Von den Olympischen Winterspielen in den Praxisalltag: ACP-Therapie als etablierte Option bei Arthrose & Sportverletzungen
München (ots)
Nach dem Ende der Olympischen Winterspiele rücken nun auch die Paralympischen Winterspiele in den Fokus der Öffentlichkeit. In Norditalien wurden spannende Wettkämpfe in Disziplinen wie Ski alpin, Biathlon, Langlauf, Snowboard und Eishockey ausgetragen. Millionen von Menschen weltweit verfolgen diese sportlichen Großereignisse alle vier Jahre mit großer Begeisterung und fiebern mit den Athletinnen und Athleten mit. Was den wenigsten Zuschauerinnen und Zuschauern bewusst ist: Die rasanten Abfahrten, Sprünge und schnellen Richtungswechsel gehen mit erheblichen Belastungen für Gelenke und Bewegungsapparat einher.
Leitlinienempfehlung unterstreicht Relevanz der ACP-Therapie
Gelenkbeschwerden gehören zu den häufigsten Einschränkungen im Alltag und können die Lebensqualität deutlich verringern.[1] Allein in Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen betroffen.[2] In den letzten zwölf Monaten berichteten 57,9 % der Frauen und 52,2 % der Männer über Gelenkschmerzen.[1] Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Betroffenen. Neben klassischen konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie und Schmerztherapie stehen mittlerweile auch moderne Behandlungsansätze wie ACP aus dem Bereich der Orthobiologie zur Verfügung. Diese Form der regenerativen Medizin nutzt körpereigene Stoffe und Prozesse, um die Regeneration von Gewebe gezielt zu fördern. Die S3k-Leitlinie "Gonarthrose" empfiehlt ACP als injizierbare Erstlinienbehandlungsoption für die nichtoperative Behandlung der Gonarthrose.[3] Laut Leitlinie stellt die ACP-Therapie eine sichere und wirksame therapeutische Maßnahme dar.[3] Eine gelenknahe Injektionstherapie mit ACP kann insbesondere dann erwogen werden, wenn Schmerzmedikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) nicht eingesetzt werden können oder keine ausreichende Schmerzlinderung erzielen.[3] Damit ist die ACP-Therapie leitliniengerecht in das ärztliche Behandlungsspektrum bei Kniegelenkarthrose eingebunden.
Was ist ACP?
ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma. Für die Therapie wird Patient:innen Blut abgenommen (autolog = eigen) und anschließend zentrifugiert (conditioniert), sodass bestimmte Blutbestandteile vom restlichen Blut getrennt werden. Übrig bleibt eine gelbliche Flüssigkeit (Plasma), die Wachstumsfaktoren in hochkonzentrierter Form enthält.
Perspektive im frühen Arthrosemanagement: ACP als Option vor dem Gelenkersatz
Aktuellen Erhebungen zufolge unterziehen sich in Deutschland jährlich mehr als 450.000 Menschen einem operativen Hüft- oder Kniegelenkersatz.[4] Ein Versorgungsreport der DAK zeigt, dass bereits rund 4 % der Neuerkrankten mit Kniegelenkarthrose innerhalb von zwei Jahren eine Totalendoprothese (TEP) erhalten.[5] Nach fünf Jahren sind es knapp 10 % der Patient:innen mit bestehender Symptomatik.[5] Beim Hüftgelenkersatz weist Deutschland im internationalen Vergleich sogar eine der höchsten Eingriffsraten auf.[6] Vor diesem Hintergrund stellt die ACP-Therapie im Vergleich zu invasiven, operativen Verfahren eine schonendere und risikoärmere Behandlungsoption mit guter Wirksamkeit und Verträglichkeit dar. Dies ist besonders relevant, da konservative Therapieoptionen vor einem Gelenkersatz in Deutschland häufig nicht konsequent ausgeschöpft werden.[5] Die intraartikuläre Injektion zielt dabei nicht ausschließlich auf den Knorpel, sondern kann die gesamte Gelenkumgebung positiv beeinflussen und so zur Schmerzlinderung sowie zur Verbesserung der Gelenkfunktion beitragen.[7] Dabei gilt: Je früher die Behandlung erfolgt, desto größer ist in der Regel der therapeutische Nutzen.[7] Zwar ist Arthrose bislang nicht heilbar, mit dem frühzeitigen Einsatz moderner Therapiestrategien wie der ACP-Therapie kann jedoch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt, die Lebensqualität erhalten und ein Gelenkersatz hinausgezögert werden.
ACP-Therapie: Evidenz und Langzeitwirkung über den Spitzensport hinaus
Ein wesentlicher Vorteil der ACP-Therapie gegenüber anderen gelenknahen Behandlungsoptionen ist ihre nachhaltige Wirkung. Vergleichsstudien mit Hyaluronsäure und Kortison zeigen, dass ACP deutlich länger andauernde Effekte erzielt.[8,9] Studien, vor allem zur Gonarthrose, zeigen eine anhaltende Verbesserung von Schmerzen, Beweglichkeit, Gelenkfunktion und Knorpelerhalt.[8-16] Die klinische Anwendung von ACP wurde zudem von der Europäischen Gesellschaft für Sporttraumatologie, Kniechirurgie und Arthroskopie (ESSKA) als wirksam und evidenzbasiert bewertet.[17] Auch für muskuläre und sehnenassoziierte Sportverletzungen wächst die Evidenz kontinuierlich.[18-27] Die Therapie ist sehr flexibel einsetzbar: Professor Götz Welsch, Klinikdirektor Athleticum am Volkspark, nutzt sie bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, kleineren Knorpelschäden, Meniskusrissen, Knochenmarködemen oder chronischen Rückenproblemen. Besonders bei Gewebe, das sonst schwer heilt wie Sehnen, zeigt ACP gute Wirkung. Erfahrungen aus dem Spitzensport und aktuelle Leitlinienempfehlungen eröffnen damit neue Perspektiven für einen breiteren Einsatz von ACP bei Arthrose und Sportverletzungen über den Leistungssport hinaus.
Über Arthrose
Arthrose ist eine chronische Erkrankung, bei der der Knorpel im Gelenk durch Verschleiß zerstört wird. Arthrose stellt die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland dar und betrifft etwa fünf Millionen Menschen, mit steigender Tendenz.[2] Eine vollständige Heilung arthrotischer Gelenke ist nicht möglich, daher zielt die Therapie darauf ab, den vorhandenen Knorpel zu erhalten und die Schmerzen zu lindern. Die Therapie-Optionen umfassen konservative Verfahren mit nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen sowie operative Eingriffe. Letztere sollten je nach Fortschritt der Erkrankung und dem Leidensdruck von Patient:innen erst erwogen werden, wenn vorherige Maßnahmen die Schmerzen nicht ausreichend lindern bzw. die Beweglichkeit nicht wiederherstellen können.
Über die ACP-Therapie
ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma und ist eine Behandlungsmethode aus Eigenblut, die die körpereigenen Heilungsprozesse unterstützt. Die Therapie stellt eine Innovation in der regenerativen Medizin (sog. Orthobiologie) mit körpereigenen Wirkstoffen dar. Im Kontext der Orthopädie eröffnet dieses Verfahren eine maßgeschneiderte, personalisierte, natürliche und wirksame Therapieoption mit zu 100 % biologischen und körpereigenen Wirkstoffen, die in der Schmerztherapie und funktionellen Wiederherstellung bei verschiedenen Beschwerdebildern zum Einsatz kommt, darunter diversen Sportverletzungen, Rückenschmerzen und früher bis mittelschwerer Arthrose (Grad I bis III). Die ACP-Therapie bietet eine nebenwirkungsarme Option im Rahmen der verfügbaren Behandlungsmethoden von Arthrose und könnte eine Alternative zu operativen Eingriffen darstellen oder diese hinauszögern. Die von Arthrex entwickelte Behandlung besteht aus einer Arthrex ACP®-Doppelspritze, die drei Prozesse in einem einzigen System erlaubt: die Entnahme von körpereigenem Blut, die Abtrennung von plättchenreichem Plasma zur Herstellung von ACP in einem Zwischenschritt und die Injektion des ACPs in das betroffene Gewebe. Durch das geschlossene Aufbereitungssystem sind sterile Abläufe gesichert, eine Infektionsgefahr ist damit nahezu ausgeschlossen.
Über Arthrex
Die Arthrex GmbH ist ein weltweit agierender Hersteller von Medizinprodukten für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. Das inhabergeführte Unternehmen besticht mit seiner langjährigen Erfahrung in Kombination mit fortschrittlichem Pioniergeist in der konservativen und operativen Gelenk-versorgung - immer mit dem Ziel, Patient:innen in jeder Phase ihres Lebens kräftig, aktiv und gesund zu halten. Mit mittlerweile über 20.000 Produktlösungen im Bereich minimal-invasiver, chirurgischer Verfahren zur Gelenkbehandlung und -wiederherstellung (Arthroskopie und Arthroplastik), in der regenerativen Medizin aus körpereigenen Stoffen (Orthobiologie) und in der orthopädischen Bildgebung bietet das Unternehmen ein breites Spektrum an State-of-the-Art-Lösungen zur Versorgung von Knie-, Schulter- und Hüftgelenk sowie den Kleingelenken der Hand, des Fußes und des Sprunggelenks. Mit seinem vielfältigen Produktportfolio ist Arthrex führend in der Behandlung von Gelenkverschleiß (Arthrose). Einen besonderen Fokus legt das Unternehmen auf exklusive medizinische Trainings- und Schulungsprogramme zur Praxisanwendung seiner Produkt- und Techniklösungen für eine sichere Versorgung von Patient:innen. Der innovative Medizinproduktehersteller mit Firmensitz in Naples, Florida, USA, zählt weltweit über 8.000 Mitarbeitende zu seinem Team, die in den drei Hauptniederlassungen in München, Singapur und Mexiko sowie in weiteren 25 Niederlassungen auf der ganzen Welt im Einsatz sind.
Weitere Informationen zur Arthrex GmbH unter www.arthrex.com sowie zur ACP-Therapie unter www.acp-therapie.de.
Quellen
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- Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. Online verfügbar unter: https://www.arthrose.de/arthrose/haeufigkeit (abgerufen am 19.01.2026).
- Gonarthrose (Living Guideline) S3k-Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. Stand: 02.2024. Online verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/187-050l_S3_Gonarthrose_2025-05.pdf (abgerufen am 19.01.2026).
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