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28.06.2019 – 13:16

dpa-Faktencheck

Auf dem Meeresgrund liegt tatsächlich die «Titanic»

Berlin (ots)

Verschwörungstheorien sind beliebt - eine der populärsten: Mitte April 1912 sei gar nicht der legendäre Luxusliner «Titanic» mit mehr als 2200 Menschen an Bord gesunken, sondern dessen ein Jahr zuvor in Dienst gestelltes, sehr ähnliches Schwesterschiff «Olympic». Der Reeder habe auf diese Weise angeblich Versicherungsbetrug begangen.

BEWERTUNG: Die Behauptung ist falsch. Mehrere namhafte Meeresforscher haben das Wrack der «Titanic» am Meeresboden untersucht.

FAKTEN: Robin Gardiner und Dan van der Vat haben 1996 in ihrem Buch «The Riddle of the Titanic» (deutsch: «Die Titanic-Verschwörung») behauptet, die als «Titanic» getarnte «Olympic» sei absichtlich in einen Eisberg gesteuert worden. Grund: Ihr Besitzer, der US-Banker John Pierpoint Morgan, habe die Versicherungssumme kassieren wollen, um die Reederei zu sanieren.

Denn die «Olympic» war 1911 bei der Kollision mit einem Kriegsschiff schwer beschädigt worden, die Versicherung wollte damals nicht zahlen. Die Autoren versuchen, ihre Theorie unter anderem damit zu stützen, dass Morgan nicht, wie eigentlich geplant, an der Jungfernfahrt des Ozeanriesen teilnahm.

Mit seiner Dokumentation «Titanic. The Shocking Story» legte der Filmemacher David Davenport 2012 nach und behauptete, Hafenarbeiter seien damit beauftragt worden, die Identitäten beider Schiffe zu vertauschen. Die britische Regierung habe von dem Schwindel gewusst.

Tatsache ist aber: Der US-Ozeanograph Robert Ballard hatte das Wrack des legendären Luxusdampfers zusammen mit seinem französischen Kollegen Jean-Louis Michel am 1. September 1985 geortet und war 1986 erstmals zum Wrack hinuntergetaucht, das in 3800 Metern Tiefe vor der Küste Neufundlands (Kanada) liegt.

«Wir haben alles sorgfältig fotografiert und ein komplettes Mosaik des Schiffes erstellt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview (http://dpaq.de/ZMpCV).

Bei einem Vortrag im Belfaster Titanic-Museum auf die Verschwörungstheorien angesprochen, stellte Ballard klar: «Es ist die Titanic, die auf dem Grund des Meeres liegt.» (http://dpaq.de/eg8dT)

Auch der französische Tiefseetaucher Paul-Henri Nargeolet, der mehrere Expeditionen zum Schiffswrack leitete, ist sicher, dass es sich um die «Titanic» handelt (http://dpaq.de/q0038).

Eine genaue Untersuchung des Wracks ergab überdies, dass alle Bauteile die Nummer 401 aufwiesen - jene der «Titanic». Die «Olympic» hatte die Baunummer 400.

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Links:

«Daily Telegraph» zu «Titanic»-Verschwörungstheorien: http://dpaq.de/vGi9p

«Die Welt» zu Gardiner/van der Vat: http://dpaq.de/2WrNb

dpa-Text über Titanic mit Ballard-Zitat: http://dpaq.de/ZMpCV

Wissenschaftliche Abhandlung über die «Titanic»-Verschwörungstheorie: http://dpaq.de/r1VP1

Ballard über «Titanic» (Video): http://dpaq.de/eg8dT

Ballard 1985 im BBC-Interview (Video): http://dpaq.de/OCCT4

Nargeolet über «Titanic» (Video): http://dpaq.de/q0038

Artikel auf «legitim.ch» mit «Titanic»-Verschwörungstheorie (archiviert): http://dpaq.de/p2sBm

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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