Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. (DPtV)
Psychische Belastungen im Schulalltag nehmen zu: Politik muss Prävention und Versorgung stärken
Schulbarometer zeigt intensive psychische Belastungen bei Schüler*innen
Berlin, 2. Juli 2026 – „Eine weitere Erhebung verweist auf die intensivbelastete psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Trotz dieser alarmierenden Befunde fehlen bislang ausreichende politische Maßnahmen, um die Situation nachhaltig zu verbessern“, kommentieren Dr. Christina Jochim und Dr. Enno Maaß, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) die neueste Veröffentlichung des Deutschen Schulbarometers der Robert-Bosch-Stiftung im Juni 2026. „Nach der Corona-Pandemie nehmen die psychischen Belastungen von Schüler*innen wieder zu. 2025 geben bereits 25 % (2024: 21 %) der befragten Schüler*innen an, dass sie psychisch belastet seien. Auch die Lehrkräfte erleben psychische Probleme und Belastungen der Schüler*innen als herausfordernd für ihren Berufsalltag. Mit Blick auf die Schulbildung als Basis für eine erfolgreiche spätere Berufstätigkeit und gesellschaftliche Teilhabe hat dieser Befund neben der individuellen auch eine gesellschaftliche Relevanz.“
Fehlende Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten
Kinder und Jugendliche mit psychischen Symptomen müssen häufig monatelang warten, bis eine psychotherapeutische Behandlung verfügbar ist. „Insbesondere in den letzten Jahren seit der Corona-Pandemie hat sich das Problem noch weiter verschärft“, so Dr. Christina Jochim. „Aber auch andere Unterstützungssysteme für belastete Kinder und Jugendliche wie die Schulsozialarbeit oder die Jugendhilfe sind oft am Rande ihrer Kapazitäten.“ Zudem werde die psychotherapeutische Versorgung weiter unter Druck geraten, deswegen fordern wir im aktuell geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz die extrabudgetäre Vergütung klarzustellen, da ansonsten weitere massive Einschnitte zu erwarten sind und bisherige Versorgungskapazitäten intensiv eingeschränkt werden.
Eigene Bedarfsplanung für Kinder und Jugendlichenpsychotherapie umsetzen
„Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag zwei für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wichtige Vorhaben beschlossen: die ‚Strategie mentale Gesundheit‘ und eine Reform der Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen“, betont Dr. Enno Maaß. Dadurch könne die Versorgung wohnortnah, bedarfsgerecht und damit der Lebensrealität junger Menschen angemessen ausgestaltet werden. „Jetzt messen wir die Bundesregierung daran, ob sie den Plänen auch Taten folgen lässt.“
Mit mehr als 40.000 Psychotherapeut*innen ist die DPtV die größte Interessenvertretung für Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen in Ausbildung in Deutschland. Die DPtV engagiert sich für die Anliegen ihrer Mitglieder und vertritt erfolgreich deren Interessen gegenüber Politik, Institutionen, Behörden, Krankenkassen und in allen Gremien der Selbstverwaltung der psychotherapeutischen Heilberufe.
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