kommt nicht in Frage

Denn die IGBCE sieht Nachholbedarf bei den Löhnen, eine spürbare Steigerung der Einkommen sei notwendig und realistisch: „Es gibt auch viele Betriebe, die gut verdienen und Bereiche, die wachsen“, so Harald Sikorski. Er verwies auch auf politische Maßnahmen, die zur Stärkung der chemischen Industrie auf den Weg gebracht wurden, und mittelfristig für Wachstum sorgen würden. Ohnehin gebe es noch immer massiven Nachholbedarf bei den Löhnen, da nach Jahren mit Rekordinflation die Reallohnverluste bis heute nicht komplett ausgeglichen seien.

Neben den Entgeltfragen unterstrich Harald Sikorski die Bedeutung der Beschäftigungssicherung und der Fachkräfte: „Es wäre vermessen zu glauben, dass die chemische-pharmazeutische Industrie die massiven Herausforderungen der nächsten Jahre ohne Fachpersonal bewältigen kann.“ Und weiter: „Die wichtigste Investition der Unternehmen ist die in ihre Fachkräfte.“

Zum Abschluss des Verhandlungstages zog Harald Sikorski ein kritisches, aber zugleich auf Ausgleich gerichtetes Fazit: „Wir haben unsere Forderung mit Maß und Mitte getroffen und der Arbeitgeberseite ein Angebot unterbreitet, um Belegschaften und Betriebe zukunftssicher zu machen.“ Er setze darauf, dass auch die Arbeitgeberseite ihre Haltung überdenke und man gemeinsam faire tarifliche Lösungen finde. Denn eine funktionierende Sozialpartnerschaft lebe genau davon und sei keine Einbahnstraße.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie starten traditionell zunächst auf regionaler Ebene. In den neun Regionen wird in dieser Tarifrunde vom 14. bis zum 23. Januar verhandelt. Bleiben diese Gespräche ohne Ergebnis, gehen die Verhandlungen auf Bundesebene weiter – beginnend am 3. Februar in Hannover. Die aktuellen Tarifverträge laufen am 28. Februar aus.

Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Harald Sikorski
Landesbezirksleiter Bayern
Unterhachinger Str. 75, 81737 München
Telefon: +49 895 14 04 100
Telefax: +49 895 14 04 12 0
E-Mail:  lb.bayern@igbce.de
Internet:  IG-BCE-Landesbezirk Bayern (igbce.de)

Über uns: Der Landesbezirk Bayern umfasst die sieben Bezirke Altötting, Augsburg, Kelheim-Zwiesel, Mainfranken, München, Nordostbayern und Nürnberg. Die IGBCE Bayern vertritt rund 70.000 Mitglieder in über 650 Betrieben. Unsere Mitglieder arbeiten unter anderem in den energieintensiven Branchen Chemie, Kunststoff, Papier, Feinkeramik und Glas. Sitz der Geschäftsstelle des Landesbezirks Bayern ist in München. Landebezirksleiter ist Harald Sikorski.

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