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Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Pressekonferenz anlässlich des Tages der Lebensmittelwirtschaft
17. Mai 2001
Ausführungen von Dr. Manfred Nekola

Berlin (ots)

Der Tag der Lebensmittelwirtschaft der
Spitzenverbände BLL und BVE in Berlin findet in diesem Jahr zum
zweiten Mal statt; er führt Beteiligte aus Öffentlichkeit, Politik
und Wirtschaft, Verbraucherschaft, Wissenschaft und Medien zum Dialog
über Lebensmittelsicherheit und Verbrauchervertrauen zusammen. 
Wir freuen uns besonders, dass als politische Redner EU-Kommissar
David Byrne und Bundesministerin Renate Künast teilnehmen. Für die
Lebensmittelwirtschaft ist die Neuausrichtung der Agrar- und
Verbraucherpolitik in Deutschland und Europa von herausragender
Bedeutung.
Lebensmittelsicherheit ist eine europäische Aufgabe
Trotz der Aufbruchstimmung in der Verbraucherschutzpolitik der
letzten Monate in Deutschland ist deutlich geworden, dass nationale
Alleingänge in Sachen Lebensmittelsicherheit allenfalls zeitlich
begrenzte Zwischenlösungen sein können.
Lebensmittelsicherheit ist eine europäische Aufgabe, politische
Weichenstellungen müssen durch gemeinschaftliche Regelungen erfolgen.
Obwohl heute Lebensmittel mit höchstmöglicher Sicherheit
produziert werden, haben die jüngsten Krisen Verunsicherungen und
Ängste in der Branche ausgelöst.
Die BSE-Krise geht weit über die zunächst betroffenen Bereiche
hinaus. Von dem nachhaltigen Vertrauensverlust der Verbraucher in
Lebensmittel und ihre Sicherheit sind inzwischen auch die moderne
Verarbeitung und Vermarktung im allgemeinen betroffen. Die Sicherheit
konventionell produzierter Lebensmittel darf aber in Deutschland
nicht in Frage gestellt werden. Erst die moderne Produktion führt zur
hohen Lebensmittelsicherheit; Sicherheit und Qualität werden durch
moderne Technologie gewährleistet. Dies steht in keinem Widerspruch
zur Stärkung der ökologischen Produktion. Andere europäische Länder,
allen voran Dänemark, haben gezeigt, dass ökologische und
konventionelle Produkte einander ergänzen und sogar gegenseitig
stärken können.
Die Lebensmittelwirtschaft will alles daran setzen, das
verlorengegangene Vertrauen wieder aufzubauen und langfristig zu
sichern.
Rückgewinnung des Verbrauchervertrauens mit der gesamte Kette
Wir brauchen eine durchgängige, intelligente Zusammenarbeit in der
gesamten Kette der Lebensmittelwirtschaft; sie hat ihre Bereitschaft
gezeigt, sich gemeinsam konstruktiv an der Rückgewinnung des
Verbrauchervertrauens zu beteiligen.
Erfolge können nur erzielt werden, wenn alle Beteiligten von der
Landwirtschaft über die Produktion bis zum Handel an einem Strang
ziehen. Der europäische Ansatz "Vom Acker bis auf den Teller" gibt
die richtige Richtung vor.
Es geht darum, das Verursacherprinzip zur Anwendung zu bringen und
Gefährdungspotentiale an der Quelle zu erkennen und auszuschließen.
Qualitätssicherungssysteme müssen über die Kette hinweg aufgebaut,
aufeinander abgestimmt und vernetzt werden. Die
Lebensmittelüberwachung kann die bestehenden Sicherheitssysteme
kontrollieren, die Einhaltung der Anforderungen können aber nur die
Unternehmen entlang der Kette selbst sicherstellen.
Mehr Transparenz in Produktion und Kennzeichnung
Die Nahrungsmittelproduktion vom Bauernhof bis zum Supermarkt muss
transparenter werden. Der BLL unterstützt die Idee, nach
französischem Modell an einem Tag der offenen Tür die Betriebe für
Verbraucher zu öffnen.
Transparenz schließt auch die Etikettierung von Lebensmitteln mit
ein. Die Kennzeichnung muss den Verbraucher in die Lage versetzen, in
Eigenverantwortung seine Wahl zu treffen. Nur ein gut informierter
Verbraucher kann Vertrauen aufbauen.
Das höchst komplizierte Kennzeichnungssystem der EU muss
reformiert werden, um den Informationsgehalt für den Verbraucher zu
verbessern. Moderne Informationswege müssen zusätzlich für diese
Aufgabe genutzt werden können.
Hoffnungen in die ELB
Kommissar Byrne hat letzte Woche den Startschuss für die
vorbereitenden Arbeiten zur Einsetzung der "ELB" gegeben, der
Europäischen Lebensmittelbehörde. Ein vorläufiger wissenschaftlicher
Beirat soll eingesetzt werden. Der BLL begrüßt diese Schritte in
Richtung der ELB und hofft, dass sie ihre Arbeit möglichst bald im
kommenden Jahr aufnehmen kann. Wir brauchen sie als die unabhängige,
wissenschaftliche Institution, die die Risikobewertung (risk
assessment) koordiniert und im Vorfeld Risikopotentiale aufzeigt.
Vertrauensbildende Maßnahmen dürfen sich nicht alleine an Krisen
ausrichten. Der BLL unterstützt die grundsätzlichen Bemühungen der
EU-Kommission, mit ihrem Weißbuch für Lebensmittelsicherheit und
speziell mit ihrem Entwurf für eine "Basis-Verordnung" hierzu einen
Beitrag zu leisten. Die Inhalte einer solchen Regelung müssen jedoch
sorgfältig erörtert werden, um die Qualität eines solchen
"Grundgesetzes" des europäischen Lebensmittelrechts sicherzustellen.
Der Tag der Lebensmittelwirtschaft ist eine einzigartige
Plattform, um alle Beteiligten von der Landwirtschaft über die
Produktion bis zum Handel in intensiven Dialog, auch mit Vertretern
aus Behörden und der Politik zu bringen. Damit ist auch der Tag der
Lebensmittelwirtschaft ein Schritt in die richtige Richtung, hin zu
mehr Vertrauen in unsere Lebensmittel.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Oliver Mellenthin 
Tel.   0228 / 81 99 3-27 
e-mail  omellenthin@bll-online.de

Original-Content von: Lebensmittelverband Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

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