Ein Name ist viel mehr als ein Wort
Bestimmt kennen Sie diese Situation: Ein neues Familienmitglied kündigt sich an – ein Haustier wollen wir ausdrücklich gedanklich einbeziehen – und nun wird ein Name gesucht. Schön soll er klingen, und passend soll er sein. Das klingt erst einmal gut, es ist aber leider keine einfache Aufgabe!
Sobald wir etwas benennen wollen, ändert sich nämlich unsere Haltung dazu.
Ein Baby wird zum geliebten Familienmitglied. Ein Tier wird zum Haustier, ein Plüschtier zum geheimen Vertrauten eines Kindes. Ein kleiner grüner Kaktus kann zu einem Gegenüber werden, dem man Wertschätzung zollt, einfach nur, indem er einen Namen bekommt.
Ehrlicherweise gebe ich zu, dass unsere Katze mindestens zehn Namen hat, mit denen wir sie rufen – und ich glaube, sie kennt jeden einzelnen. Sogar ein spezieller Pfiff genügt (meistens), damit sie sich zu Hause einfindet. Wenn ich genauer darüber nachdenke, so verwenden wir ihre Namen je nach Situation: beispielsweise Kleine Hexe (auf Jagd unterm Vogelhaus), Trulla (Quatsch im Kopf) oder ganz einfach Bunt. Womit klar ist, dass es sich bei der so Benannten um eine dreifarbige Glückskatze handeln muss.
Der letzte Name passt am besten, finde ich. Er drückt aus, wie sie auf den ersten Blick ist, macht sie unverwechselbar und erinnert mich daran, wie mich der Tierarzt bei ihrem ersten Besuch fragte, wie sie denn heißt. Ich hatte damals keine blasse Ahnung, denn sie war uns ja gerade erst zugelaufen – mitten im Wald übrigens. Damals antwortete ich ideenlos Miez, doch zufrieden war ich damit nicht.
Warum nicht, werden Sie fragen? Weil ich mein Tier damals noch gar nicht genug kannte. So ein Name ist ja mehr als ein praktisches Etikett. Er bedeutet: Wir gehören zusammen, ich kann dich ansprechen, mich an dich erinnern, sogar, wenn du einmal nicht mehr bist. Für mich bist du einzigartig und unverwechselbar. Wenn ich über dich eine Geschichte schreiben will, werde ich dich genauso nennen, und nicht anders.
Ich bin ohnehin der Meinung, dass Namen in Sagen, Märchen und Mythen oft eine magische Kraft haben. Wenn der Held jemand seinen Namen verrät, dann bringt er seinem Gegenüber sehr viel Vertrauen entgegen, denn er gibt in dem Moment seine Identität preis. Auch das Verbergen, Verlieren oder Verleugnen von Namen kann machtvoll sein. Denken wir nur an Lord Voldemort, also an den ultimativen Bösewicht, dessen Namen man besser nicht ausspricht!
Als ich für den kleinen Drachen in meinem Buch „Abenteuer in der Mecklenburgischen Seenplatte“ einen Namen gesucht habe, konnte ich mich zuerst nicht festlegen. Keine Bezeichnung erschien mir passend genug! Zuletzt entschied ich mich dafür, dass sich mein kleiner grüner Held seinen Namen erst verdienen musste, indem er sieben schöne Geschichten für die geheimnisvolle Weiße Frau sammelte. Erst nachdem mein Drache diese Aufgabe zur vollen Zufriedenheit erfüllt hatte, erfuhr er seinen Namen, und ich verrate an dieser Stelle gerne, dass mein kleiner Liebling damit sehr glücklich wurde. Schließlich mag ich Geschichten, die gut ausgehen, und coole Drachengeschichten gehören auf jeden Fall dazu.
Alle, die wissen möchten, über welchen Namen sich mein kleiner Drache freuen durfte und welche ungeahnten Herausforderungen er dafür bestehen musste, lade ich gern ein, mein Buch „Abenteuer in der Mecklenburgischen Seenplatte“ kennenzulernen. Ich bin mir sicher, dass es Freude bereiten wird, denn mit ihm begibt sich der Leser auf eine kleine, aber abenteuerliche Entdeckungsreise durch unsere Heimat.
Der Spica Verlag und ich wünschen damit viel Spaß!
Marianne Thiele
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