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ARzT - Professor dr. Bodo Niggemann

ARzT - Professor dr. Bodo Niggemann
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Für einen Lebenslauf von Menschen wie Bodo Niggemann brauchen andere mehrere Leben.

1951 in Adelaide/Australien geboren, wuchs er in Hamburg auf. Nach dem Medizinstudium und der Approbation 1981 promovierte er in Heidelberg über das Thema Nierentransplantation bei Kindern. 1995 habilitierte er sich und wurde zum Privatdozenten an der Humboldt-Universität zu Berlin ernannt. Der Titel seiner Habilitationsschrift lautete Untersuchung zur Wertigkeit zellspezifischer Entzündungsmediatoren für ein Monitoring allergisch und bakteriell induzierter Entzündungen in vivo. Er ist Autor einer großen Zahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen, war zuletzt Direktor der Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie und Immunologie am Charité-Campus Virchow-Klinikum. 2017 wurde er pensioniert. .

Bodo Niggemann ist verheiratet und hat vier Kinder.

Er ist Schlagzeuger in der Ärzteband Echte Ärzte.

Aktuell betätigt sich Bodo Niggemann als Künstler, Photograph und nun auch als Autor.

"Für mich ist es nicht verständlich, dass es überhaupt Bewegungen oder Handlungen geben sollte, die einer unbedachten Zufälligkeit unterliegen. Auch wenn man vielleicht in dem einen oder anderen Aspekt unterschiedlicher Meinung sein kann - worüber ich übrigens gerne mit Ihnen diskutieren würde - muss es meines Erachtens erstens ein System für alle Handlungen geben und zweitens sollte diesem System - zumindest subjektiv - nachvollziehbare Argumente zugrunde liegen", lässt Bodo Niggemann Herrn Anan K., den Protagonisten seines Buches, von sich preisgeben. "Natürlich weiß ich, dass das nächste Thema eigentlich viel zu banal ist, um wirklich über mich Auskunft zu geben. Die Frage nämlich, wie eine Toilettenpapierrolle aufgehängt wird, stellen sich inzwischen auch Menschen, die sich bisher nicht im Entferntesten in meine Welt hineinversetzt haben.

Eine Toilettenpapierrolle hänge ich mit der Blattentnahme nach vorne auf, um einen direkten und freien Zugriff zu erlauben und nicht mit den Fingern hinten an der Wand herum zu kratzen - unabhängig davon, ob es sich um glatte Fliesen oder eine raue Tapete handelt. Ich drehe eine nach hinten gehängte Toilettenpapierrolle auch in öffentlichen Toiletten oder zu Besuch bei anderen Menschen, denen sich solche Gedanken anscheinend nicht aufdrängen, nach vorne.

Bei dem Thema Toilettenpapier in einem Hotel bin ich mir immer nicht sicher, ob das vom Zimmermädchen zum Dreieck gefaltete Ende der Toilettenpapierrolle eine besondere, (allerdings automatisierte) Aufmerksamkeit bedeutet oder einfach nur Verschwendung ist. Ich stelle mir vor, dass das von fremden Händen angefasste und knickend-präparierte erste Stück Toilettenpapier von den meisten Hotelgästen sowieso nicht verwendet wird, sondern aus hygienischen Gründen verworfen wird.

Ähnlich banal und nur wenig über mich aussagend ist das Thema Toilettendeckel: Ein Deckel wurde ja nicht dafür entwickelt, dass er hochgeklappt steht. Oder möchten manche Menschen einfach nur dem nachfolgenden Benutzer den offensichtlich guten Reinigungszustand der Toilette demonstrieren? Und andersherum manche die fehlende Säuberung der Toilette nach deren Benutzung durch einen geschlossenen Deckel kaschieren? Nein, ein stets geschlossener Toilettendeckel zeugt schlicht von gelungener Erziehung.

In meinem Vorurteil denken die meisten Menschen einfach zu wenig über die täglichen Dinge des Lebens nach. Es entzieht sich meinem Verständnis, wieso manche Menschen Schwierigkeiten haben, das Prinzip einer Randomisierung („geplante Zufallsverteilung“) zu verstehen - wo sie doch jede Ihrer Handlungen komplett und perfekt erratisch gestalten.

Die unausweichliche Folge meiner vielen Ordnungsprinzipien ist, dass ich fast alles selber machen muss...", beklagt sich Anan K. weiter.

In einem Gespräch mit Bodo Niggemann zeigt er - wenn man Glück hat - das Foto seines Schreibtisches im Krankenhaus, so wie er ihn jeden Abend verließ, komplett leer, blitzblank, als hätte dort nie jemand gearbeitet. Trotz alledem sind seine künstlerischen Arbeiten nie klinisch, sie spielen eher mit der Ordnung. Es lässt sich so einiges aus den künstlerischen Arbeiten und nun auch durch den "Der Alltags-Anankast" über die Person Bodo Niggemann ablesen.

Herzlichst K. Kolloch

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