Alle Storys
Folgen
Keine Story von Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. mehr verpassen.

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.

Manipuliert und abgezockt: Mehr Schutz vor Finanzbetrug im Internet

Manipuliert und abgezockt: Mehr Schutz vor Finanzbetrug im Internet
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

Manipuliert und abgezockt: Mehr Schutz vor Finanzbetrug im Internet

Verbraucherzentrale NRW klärt zum Weltverbrauchertag landesweit auf und fordert mehr Einsatz von Politik und Banken

„Ihr Postfach ist voll“, „Bitte bestätigen Sie Ihre Adresse“, „Wir erstatten Ihnen Geld“: Das Ausmaß der Attacken und Betrugsmaschen ist laut Bundesamt für Sicherheitstechnik (BSI) so groß wie nie, und es nimmt stetig weiter zu. Eine Bitkom-Umfrage von 2025 zeigt: Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland erlebten bereits Cyberkriminalität, meist Betrug. Viele Betroffene melden die Fälle nicht – die Dunkelziffer bleibt hoch. Anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März 2026 fordert die Verbraucherzentrale NRW deshalb mehr Schutz im digitalen Raum.

„Bei uns gehen täglich viele Meldungen und besorgte Anfragen von Betroffenen ein, die Opfer eines Betrugs im digitalen Raum geworden sind”, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Zudem haben aufmerksame Verbraucher:innen 2025 mehr als 382.000 E-Mails mit mutmaßlich kriminellem Hintergrund an das Phishing-Radar der Verbraucherschützer weitergeleitet – eine ähnliche Größenordnung wie 2024. „Das Ausmaß ist besorgniserregend“, so Schuldzinski. „Wachsamkeit ist deshalb unerlässlich, es müssen aber auch bessere Schutzmechanismen her.“ Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zur Vorbeugung und bietet Betroffenen Hilfestellung an. „Wir fordern dringend zusätzliche Anstrengungen von Banken, Behörden und Online-Anbietern zum Schutz vor Betrug.“

Von Phishing bis Vertrauen: Das sind die gängigen Tricks

Betrüger:innen nutzen psychologische Tricks, künstliche Intelligenz und das Vertrauen unwissender Nutzer:innen, um an sensible Daten oder direkt an Geld zu gelangen. Besonders verbreitet sind Phishing-Versuche - per E-Mail, SMS oder QR-Code. Schon ein Klick reicht – anschließend räumen Unbekannte Konten leer oder verkaufen Daten im Darknet. Zunehmend setzen Täter:innen auch auf langfristige Täuschung: Angebliche Finanzberater kontaktieren Menschen telefonisch oder über soziale Netzwerke und versprechen hohe Gewinne. Sie bauen Vertrauen auf und zeigen zunächst kleine „Erfolge“. Sobald Opfer größere Beträge einzahlen oder Geld auszahlen lassen wollen, brechen die Täter:innen den Kontakt ab – das Geld ist weg.

Beratungsstellen vor Ort klären auf und helfen im Schadenfall

Mit der landesweiten Aktion zum Weltverbrauchertag bietet die Verbraucherzentrale NRW Aufklärung, wie man Betrugsversuche erkennt, persönliche Daten schützt und im Ernstfall richtig reagiert. Die Fachleute in den Beratungsstellen vor Ort informieren über aktuelle Maschen, Merkmale gefälschter Nachrichten oder Webseiten und sensibilisieren für Manipulationstechniken wie Vertrauensaufbau, Angst- oder Zeitdruckstrategien. Ebenso gibt es vom 12. bis 18. März vor Ort Tipps dazu, was im Schadensfall zu tun ist, etwa die Sperrung von Konten und Karten, eine Anzeige bei der Polizei sowie die Sicherung von Beweisen. An zwei Abenden wird auch ein kostenloser Onlinevortrag angeboten.

Schutz gegen Online-Betrug muss dringend verstärkt werden

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW sollten die Anbieter im Zahlungsverkehr dringend in bessere Sicherheitssysteme investieren, um ihre Kundschaft vorbeugend vor Angriffen zu schützen. „Dem Finanzbetrug im Internet muss gesamtgesellschaftlich ein Riegel vorgeschoben werden. Die Verbraucher:innen dürfen mit den kriminellen Angriffen nicht allein gelassen werden“, betont Schuldzinski. „Wir sehen hier neben den Anbietern auch die Politik in der Pflicht. Sie sollte der Finanzbranche glasklare Vorgaben machen.“ Der 2025 für Bankgeschäfte eingeführte verpflichtende IBAN-Abgleich helfe zwar, Betrugsfälle zu verhindern. Doch das reicht laut Schuldzinski nicht aus: „Der Schutz gegen Online-Betrug muss verstärkt werden. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, die von der EU vorgesehenen erweiterten Vorgaben zu Zahlungsdiensten so schnell wie möglich in nationales Recht zu überführen. Zusätzlich sollten Online-Plattformen verpflichtet werden, ihre Inhalte auf kriminelle Werbeinhalte zu prüfen.“ Auf diese Weise könne den Betrüger:innen ein zentraler Weg der Kontaktaufnahme zu potenziellen Opfern abgeschnitten werden.

Hintergrund:

Die von der EU geplante Zahlungsdienste-Richtlinie 3 (PSD3) sowie die begleitende Zahlungsdienste-Verordnung (PSR) sehen unter anderem verbesserte Rückerstattungsrechte im Betrugsfall vor sowie höhere Sicherheitsstandards bei den Banken. Damit wäre eine Haftung der Verbraucher:innen in bestimmten Fällen bei einem erstmaligen Angriff ausgeschlossen. Zudem müssen Banken nicht autorisierte Zahlungsvorgänge spätestens nach zehn Tagen entweder erstatten oder die Gründe und Belege für eine Ablehnung vorlegen.

Weiterführende Informationen:

--
Verbraucherzentrale NRW
Pressestelle
Helmholtzstr. 19
40215 Düsseldorf
Tel.: 0211/91380-1101
Informationen zum Datenschutz entnehmen Sie bitte unseren Hinweisen im
Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/datenschutz.

Honorarfreie Verwendung sämtlichen Bildmaterials ausschließlich mit Nennung der Verbraucherzentrale NRW. Bitte beachten Sie den Copyrighthinweis in der Bildbeschreibung.

Weitere Storys: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Weitere Storys: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.