Niederländisches Büro für Tourismus & Convention (NBTC)
PRESSEBERICHT: Helene Kröller-Müllers Vermächtnis
Ein Dokument
Vom Ruhrgebiet in die ewige Kunstgeschichte:
Helene Kröller-Müllers Vermächtnis
Von Barbara Driessen, Otterlo.
Sie war noch keine zwanzig Jahre alt und sprach kein Wort Niederländisch, als sie 1888 zu ihrem Ehemann nach Den Haag zog. Am Ende ihres Lebens überließ sie den Niederlanden die bis heute zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt und schuf damit die Basis für ein Reichsmuseum von internationaler Bedeutung. Helene Müller stammte aus einer sehr wohlhabenden Unternehmerfamilie im heutigen Essen im Ruhrgebiet – und brachte neben Mut vor allem eine große Leidenschaft für die moderne Kunst mit.
Helene war keine Sammlerin im klassischen Sinne. Sie wollte Werke nicht nur besitzen, sondern durchdringen. Sie entwickelte die Überzeugung, dass Kunst mehr sein müsse als bloße Schönheit. Sie sollte Denken auslösen, Fragen stellen und Bedeutung schaffen. Ihr niederländischer Mann Anton Kröller unterstützte sie dabei, solange das zunächst enorme Vermögen reichte.
Die Idee der „denkenden Künstler“
Helene interessierte sich für Künstler, die reflektierten, die sich mit der Welt auseinandersetzten, sie interessierte sich für was sie selbst „denkende Künstler“ nannte. Diese Haltung prägt das Museum bis heute. Wie Bruno Tempel, Direktor des Kröller-Müller Museums, erklärt, stand für Helene der Künstler „auf einer Ebene mit Dichtern und Philosophen – jemand, der über die Welt nachdenkt und diese Gedanken in seiner Kunst ausdrückt“. Klare Formen, ruhige Kompositionen und eine fast spirituelle Qualität ziehen sich durch die Sammlung.
Am stärksten zog es sie zu Vincent van Gogh. Lange bevor er weltweit gefeiert wurde, erkannte Helene seine Bedeutung. Entschlossen kaufte sie Werke, oft schnell und kompromisslos, sobald sich eine Gelegenheit bot. Besonders deutlich wird Helenes Haltung an van Goghs La Berceuse (Die Trösterin). Die Kunsthistorikerin Renske Cohen Tervaert erzählt, dieses Werk habe 1912 ganz oben auf Helenes Wunschliste gestanden. Als sie es gleich am ersten Abend im Kunsthandel entdeckte, habe es keinen Moment des Zögerns gegeben – ein spontaner, entschlossener Kauf. Für Helene war van Gogh der Künstler, dessen Werke nicht nur sichtbar, sondern spürbar machen sollten: Trost, Emotion und eine Bedeutung, die über den Augenblick hinausreicht.
Vincent van Gogh als Zentrum der Sammlung
Bis heute lässt sich diese besondere Nähe im Museum spüren: Man kann den Gemälden wirklich nahekommen, fast so, als hätte man – so Bruno Tempel – eine „Verabredung mit Vincent“. Van Gogh wurde damit zum Zentrum ihrer Sammlung, nicht nur als Künstler, sondern als Ausdruck ihrer Idee von Kunst: intensiv, suchend, existenziell.
Helenes Museumstraum war zunächst größer gedacht. Schon um 1920 sollte der belgische Architekt Henry van de Velde ein großes Haus für ihre Sammlung entwerfen, halb Wohnort, halb Museum. Die Räume waren als klare Abfolge konzipiert und sollten auf einen zentralen Höhepunkt zulaufen: einen Raum, in dem ihre Van-Gogh-Werke wie ein „Heiligtum“ präsentiert werden sollten. Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der 1920er-Jahre setzten dem Projekt ein Ende. Der Bau wurde gestoppt, ebenso wie viele Kunstkäufe.
Vom zunächst gescheiterten Museumstraum zur Realisierung
Erst Jahre später konnte die Idee in veränderter Form verwirklicht werden. In den 1930er-Jahren entstand nach Plänen van de Veldes eine deutlich kleinere, bewusst reduzierte Version des Museums. Statt eines repräsentativen Großbaus wurde es ein klar gegliedertes, fast zurückhaltendes Gebäude. Die Räume wirken eher wie eine Abfolge von stillen Kabinetten als wie monumentale Hallen. Ein Ort, der Nähe schafft, nicht Distanz. Die Architektur folgt dabei Helenes Grundgedanken: Kunst soll nicht überwältigen, sondern zugänglich sein, erfahrbar, beinahe intim.
Schon früh hatte Helene entschieden, dass ihre Sammlung öffentlich werden sollte. Als die finanziellen Belastungen zu groß wurden, überließ sie sie dem niederländischen Staat. Verbunden mit der Verpflichtung, das Museum zu vollenden. So wurde aus ihrem privaten Traum schließlich ein nationales Projekt.
Kunst inmitten der Natur
Dieses Museum entstand mitten in der Natur, im heutigen Nationalpark De Hoge Veluwe in der niederländischen Provinz Gelderland, nahe der deutschen Grenze. Bis heute ist das Kröller-Müller Museum anders: nicht laut, nicht überfüllt, sondern ruhig, ein Ort, an dem man Kunst tatsächlich begegnen kann. Schon die Radtour - auf den überall gratis ausleihbaren weißen Rädern - durch Wald, Heide und Sandflächen verändert den Blick: Die Kunst beginnt nicht erst im Ausstellungsraum, sondern schon draußen, in der Landschaft. Zwischen Natur, Stille und Weite entsteht jene Atmosphäre, die das Kröller-Müller Museum prägt. Ein Ort, an dem man langsamer wird, genauer hinsieht und Kunst nicht nur betrachtet, sondern erlebt, ganz im Sinne des niederländischen „Slowlands“-Gedankens.
Helene Kröller-Müller starb 1939 im Alter von 69 Jahren kurz nach der Eröffnung des Museums. Was bleibt, ist ihre Idee: Kunst als etwas, das bewegt, herausfordert und zum Denken zwingt. (NBTC)
Vorankündigung:
Mit der Ausstellung Van Gogh – All Our Paintings präsentiert das Kröller-Müller vom 15. September 2026 bis 3. Januar 2027 ein außergewöhnliches Highlight: Erstmals seit 1984 werden sämtliche Gemälde Vincent van Goghs aus der eigenen Sammlung gemeinsam gezeigt. Die Schau vereint insgesamt 88 Werke und macht damit die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt in ihrer ganzen Bandbreite erlebbar. Besucher*innen erhalten einen einzigartigen Überblick über van Goghs künstlerische Entwicklung, von frühen Arbeiten bis hin zu ikonischen Gemälden aus seiner Zeit in Arles und Saint-Rémy.
Das Niederländische Büro für Tourismus & Convention (NBTC) ist eine offizielle Organisation zur Förderung des Tourismus und der internationalen Positionierung der Niederlande als Reiseziel. Zu den Aufgaben gehören die Vermarktung touristischer Angebote, die Unterstützung von Veranstaltungen und Kongressen, die Betreuung von Pressevertreter:innen und Reisepartnern sowie die Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Kultur und Regionen, um den Tourismussektor nachhaltig zu stärken. Dabei setzt das NBTC zunehmend auf zukunftsorientierte Konzepte wie „Slowlands“, die entschleunigtes, nachhaltiges und bewusstes Reisen fördern und Besucher:innen dazu einladen, die Niederlande abseits klassischer Touristenpfade intensiv und authentisch zu erleben.
Weitere Informationen zu Museum und Park finden Sie hier:
Willkommen in einer anderen Welt – Kröller-Müller Museum
Kröller-Müller Museum - Tickets (Tageskarte) Museum+Park
Bei Rückfragen zur Ausstellung und zum Museum wenden Sie sich bitte an pers@krollermuller.nl.Bei Rückfragen zum Park wenden Sie sich bitte an pers@hogeveluwe.nl.
Dr. Barbara Driessen, PR Managerin Deutschland, bdriessen@holland.com.
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