EVG Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
EVG Sachsen-Anhalt: Eisenbahner haben klare Erwartungen an Sven Schulze
EVG Sachsen-Anhalt: Eisenbahner haben klare Erwartungen an Sven Schulze
Zur Wahl von Sven Schulze zum neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt erklärt Janina Pfeiffer, Landesvorsitzende, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG):
"Ich gratuliere Sven Schulze zur Wahl zum neuen Ministerpräsidenten unseres Landes. Mit dem erfolgreichen ersten Wahlgang übernimmt er die politische Verantwortung in einer Phase, die für Sachsen-Anhalt richtungsweisend ist, nicht zuletzt mit Blick auf die Landtagswahl in diesem Jahr.
Gerade im Wahljahr erwarten die Beschäftigten im Verkehrssektor mehr als Ankündigungen. Sie erwarten konkrete Verbesserungen. Die Eisenbahn und der öffentliche Verkehr werden ein entscheidender Prüfstein dafür sein, ob die Landesregierung die Themen Sicherheit, Daseinsvorsorge und nachhaltige Mobilität ernsthaft angeht.
Für die EVG Sachsen-Anhalt ist klar: Eine starke Eisenbahn braucht Sicherheit, Verlässlichkeit und Respekt gegenüber den Beschäftigten.
Ein zentrales Thema bleibt die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen. Beschäftigte und Fahrgäste erleben tagtäglich Unsicherheiten, fehlendes Personal und unzureichende Schutzkonzepte. Hier erwarten wir von der neuen Landesregierung ein klares politisches Signal: Sicherheit ist keine freiwillige Leistung, sondern staatliche Verantwortung. Es braucht mehr Personal, bessere Ausstattung, wirksame Präventionskonzepte und eine enge Zusammenarbeit aller zuständigen Stellen.
Ebenso deutlich ist unsere Erwartung beim Erhalt und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur. Sachsen-Anhalt ist ein Flächenland, die Schiene ist hier kein Luxus, sondern eine Lebensader. Streckenstilllegungen, ausgedünnte Angebote oder Verzögerungen bei Investitionen wären ein fatales Signal, gerade im ländlichen Raum. Die EVG fordert ein klares Bekenntnis zum Erhalt bestehender Strecken und zur Stärkung des Schienenpersonennahverkehrs im gesamten Land.
Mit Blick auf die Landtagswahl in diesem Jahr erwarten wir zudem konstruktive und verbindliche Dialoge mit den Sozialpartnern. Gute Verkehrspolitik gelingt nur gemeinsam mit den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften. Wer eine leistungsfähige Bahn will, muss faire Arbeitsbedingungen, tarifliche Standards und sichere Arbeitsplätze gewährleisten, bei Verkehrsvergaben ebenso wie bei Infrastrukturprojekten.
Ministerpräsident Sven Schulze hat jetzt die Chance, deutlich zu machen, wofür seine Regierung steht. Die EVG Sachsen-Anhalt erwartet ein klares Bekenntnis zu einer starken, sicheren und zukunftsfähigen Eisenbahn, als Rückgrat der Verkehrswende, als Garant für Mobilität und als verlässlicher Arbeitgeber.
Wir werden die Landesregierung an ihren Entscheidungen messen. Im Alltag der Beschäftigten, in der Qualität des Bahnangebots und an der Ernsthaftigkeit, mit der die Eisenbahnpolitik im Wahljahr gestaltet wird. Die EVG steht für einen konstruktiven Dialog bereit, wird aber ebenso klar und entschlossen auftreten, wenn die Interessen der Beschäftigten und der Fahrgäste nicht ausreichend berücksichtigt werden."
Pressekontakt
Benjamin Köster
Pressesprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Reinhardtstr. 23 // 10117 Berlin
Tel. 0173/406 52 02