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British American Tobacco (Germany) GmbH

BAT auf schwachem Inlandsmarkt gut behauptet

Hamburg (ots)

Raucher nutzen zunehmend Billigprodukte und Grenzhandel /
   Gemeinsames Handeln von Industrie und Staat dringend erforderlich
Der deutsche Cigarettenmarkt war im Jahr 2003 wie auch den ersten
Monaten 2004 von erheblichen Marktverwerfungen bestimmt, die sich
fortschreitend negativ auf den Absatz im Inland versteuerter
Markencigaretten auswirken. Ausgelöst durch mehrere drastische
Tabaksteuererhöhungen in rascher Folge sehen sich die
Markenhersteller und der nachgelagerte Handel verstärkt mit der
Flucht der Konsumenten zu preisgünstigeren Alternativprodukten und
letztlich der Versorgung aus legalen und illegalen Quellen im
benachbarten Ausland konfrontiert.
Die British American Tobacco (Germany) GmbH, zweitgrößter
Cigarettenhersteller in Deutschland, konnte dank starker Marken wie
Pall Mall, Lucky Strike und Gauloises Blondes in diesem Umfeld ihren
Marktanteil mit knapp 23 Prozent stabil halten, büßte aber ebenso wie
alle Markenhersteller Absatzvolumen ein. Wie das Hamburger
Unternehmen anlässlich der Vorlage des Jahresabschlusses 2003
deutlich machte, ist der für das letzte Jahr mit 144 Millionen EUR
ausgewiesene Gewinn weniger von der Marktlage bestimmt, sondern
primär auf finanzielle Einmaleffekte zurückzuführen.
Ein ähnlich gutes Ergebnis ist in 2004 nicht wiederholbar und in
den Folgejahren nur möglich, wenn es gelingt, den gegenwärtigen
Markttrend durch gemeinsames Handeln von Industrie und Staat zu
stoppen. Dazu gehört nach Ansicht von BAT zum einen das Überdenken
der Tabaksteuerpolitik ebenso wie eine konzertierte Bekämpfung des
illegalen Grenzhandels. Auf der anderen Seite gilt es, den
erwachsenen Konsumenten für die Markencigarette zurück zu gewinnen.
Unabhängig hiervon wurden unternehmensintern vorsorglich
Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, die mittelfristig zu einer
deutlichen Reduzierung der Personal- und Sachkosten führen werden.
2003: Billige Ersatzprodukte und Grenzhandel auf dem Vormarsch
Insgesamt sind in 2003 rund 167 Milliarden Cigaretten oder
alternative Ersatzprodukte (Fabrikcigaretten , selbstgedrehte
Cigaretten, vorportionierter Feinschnitt, Cigarillo-Sticks und
Privateinfuhren) geraucht worden. Hinter der relativ stabilen
Gesamtentwicklung verbergen sich gravierende Verschiebungen in den
Segmenten. Den weitaus größten Teil des Verlustes erlitten die
Industriemarken, von denen 8,5 Milliarden Stück weniger abgesetzt
worden sind. Das Absatzvolumen erreichte lediglich 112,8 Milliarden
Stück und lag damit um fast 20 Milliarden Stück unter dem Niveau von
Ende der 90er Jahre. Der Vormarsch preislich niedrigerer
Cigarettenprodukte hat sich hingegen erheblich beschleunigt.
Die Billigcigaretten des Handels büßten zwar ebenfalls Volumen
ein, mit 0,5 Milliarden Stück oder 2,1 Prozent jedoch in deutlich
geringerem Ausmaß. Zu den Gewinnern des Jahres gehören die preislich
günstig gestellten Ersatzprodukte für Markencigaretten. Bei einem
Absatzanstieg um gut 9 Prozent auf knapp 55 Milliarden Stück erhöhte
sich deren Marktanteil auf rund ein Drittel. Innerhalb des
Billigsegmentes war die Entwicklung unterschiedlich. Während die
Absätze von selbst gedrehten Cigaretten aus Feinschnitt lediglich um
3,6 Prozent auf 14,3 Milliarden Stück und von Cigarillo-Sticks um 5,9
Prozent auf 1,8 Milliarden Stück stiegen, hat sich das Volumen des
vorportionierten Feinschnitts - der sogenannten Stixx - auf über 5
Milliarden Cigaretten mehr als verdoppelt. Auch die Privateinfuhren
wuchsen um schätzungsweise 15 Prozent auf rund 12 Milliarden Stück.
Ca. 85 Prozent kamen dabei über die ostdeutschen Grenzen in den
Markt. Der Anteil illegaler Ware dürfte bei 60 Prozent gelegen haben.
Pall Mall, Lucky Strike und Gauloises Blondes sichern BAT
Marktposition
Während die Industriemarken insgesamt einen Absatzrückgang von 7,0
Prozent erlitten, betrug der Rückgang bei British American Tobacco
2003 nur 6,7 Prozent. Der BAT Absatz im Inland lag bei 30,6
Milliarden Cigaretten und war damit um 2,2 Milliarden Stück niedriger
als im Vorjahr. Dennoch war die Entwicklung innerhalb des Segmentes
der Markencigaretten positiv. Der Marktanteil des Hamburger
Unternehmens lag nahezu unverändert bei 22,8 (2002: 22,9 - 2001:
22,8) Prozent. Betrachtet man allein die Industriemarken - also ohne
Handelscigaretten - so waren es 27,1 Prozent, verglichen mit 27,0
Prozent in 2002 und 26,5 Prozent in 2001.
Dieser Erfolg von BAT in Deutschland beruht auf starken Marken:
Unverändert werden  fünf der zehn führenden Markenfamilien von
British American Tobacco angeboten. Gauloises Blondes und Pall Mall
waren zudem die Markenfamilien mit der stärksten Dynamik aller
deutschen Industriemarken und darüber hinaus die einzigen Marken
unter den Top 10, die 2003 einen Volumenzuwachs erzielten.
Das Wachstum der Pall Mall Familie hat zu einer Verbesserung des
bundesweiten Marktanteils um 0,2 Punkte auf 2,1 Prozent geführt. In
ihren ostdeutschen Vertriebsgebieten festigte die Pall Mall Familie
den dritten Platz mit einem Marktanteil von  9,6 Prozent und einem
Plus von 1,0 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Gauloises Blondes - die
mittlerweile drittgrößte Markenfamilie in Deutschland - erreichte im
Jahresdurchschnitt einen Marktanteil von 5,2 Prozent, verglichen mit
4,7 Prozent im Vorjahr. Die Markenfamilie Lucky Strike hat ihren
Marktanteil mit 5,1 (2002: 5,0) Prozent leicht ausgebaut. HB belegte
mit einem Marktanteil von 4,4 (2002: 4,7) Prozent bundesweit unter
den Top 10 Marken den sechsten Platz. Im Berichtsjahr ist es erneut
gelungen, die Verlustrate gegenüber dem Vorjahr zu verringern. HB
bildet zusammen mit der Lord Familie, die den 10. Rang hält und 1,8
(2002: 1,9) Prozent Marktanteil erreichte, eine wichtige Stütze für
das BAT Markenportfolio.
Der Export der BAT Germany in 2003 erreichte  23,5 (2002: 20,2)
Milliarden Cigaretten. Dies entspricht einem Anstieg von 16,4
Prozent. Der weit überwiegende Teil des Ausfuhrvolumens ist an BAT
Schwestergesellschaften innerhalb Europas geliefert worden.  Im
Berichtsjahr waren es 22,8 Milliarden Stück. Fasst man In- und
Auslandsgeschäft für 2003 zusammen so hat die British American
Tobacco (Germany) GmbH 54,5 Milliarden Cigaretten abgesetzt.
Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies eine Steigerung des Volumens um
0,8 Milliarden Stück oder 1,5 Prozent.
Verbessertes monitäres BAT Jahresergebnis durch Einmaleffekte
Der Umsatz (einschließlich Tabaksteuer, jedoch ohne
Mehrwertsteuer) der British American Tobacco (Germany) GmbH betrug
2003 fast unverändert 4,5 Milliarden EUR. Nach Abzug der Tabaksteuer
verblieb ein Nettoerlös von 1,4 Milliarden EUR, der erneut unter dem
Wert des Vorjahres liegt (2002: 1,5 Milliarden EUR). Der Rückgang der
Nettoerlöse in den letzten beiden Jahren ergibt sich fast
ausschließlich aus den Tabaksteuererhöhungen jeweils zu Beginn des
Jahres, die nicht in vollem Umfang an den Konsumenten weitergegeben
werden konnten.
Das operative Ergebnis lag mit 220 Millionen EUR um 33 Millionen
EUR über dem Wert des Vorjahres. Das Finanzergebnis, das im Vorjahr
von außerplanmäßigen Abschreibungen auf Finanzanlagen gekennzeichnet
war, erreichte 23 (2002: 6) Millionen EUR. Das ausgewiesene Ergebnis
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf 243
Millionen EUR und vergleicht sich mit 193 Millionen EUR im Vorjahr.
Bereinigt um Einmaleffekte hätte das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr lediglich 177 Millionen EUR
betragen und damit deutlich unter dem entsprechenden Wert für das
Vorjahr von 202 Millionen EUR gelegen. Nach Abzug der
Steueraufwendungen konnten im Berichtsjahr 144 Millionen EUR und
damit 28 Millionen EUR mehr als im Vorjahr an die Muttergesellschaft
abgeführt werden.
2004: Rückgang bei Markencigaretten beschleunigt sich
Für die Hersteller von Markencigaretten begann das Jahr 2004 wenig
erfreulich. In den Monaten Januar bis April betrug der Absatz an
Fabrikcigaretten 38,8 Milliarden Stück und lag damit um 5,1
Milliarden bzw. fast 12 Prozent unter dem Absatz, der im gleichen
Zeitraum des Vorjahres erzielt wurde. Verstärkt nachgefragt wurden
preisgünstige Alternativen. So konnten die Handelsmarken ihren
Marktanteil weiter um 1,3 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent ausbauen.
Feinschnittprodukte und Filtercigarillos als preisgünstige
Alternativen zu den Fabrikcigaretten erzielten im laufenden Jahr
bisher ein Absatzvolumen das 8,3 Milliarden Stück Stück. Im
Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden demgegenüber nur 6,5
Milliarden verkauft, die Wachstumsrate dieses Marktsegmentes beträgt
demnach über 26 Prozent. Ganz besonders zulegen konnte der
vorportionierte Feinschnitt mit einem Wachstum von über 90 Prozent
und einem Quartalsabsatz von beinahe 3 Milliarden Stück.
Angesichts dieser Entwicklung muss für das Gesamtjahr mit einem
größeren Rückgang des Marktvolumens versteuerter Fabrikcigaretten
gerechnet werden als noch in 2003 (minus 6,2 Prozent). Der im Vorfeld
der letzten Tabaksteuererhöhungen befürchtete dauerhafte
Volumenverlust für das Marktsegment versteuerter Fabrikcigaretten in
einer Größenordnung von 30 Milliarden Cigaretten oder 20 Prozent in
nur drei Jahren wird damit für 2005 immer wahrscheinlicher.
Der Absatz von BAT belief sich in den ersten vier Monaten auf 8,8
Milliarden Cigaretten. Dies waren 1,2 Milliarden weniger als im
gleichen Vorjahreszeitraum. Damit wurde ein Marktanteil von 22,6
(I-IV 2003: 22,7) Prozent erreicht.
Von besonderer Bedeutung für BAT war in den ersten Monaten 2004
die Weiterführung der kompletten Pall Mall Familie in die westlichen
Regionen Deutschlands ab Mitte Februar 2004. Alle Anzeichen deuten
darauf hin, dass Pall Mall hier an die Erfolge in ihrem bisherigen
Vertriebsgebiet anknüpfen kann. Dort erzielte Pall Mall einen
Marktanteil von 10,6 Prozent - 1,6 Marktanteilspunkte mehr als im
entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der bundesweite Marktanteil von 2,5
Prozent, der sich hieraus im Durchschnitt der Monate Januar bis April
ergibt, entspricht einem Wachstum von 0,5 Marktanteilspunkten.
Ein hohes Wachstum ihres Marktanteils konnte auch die Gauloises
Blondes Familie mit einem Plus von 0,4 Marktanteilspunkten erreichen.
Die Markenfamilie hält nunmehr einen Anteil von 5,4 Prozent am
deutschen Cigarettenmarkt. Die Entwicklung von Lucky Strike Familie
ist gegenwärtig stabil mit 5,1 Prozent Marktanteil. Die Volumenmarken
HB (4,1%) und Lord (1,7%) liegen in der Tendenz der Vorjahre.
Das zentrale Thema: Die Tabaksteuer
Für den Finanzminister ist die Tabaksteuer eine äußerst wichtige
Einnahmequelle. Das war schon immer so. Für die Jahre 2002 bis
September 2005 jedoch überschreiten die Steuererhöhungen das
bisherige Maß. Innerhalb von 45 Monaten wurde bzw. wird die
Tabaksteuer fünfmal erhöht. Anfang 2002 und 2003 waren es jeweils ein
Cent pro Cigarette, im März diesen Jahres waren es 1,2 Cent und im
Dezember 2004 sowie September 2005 kommen nochmals je 1,2 Cent pro
Cigarette hinzu.
Alle Experten sind sich weitgehend einig, dass
Tabaksteuererhöhungen in dieser massiven Form im Markt auf Widerstand
stoßen. Verlierer gibt es auf allen Seiten. Das gilt in erster Linie
für Industrie und Handel. Die Hersteller von Fabrikcigaretten müssen
drastische Absatzeinbrüche und geringere Kapazitätsauslastungen
verkraften. Wachsende Kostenbelastungen erhöhen den Druck, die
inländische Produktion ins kostengünstigere EU-Ausland zu verlagern
und Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Bricht der Absatz weg,
sind auch viele mittelständische Existenzen finanziell überfordert.
Eine Verbesserung der Handelsspannen war und ist daher dringend
notwendig. Die beiden nur zum Teil überwälzten Steuererhöhungen von
Anfang 2002 bis 2003 hatten beim Wirtschaftsnutzen von Industrie und
Handel bereits zu Einbußen von insgesamt rund 800 Millionen EUR
geführt.
Die noch anstehenden Steuererhöhungen versprechen wenig Gutes für
die Cigarettenbranche, aber auch nicht für den Fiskus. Die von der
Bundesregierung erwarteten Steuermehreinnahmen werden kaum zu
verwirklichen sein. Der deutsche Raucher reagiert auf die
Tabaksteuer, die gegen den Markt und über ein vom Konsumenten
toleriertes Maß hinaus angehoben worden ist, weniger mit
Konsumverzicht, sondern vielmehr mit Ausweichen auf billigere
Tabakprodukte, mit vermehrten Einkäufen im benachbarten
preisgünstigeren Ausland sowie durch den Rückgriff auf Schmuggelware.
Im Mai dieses Jahres wurde Europa größer, und in den
dazugekommenen Ländern wie zum Beispiel Polen oder der Tschechischen
Republik sind Cigaretten wesentlich, zum teil bis zu 50 Prozent
billiger als in Deutschland. Im Jahr 2003 war nach Schätzungen
bereits jede zwölfte im Inland gerauchte Cigarette nicht aus
Deutschland, wenn überhaupt versteuert. Mit dem EU-Beitritt
osteuropäischer Länder muss ein dramatischer Anstieg von legalen und
illegalen Einfuhren erwartet werden.
Quantitative Aussagen über den privaten oder gewerblichen
bandenmäßigen Schmuggel zu treffen, ist außerordentlich schwierig.
Der Anteil von geschmuggelten Cigaretten am Gesamtkonsum schätzt das
Zollkriminalamt in Deutschland heute auf  5 Prozent oder 8 Milliarden
Stück. Unter Einbeziehung der legalen Einfuhren, die auch künftig 200
Stück je Person betragen, wird nicht ausgeschlossen, dass der Anteil
der über die Grenzen kommenden Cigaretten auf bis zu 20 Prozent
steigt. Die sehr hohe Steuerarbitrage spricht zudem für eine
erhebliche räumliche Ausweitung des Schwarzmarktes.
Die damit verbundenen Umschichtungen im Markt werden katastrophale
Folgen für die Steuereinnahmen haben. Bereits die zweistufige
Tabaksteuererhöhung 2002 und 2003 zeigt, dass das Mehraufkommen
tendenziell abnimmt. Während das Tabaksteueraufkommen aus
Cigarettenverkäufen im Jahr 2002 noch um 15,6 Prozent auf 13,2
Milliarden EUR gestiegen ist, betrug das Plus im Jahr 2003 lediglich
1,1 Prozent. Mit insgesamt 13,4 Milliarden EUR lag es um weit mehr
als 300 Millionen EUR unter den Erwartungen. Und für 2004 ist keine
Besserung in Sicht.

Pressekontakt:

Für ergänzende Fragen erreichen Sie den Leiter der Abteilung
Industriepolitik und Öffentlichkeitsarbeit,
Dr. Dirk Pangritz,
unter der Tel.-Nr. 040 / 4151-2121

Original-Content von: British American Tobacco (Germany) GmbH, übermittelt durch news aktuell

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