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27.01.2021 – 16:30

Spica Verlag GmbH

Vom Vergnügen anders zu sein-Ute Patel-Missfeldt

Vom Vergnügen anders zu sein-Ute Patel-Missfeldt
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Den Sinn für das Schöne habe sie von der Mutter, vielleicht ein wenig wohl auch von ihrer rothaarigen Tante. Auf jeden Fall kam das weiblicherseits, sagt Ute Patel-Missfeldt.

Es waren auch jene Frauen, die sie den Hut als Kopfbedeckung kultivieren ließen. Am Silvestertag des vergangenen Jahres ist die Schöpferin der größten und bedeutendsten Hutschau 80 Jahre alt geworden.

„Wie findest du dieses Bild“, fragte mich Ute Patel-Missfeldt und reichte mir ein Porträtfoto von sich.

„Schön“, antworte ich ohne zu zögern nach einem kurzen Blick auf das Foto, schaute auf und sah in ihr erwartungsvolles Gesicht. Was soll an diesem Foto, das ein professioneller Fotograf von ihr gefertigt hatte, so Besonderes sein, fragte ich mich. Schon die wunderbaren Hüte, ohne die sie sich in der Öffentlichkeit wahrscheinlich niemals zeigt, verleihen ihrer Person etwas Aristokratisches, also ihre gerade Haltung kann es nicht sein. Sie schaut dem Betrachter direkt in die Augen. Auch an ihrem schönen Gesicht kann ich nichts Auffälliges finden. Ihre Haare trägt sie wie immer hinten zu einem Knoten gebunden. So kennt man sie. Also auch daran ist nichts auszusetzen. Die bunten Farben des Hintergrundes wird sie sich selbst ausgesucht haben, denke ich, aber auch die passen zu ihr. Sie ist die Meisterin der Farben und Formen. Also, was will sie hören? Sie will schön sein, will gefallen, sich und anderen, aber eitel ist sie keineswegs. Also ein Kompliment braucht sie sicher nicht. Sie liebt ihre Familie über alles. Liebeserklärungen und gute Worte erhielt und erhält sie von ihrem Mann und ihren Kindern sicher genug. Auch von ihren Anhängerinnen und Verehrern, unzähligen Kunstkenner*innen und –liebhaber*innen wird sie mit Lob überschüttet, Zu recht, denn ihre Malerei, sei es auf Seide, Porzellan, Papier, Leinwand oder Wänden, hat epochale Bedeutung. Sie ist eine der größten Künstlerinnen unserer Zeit, wenn nicht sogar die Größte von allen. Also was will sie von mir hören. Irritiert wende ich mich wieder ihrem Foto zu. Meint sie ihren Gesichtsausdruck? Vielleicht ist der ein wenig zu ernst? Das wird es sein! Erleichtert atme ich auf und blicke in ihr lächelndes Gesicht, das nun in seiner ganzen Schönheit ihr gütiges Wesen widerspiegelt. Noch bevor ich sagen kann, was ich glaube, herausgefunden zu haben, erzählt sie mir folgende Geschichte:

„Als das Foto von mir erschienen war, hatte ich einen Anruf von einer Frau aus Bonn. Sie sagte mir, dass es ihr leid tue, wie hässlich ich sei, gestraft mit so einem Aussehen, sei es sicher nicht so einfach durch das Leben zu gehen.“

„Und was hast du darauf gesagt?“, fragte ich sichtlich irritiert.

„Ich antwortete, sie solle sich mal keine Sorgen machen, es ginge schon so halbwegs“, lachte sie. „Meine Worte schienen sie zu beruhigen, denn nun konnte sie ihr eigentliches Anliegen loswerden. Sie wollte mich überreden, sie in einem dreitägigen Kurs in Seidenmalerei zu unterrichten.“

„Nein“, prustete ich über so viel Unverstand heraus.

„Doch“, kicherte sie. „Ich habe aber, mit der Begründung, ich könne ihr dieses hässliche Gesicht schließlich nicht drei volle Tage präsentieren, abgelehnt.“

Da war er wieder, der Ute Patel-Missfeld eigene Humor, den sie sich aneignen musste, um ihre Kindheit und Jugend zu bestehen. Auch war es diese Art von Humor, der schon ihre Vorfahrinnen, Großmutter, Mutter und ihre über alles geliebte Tante Helga - trotz unsagbarer Entbehrungen - durchs Leben begleitet hat. Ermöglicht er doch stets eine schlagfertige Antwort, ohne dem Widerpart die Würde zu nehmen.

Ihr selbst, davon geprägt, ist es scheinbar mühelos gelungen ihre erste Ehe, deren Scheitern und unendlich viele Anfeindungen, resultierend aus Neid und Dummheit, zu verkraften. Ja, sie hat es wieder bestätigt. Diese zarte Frau ist eine der ganz Großen. Doch noch während ich in ihr Gesicht sehe, kommt mir ein Gedanke. Wieder blicke ich auf das Foto in meiner Hand. Jetzt weiß ich es! Das, was ich immer in ihren Augen sehe - ein winziger Hauch von Traurigkeit über all die erlittenen Verletzungen, verlorene Lebenszeit und anderen Kummer - fehlt auf dem Foto. Mich blickt eine selbstbewusst lächelnde Ute Patel-Missfeldt an, fast ein bisschen hochmütig oder einfach nur kalt, weil sich der Fotograf über einen Makel an ihr beschwert hat? Egal, was es war. Vor mir sitzt eine der facettenreichsten Frauen, die ich kenne und bittet mich etwas für ihre Pressemappe zu schreiben. Ich fühle mich geehrt und sage gerne zu. '

Zusätzlich zu dem riesigen Repertoire, das diese Frau in ihrem Leben geleistet hat, und dem enormen Pensum, dem sie bis heute ausgesetzt ist, hat sie ihre Lebenserinnerungen veröffentlicht. Vor dieser Schaffenskraft und diesem Mut, nehme ich den Hut ab.

Habe ich Sie nun auf die Person Ute Patel-Missfeldt neugierig gemacht? Kein Problem. Allein ihr Buch und der darin liegende Film geben tiefe Einblicke in ihre Seele. Vielleicht wollen Sie sie auch persönlich kennenlernen, über sie schreiben oder berichten? Sie hätte es verdient.

Mit den besten Wünschen für ein gesundes und tolles 2021 für Sie und Ihre Lieben verbleibe ich für heute

Peter Kolloch, Verleger

Spica Verlag GmbH

Frau Kathrin Kolloch

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