Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH + Co. KG
Gebr. Otto empfängt Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg: Gratulation für den Mittelstand, Wünsche ans Ministerium
Auf den 1. Juli 1901 ist die erste Inventarliste des Dietenheimer Unternehmens Gebr. Otto datiert. Ziemlich genau 125 Jahre später empfing das Textilunternehmen Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg: Sie überbrachte ihre Glückwünsche zum runden Geburtstag und Geschäftsführer Andreas Merkel zeichnete den Weg von der klassischen Baumwollspinnerei zum heutigen Spezialisten für textile Lösungen nach und erläuterte die aktuellen Anforderungen an einen produzierenden Mittelständler. Mit 160 Mitarbeitenden, einer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote und schwäbisch-solidem Wirtschaften steht das Familienunternehmen auf einem stabilen Fundament – und durfte sich zum 125-jährigen Jubiläum über die persönliche Anerkennung der Wirtschaftsministerin freuen.
„Das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen des Familienunternehmens Gebrüder Otto Baumwollfeinzwirnerei ist etwas ganz Besonderes. Es steht für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte, die seit 1901 von unternehmerischem Weitblick, Innovationskraft und einem starken Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg geprägt ist. Das familiengeführte Unternehmen hat über vier Generationen hinweg bewiesen, dass Tradition und die stete Neugier auf Zukünftiges keinen Widerspruch bilden. Im Gegenteil: Mit hochwertigen Garnen und Zwirnen ‚Made in Germany‘, einer nahezu vollständigen Wertschöpfung vom Spinnen über das Zwirnen bis zum Färben an den Standorten Dietenheim und Balzheim sowie der Entwicklung innovativer technischer Textilien setzt das Unternehmen Maßstäbe weit über Baden-Württemberg hinaus. Besonders beeindruckend ist der konsequente Einsatz für Nachhaltigkeit. 125 Jahre Unternehmensgeschichte sind vor allem das Verdienst der Menschen, die mit Fachwissen, Engagement und Innovationsfreude den Erfolg des Unternehmens möglich gemacht haben. Ihnen allen – der Unternehmerfamilie, der Geschäftsführung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – gilt mein herzlicher Dank“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, anlässlich des Firmenjubiläums.
Berufliche Ausbildung als besonderes Pfund
Otto-Geschäftsführer Merkel begrüßte die Ministerin gemeinsam mit dem Führungsteam des Textilunternehmens. Bei der Aussage von Prokurist Oliver Kächler – „Ich arbeite seit über 30 Jahren bei Otto und habe schon meine Ausbildung hier absolviert“ – hakte die Wirtschaftsministerin erfreut ein; dieser Werdegang sei ein Beispiel für den großen Wert der betrieblichen Ausbildung bei der Sicherung von Fachkräften und damit der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts.
Nach der Vorstellung des Unternehmens Gebr. Otto, das Spinnerei, Zwirnerei und Färberei vereint und heute zu einem führenden Textilunternehmen Europas gehört, machte Andreas Merkel deutlich, an welchen Stellen der industrielle Mittelstand derzeit an seine Grenzen stößt.
Energiekosten als größte Hürde
Insbesondere das Thema Energiekosten treibt das Textilunternehmen um: In der Spinnerei besteht ein hoher Bedarf nach Strom, in der Färberei geht es um Wärmeenergie. In den vergangenen Jahren hat Gebr. Otto an den Standorten Balzheim und Dietenheim umfangreich in eine Solaranlage investiert, um unabhängiger von Energiepreiskapriolen zu sein. Seinen Bedarf von knapp 10 GWh pro Jahr kann das Unternehmen jedoch längst nicht selbst decken. „Wir müssen uns enorm strecken und aufwendigste Dokumentationen erstellen, damit wir einen Strompreis von 22 Cent pro Kilowattstunde erhalten, während eine Spinnerei in Ägypten standardmäßig mit 5 Cent pro Kilowattstunde arbeitet“, so Andreas Merkel. „Da muss man nicht viel rechnen, um festzustellen, dass es billiger wäre, die Produktion zu verlagern.“
Öffentliche Ausschreibungen vor Ort abbilden
Ein weiteres Thema für Gebr. Otto sind öffentliche Aufträge. Die Garne aus der technischen Spinnerei kommen unter anderem in Schutzausrüstung zum Einsatz, wie sie Behörden und die Bundeswehr benötigen. Als Mitglied des Präsidiums von Südwesttextil e. V. setzt sich Andreas Merkel aktiv für eine Vergaberechtsreform ein, die über die reine Preisbetrachtung hinausgeht – zumal diese die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Effekte nicht vollständig berücksichtigt: „Der größte volkswirtschaftliche Rückfluss entsteht dort, wo öffentliche Mittel im eigenen Land in Arbeit, Wertschöpfung und Steuereinnahmen zurückfließen.“
Geschäftsführer Andreas Merkel begrüßt daher die politische Zielsetzung, bei der öffentlichen Beschaffung regionale Unternehmen stärker zu berücksichtigen. In der Praxis seien die Rahmenbedingungen jedoch häufig schwierig: Zwischen Ausschreibung und Auftragserteilung vergehe oftmals so viel Zeit, dass die anschließend vorgegebenen Liefertermine kaum noch einzuhalten seien. Unter diesem Zeitdruck müssten Teile der Wertschöpfung mitunter ins Ausland verlagert werden – obwohl die erforderlichen Kompetenzen und Kapazitäten in Deutschland grundsätzlich vorhanden seien. Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut nahm die geschilderten Punkte auf und sagte zu, sie in weiteren Gesprächen, auch auf Bundesebene, zu adressieren.
Wertschätzung fürs Unternehmertum
Fazit von Andreas Merkel: „Wir haben uns sehr gefreut, Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut bei uns willkommen zu heißen und mit ihr in einen persönlichen Austausch gehen zu können. Die Herausforderungen, vor denen wir als Unternehmen stehen, sind groß und fordern uns jeden Tag – auch mich persönlich. Trotzdem steht für uns außer Frage: Wir wollen auch in Zukunft in Baden-Württemberg produzieren, ausbilden und investieren. Dafür brauchen mittelständische Industrieunternehmen verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“
Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH + Co. KG
Königstraße 34 89165 Dietenheim Deutschland
Geschäftsführer: Andreas Merkel
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