Handicap International

Ein Jahr Einsatz in Haiti zugunsten der Schwächsten: Handicap International zieht Bilanz

München (ots) - Fast ein Jahr nach dem zerstörerischen Erdbeben vom 12. Januar 2010 zieht Handicap International eine erste Bilanz aus seinem Einsatz in Haiti (einen ausführlichen Bericht und Bilder finden Sie auf unserer Website www.handicap-international.de , für TV-verwertbares Material wenden Sie sich bitte direkt an uns). Mit einem Team bestehend aus 540 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter 480 aus Haiti, ist dieser Einsatz das größte Projekt in der Geschichte der Organisation. Erdbeben, Wirbelstürme und Unwetter, Cholera, gewaltsame Ausschreitungen nach den Wahlen - die Nothilfe ist in diesem Jahr nicht zur Ruhe gekommen. Handicap International wird in den kommenden drei bis fünf Jahren in Haiti bleiben, um am Wiederaufbau des Landes mitzuwirken.

Unterstützung für verletzte, amputierte und behinderte Menschen: Handicap International hat von Januar bis Juli 2010 rund 20 Krankenhäuser in der Versorgung der verletzten Menschen unterstützt. Die Aktivitäten wurden schrittweise in Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung und geschwächte Menschen integriert. 82.000 Rehabilitationseinheiten wurden durchgeführt, 10.000 Verletzte versorgt und 25.000 Menschen erhielten psychosoziale Hilfe. Im Januar 2010 hat Handicap International die Anzahl der amputierten Menschen nach dem Erdbeben auf 2.000 bis 4.000 geschätzt. Etwa 1.000 von ihnen werden eine Prothese brauchen. Die Zahl der benötigten Orthesen ist sogar noch höher. Diese orthopädischen Hilfsmittel werden z.B. bei komplizierten Brüchen eingesetzt, die oft besonders schwerwiegende Behinderungen verursachen. Bis heute hat Handicap International bereits 900 Menschen in Haiti mit Prothesen und Orthesen ausgestattet. Seit November gibt es zudem eine Aufklärungskampagne über Cholera, um den Zugang für kranke und geschwächte Menschen zu Hilfsmaßnahmen und Information zu verbessern.

Hilfsgüterverteilung und Koordinierung mit anderen Akteuren der Nothilfe:

Dank einer Flotte von 70 Lastwägen hat Handicap International seit dem 14. Januar 2010 bereits 20.000 Tonnen humanitäre Hilfsgüter - Zelte, Lebensmittel, Alltagsbedarf - für rund 100 Organisationen ausliefern können und so erheblich zur Koordinierung zwischen den einzelnen Hilfsakteuren beigetragen. Seit dem 22. Oktober wurden mehr als 400 Tonnen Hilfsgüter im Kampf gegen die Cholera transportiert und verteilt. Mehr als 4.000 Menschen haben von dem Projekt "cash for work" profitiert, in dem sie für Aufräumarbeiten entlohnt wurden. Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen wurde darüber hinaus ein Projekt gestartet, in dem 1.000 vorübergehende Unterkünfte aus Holz gebaut werden, die erdbeben- und wirbelsturmresistent sind und zugleich zugänglich für Menschen mit Behinderung. Der Bau wird im Jahr 2011 weitergehen.

Langfristige Aktivitäten für den Wiederaufbau des Landes: Handicap International wird die Aktivitäten in Haiti schrittweise in nachhaltige Entwicklungsprojekte umwandeln. Ein wichtiger Teil der Arbeit wird der Aufbau von angepassten Wohnungen für die obdachlose, ausgegrenzte oder geschwächte Bevölkerung sein. Die Begleitung und Rehabilitation der Verwundeten geht weiter und konzentriert sich immer mehr auf die schwierigsten Fälle und Menschen mit Behinderung. Ab Anfang 2011 werden Diplom-Ausbildungen in Orthopädietechnik und Physiotherapie für Einheimische angeboten. Ziel dieser Ausbildungen ist es, die vorhandenen Kapazitäten zu verstärken und die Projekte langfristig in lokale Hände zu übergeben.

Zur Organisation: Handicap International ist als internationale Hilfsorganisation in 60 Ländern der Welt für Menschen mit Behinderung tätig: in der Rehabilitation und Integrationsarbeit sowie in der Prävention u.a. durch Kampfmittelräumung und Aufklärung der Bevölkerung. Handicap International hat die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen mit gegründet, die 1997 den Friedensnobelpreis erhielt. Außerdem engagiert sich die Organisation seit der Gründung in der "Cluster Munition Coalition" für ein Verbot von Streubomben.

Pressekontakt:

Dr. Eva Maria Fischer 089/54 76 06-13, 0176-99 28 41 35,
www.handicap-international.de

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