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01.04.2019 – 17:21

Europäischer Ausschuss der Regionen

Meereswirtschaft in Europas Regionen bietet Potenzial für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung

Brüssel (ots)

Die Mitglieder der Fachkommission für natürliche Ressourcen (NAT) des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) haben sich auf Gozo getroffen, um Fragen zu den Meeresindustrien zu erörtern. Mit einem Umsatz von 16,6 Milliarden Euro macht die sogenannte blaue Wirtschaft rund 0,7 Prozent des gesamten BIP Deutschlands und 9,5 Prozent der Bruttowertschöpfung der europäischen blauen Wirtschaft aus (Quelle: Europäische Kommission 2018). An der Konferenz und Sitzung der Fachkommission NAT haben mehr als 100 Vertreter aus ganz Europa teilgenommen.

Zum Auftakt der Konferenz "Nachhaltige Entwicklung der blauen Wirtschaft" auf der maltesischen Insel Gozo erklärt der Vorsitzende der Fachkommission NAT Ossi Martikainen (FI/ALDE): "Die blaue Wirtschaft ist einer der Schwerpunktbereiche der Fachkommission für natürliche Ressourcen des AdR. Sie birgt ein großes sozioökonomisches Potenzial, nicht nur für Küsten- und Meeresregionen, sondern auch für die gesamte Europäische Union. Dieser ökonomische Bereich umfasst einerseits traditionellen Branchen wie den Seeverkehr, andererseits innovative Sektoren wie blaue Biotechnologie und Meeresenergie. Wir brauchen unbedingt eine gemeinsame europäische Agenda, um das Potenzial dieses Sektors voll zu erschließen und in wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltiges Wachstum und entsprechende Arbeitsplätze umzumünzen."

In Deutschland erzielte die blaue Wirtschaft 2016 rund 8,8 Milliarden Euro Profit und sichert Arbeitsplätze für 290 000 Menschen. In den Sektoren Seeverkehr (52 Prozent des deutschen Profits), Schiffbau, Erdgasförderung, Güterumschlag, sowie Personen- und Frachtwassertransport gehört Deutschland sogar zu den führenden Nationen Europas. Gemeinsam mit Großbritannien und Dänemark ist Deutschland für 80 Prozent der Nettoinvestitionen in die blaue Wirtschaft verantwortlich.

Nach den Worten des für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella "besteht nach wie vor eine erhebliche Investitionslücke, die nur durch besondere Finanzmittel für die blaue Wirtschaft geschlossen werden kann. Deshalb wollen wir unbedingt Investoren anziehen. Wir arbeiten derzeit an einer Investitionsplattform, in der bereits 600 kreditwürdige, meeresökonomische Projekte in der Entwicklungsphase verzeichnet sind. Am 20. Mai werden wir den europäischen Tag der Meere in Lissabon nutzen, um einen Dienst zur Förderung der Investitionsbereitschaft in Startups und KMU der blauen Wirtschaft vorzustellen."

Marie-Louise Coleiro Preca, Präsidentin der Republik Malta, betont: "Unsere Politik muss darin bestehen, die große biologische Vielfalt unserer Meere durch langfristige, nachhaltige Investitionen zu schützen, und unseren Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig neue Erwerbsquellen zu bieten. Im Durchschnitt ist die blaue Wirtschaft europaweit stärker gewachsen als die jeweilige Volkswirtschaft. Die Meereswirtschaft wächst seit einigen Jahren stetig und wird ihr Volumen - da bin ich zuversichtlich - bis 2030 verdoppeln können."

Die blaue Wirtschaft umfasst alle ökonomischen Felder im Zusammenhang mit den Ozeanen, Meeren und Küsten - unter anderem die Fischerei, den Schiffbau, den Küstentourismus sowie die blaue Biotechnologie und die Offshore-Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Nicht zuletzt trägt eine nachhaltige Entwicklung dieser meeresökonomischen Felder entscheidend zur Erhaltung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen und damit zur Verwirklichung des Nachhaltigkeitszieles Nr. 14 der Vereinten Nationen bei.

Während der Fachausschusssitzung haben die Mitglieder die folgenden Stellungnahmen angenommen, die nun der Plenarsitzung zur finalen Abstimmung vorgelegt werden:

   - "Grenzübergreifende Dimension der Katastrophenvorsorge", 
     Berichterstatter Roberto Ciambetti (IT/EKR)
   - "Eine neue europäische Agenda zur Beschleunigung der Entwicklung
     der maritimen Industrie", Berichterstatter Christophe Clergeau 
     (FR/SPE)
   - "Plädoyer für einen umfassenden EU-Rahmen für endokrine 
     Disruptoren", Berichterstatter Uno Silberg (EE/EA) 

Hintergrund: Jahresbericht 2018 zur blauen Wirtschaft in der EU: http://ots.de/lzi1RR

Pressekontakt:

David Crous
david.crous@cor.europa.eu
+32 (0)470 88 10 37

Original-Content von: Europäischer Ausschuss der Regionen, übermittelt durch news aktuell

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