EnBW Energie Baden Württemberg AG

Gemeinsames Pilotprojekt mit MTU und Stadtwerken Karlsruhe: Eine Brennstoffzelle liefert künftig Strom und Wärme für die Reifenproduktion bei Michelin

    Karlsruhe (ots) -

    Weiterer Schritt zur Umsetzung der EnBW Brennstoffzellen-Strategie
    
    Ein Brennstoffzellen-Kraftwerk soll künftig rund um die Uhr
erhebliche Mengen Strom und Wärme für die Reifenproduktion bei
Michelin in Karlsruhe liefern. Das Pilotprojekt des industriellen
Dauereinsatzes einer Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle (englisch:
Molten Carbonate Fuel Cell, MCFC) entsteht im Rahmen einer
Kooperation von EnBW Energie Baden-Württemberg AG, des
DaimlerChrysler-Unternehmens MTU Motoren- und Turbinen-Union und der
Stadtwerke Karlsruhe. Bereits Mitte 2002 soll die neuartige
Kraft-Wärme-Erzeugungsanlage in Betrieb gehen. Für die EnBW ist das
Projekt ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung der
Brennstoffzellen-Strategie des drittgrößten deutschen
Energiedienstleistungsunternehmens: Die Bandbreite der EnBW
Brennstoffzellenprojekte reicht von Mini-Kraftwerken für
Privathaushalte bis zu dem in Marbach geplanten derzeit größten
Brennstoffzellen-Kraftwerk Europas mit einem Megawatt Leistung.
    
    Die bei MTU Friedrichshafen in rund zehnjähriger Arbeit zur
Serienfertigungsreife entwickelte Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle hat
eine elektrische Leistung von 250 Kilowatt und eine Wärmeleistung von
180 Kilowatt. Die Prozeßwärme kann auf einem Temperaturniveau von bis
zu 400 Grad Celsius geliefert werden. Gerade wegen des Dauereinsatzes
im Dreischichtbetrieb fiel die Standortentscheidung für den Partner
Michelin in Karlsruhe: Die Wärme aus der Brennstoffzelle kann dort
als Prozessdampf bei 16 bar und 200 Grad Celsius direkt zur
Vulkanisation von LKW-Reifen genützt werden.
    
    Im Rahmen der vereinbarten Kooperation wird MTU die
Brennstoffzelle liefern und - im Rahmen der Generalplanung von EnBW -
bei Michelin installieren. Die EnBW ist mit Unterstützung durch MTU
und Michelin für Betrieb und Überwachung der Anlage zuständig. Da die
Kosten der Brennstoffzellentechnik noch ganz erheblich über den
Kosten herkömmlicher Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen liegen, ist
die Durchführung des Projektes noch von einer Förderung durch das
Bundeswirtschaftsministerium abhängig. Die Stadtwerke Karlsruhe sind
ebenfalls an der Finanzierung des Projektes beteiligt.
    
    In einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle, wie der MCFC, wird das im
Erdgas enthaltene Methan (CH4) mit Hilfe von Wasserdampf (H2O) zu
einem wasserstoffreichen Synthesegas  umgesetzt, was auch als interne
Reformierung bezeichnet wird. Aus dem Synthesegas wird in einem
chemischen Prozeß Strom und Wärme erzeugt. Die Vorteile der MCFC
liegen insbesondere im Betriebstemperaturniveau von 650 Grad Celsius,
das noch den Einsatz konventioneller Werkstoffe und gleichzeitig
schon den Verzicht auf teure Edelmetallkatalysatoren erlaubt. Ein
weiterer großer Vorteil der MCFC ist die außerordentliche
Brennstoff-Flexibilität, die neben der Umsetzung von Erdgas
beispielsweise auch Methanol, Propan oder Biogas gut verarbeiten
kann. Aufgrund der gegenüber Verbrennungsprozessen vergleichsweise
niedrigen Betriebstemperatur entstehen keine Stickoxide. Durch die
Entschwefelung (Schwefel = Katalysatorgift) des Erdgases liegt auch
der Schwefelgehalt in der Abluft an der Nachweisgrenze. Das geringe
Geräuschniveau der Brennstoffzelle kann erheblich zur
Umweltentlastung beitragen, was am Standort des Michelin-Reifenwerks
in Karlsruhe ein weiterer Pluspunkt ist.
    

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