Deutsches Zentrum für Altersfragen

Zum Internationalen Tag des Ehrenamts
Solidarität und Kreativität gehen mit einer höheren Beteiligung im Engagement einher, ein hohes Sicherheitsbedürfnis wirkt hingegen hinderlich

Berlin (ots) - "Warum engagierst Du Dich? Werte - Zusammenhalt - Demokratie" - unter diesem Motto steht der 3. Deutsche EngagementTag. In Deutschland engagieren sich 43,6 Prozent der Wohnbevölkerung ab 14 Jahren freiwillig - das entspricht 30,9 Millionen Menschen. Alljährlich am Internationalen Tag des Ehrenamts wird ihr Engagement gewürdigt und auf den Stellenwert, den das freiwillige Engagement für die Gesellschaft und das Funktionieren des Gemeinwesens einnimmt, aufmerksam gemacht.

Werte oder Werthaltungen sind Prinzipien, an denen Menschen situationsübergreifend ihr Handeln ausrichten. Zentrale Wertehaltungen sind Solidarität, Kreativität und Sicherheit. Analysen auf Basis des Deutschen Freiwilligensurveys (FWS) 2014 zeigen: In allen Altersgruppen engagieren sich Menschen, denen Solidarität wichtig ist, anteilig häufiger als Personen, die Solidarität weniger wichtig finden. Der größte Unterschied zeigt sich in einem Alter ab 65 Jahren: Eine solidarische Werthaltung hat dann den stärksten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, sich zu engagieren. Aber Solidarität ist nicht die einzige Wertehaltung, die im Kontext des freiwilligen Engagements bedeutsam ist. Auch Menschen, die Kreativität einen hohen Wert beimessen, engagieren sich häufiger als solche, denen dieser Wert weniger wichtig ist. Genau anders herum ist es beim Wert Sicherheit: Menschen, für die Sicherheit einen hohen Wert hat, engagieren sich anteilig seltener als Menschen, für die Sicherheit eine weniger wichtige Rolle spielt. Will man Engagierte gewinnen, sollten nicht nur die positiven Seiten des Engagements in den Vordergrund gestellt werden, wie die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und Dinge mitzugestalten. Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis sollte aufgezeigt werden, dass sich Engagementsituationen nicht so sehr vom gelebten Alltag unterscheiden. Sie bewegen sich damit auf sicherem Terrain: Fähigkeiten und Kenntnisse, die im Beruf, in der Kindererziehung oder im Alltagsleben erworben wurden, sind die gleichen, die im Engagement gebraucht werden.

Datengrundlage

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) ist eine repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland, die sich an Personen ab 14 Jahren richtet. Im Jahr 2014 wurde die vierte Welle der Befragung durchgeführt. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit dieser Welle beim Deutschen Zentrum für Altersfragen. Die fünfte Welle des Freiwilligensurveys wird im Jahr 2019 erhoben. Gefördert wird der Survey aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Der Bericht "Freiwilliges Engagement in Deutschland - Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014" ist als Buch und als open access Publikation erhältlich: Julia Simonson, Claudia Vogel & Clemens Tesch-Römer (Hrsg.) (2017). Freiwilliges Engagement in Deutschland - Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Wiesbaden: Springer VS. http://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-658-12644-5

Die ausführliche Darstellung zum Thema Wertehaltungen und freiwilliges Engagement ist enthalten in: Huxhold, O.,& Müller, D. (2017). Werthaltungen und freiwilliges Engagement. In J. Simonson, C. Vogel & C. Tesch-Römer (Hrsg.), Freiwilliges Engagement in Deutschland - Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014 (S. 485-498). Wiesbaden: Springer VS. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-12644-5_4

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