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Eroglu: „Der digitale Euro ist eine Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat“

Eroglu: „Der digitale Euro ist eine Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat“
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FREIE WÄHLER fordern: Europa sollte beim digitalen Bezahlen von Brasilien lernen und das Bargeld schützen

Brüssel. Der geplante digitale Euro ist für den Europaabgeordneten und Landesvorsitzenden der FREIE WÄHLER Hessen, Engin Eroglu, kein notwendiger Fortschritt, sondern ein unnötiges europäisches Großprojekt.

„Wir können heute schon digital bezahlen. Schnell, sicher und rund um die Uhr. Warum soll die Europäische Union deshalb eine neue staatliche Digitalwährung schaffen? Der digitale Euro ist für mich eine Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat.“

Eroglu verweist auf Brasilien. Dort zeigt das Zahlungssystem Pix, dass moderner digitaler Zahlungsverkehr auch ohne eine staatliche Digitalwährung für den täglichen Zahlungsverkehr funktionieren kann.

„Brasilien hat mit Pix vorgemacht, wie es gehen kann: eine einfache, schnelle und günstige Zahlungsinfrastruktur, die den Menschen das Bezahlen erleichtert. Europa hätte sich daran orientieren können, statt eine neue staatliche Digitalwährung zu konstruieren.“

Aus Sicht von Eroglu sollte Europa deshalb weniger neue Systeme schaffen und stärker auf Wettbewerb, Innovation und offene Zahlungsinfrastrukturen setzen.

„Man muss Bargeld nicht verbieten, um es abzuschaffen“

Besonders kritisch sieht Eroglu die Auswirkungen des digitalen Wandels auf das Bargeld.

„Man muss Bargeld nicht verbieten, um es abzuschaffen. Es reicht, wenn Bargeld im Alltag immer weniger akzeptiert wird und digitale Zahlungen zur faktischen Pflicht werden.“

Bargeld sei mehr als eine nostalgische Zahlungsform. Es bedeute Unabhängigkeit von Strom, Internet, Banken, Apps und digitalen Infrastrukturen und ermögliche Zahlungen ohne vergleichbare digitale Datenspur.

Wenn der digitale Euro kommt, muss deshalb glasklar sein: Er ist eine zusätzliche Möglichkeit und darf niemals zur Voraussetzung für die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben werden.

„Was technisch möglich ist, wird irgendwann politisch interessant“

Eroglu warnt zugleich vor einer Entwicklung, bei der staatliches digitales Geld langfristig stärker steuerbar werden könnte.

„Heute sprechen wir über Komfort. Morgen könnte jemand auf die Idee kommen, digitale Zahlungen stärker zu kontrollieren oder einzuschränken. Was technisch möglich ist, wird irgendwann auch politisch interessant.“

Deshalb müsse Europa bereits bei der Einführung klare Grenzen setzen.

„Wir brauchen keine digitale Währung, bei der der Staat irgendwann genauer wissen kann, wann, wo und wofür Menschen ihr Geld ausgeben. Finanzielle Freiheit gehört zur persönlichen Freiheit.“

„Europa sollte nicht alles regulieren und digitalisieren wollen“

Die FREIE WÄHLER fordern deshalb einen pragmatischen Ansatz: digitale Zahlungsmöglichkeiten ausbauen, Wettbewerb zwischen privaten Anbietern ermöglichen, funktionierende europäische Zahlungsinfrastrukturen stärken und gleichzeitig das Bargeld dauerhaft sichern.

Eroglu:

„Europa muss nicht jede Technologie selbst erfinden und schon gar nicht jede Technologie staatlich organisieren. Manchmal ist die beste europäische Politik, gute Lösungen anderer Länder zu übernehmen.“

Sein Fazit:

„Digitalisierung ja. Moderne Zahlungsmöglichkeiten ja. Bargeld ja. Aber eine überflüssige staatliche Digitalwährung brauchen wir nicht.“

Eike Jan Brandau
Beauftragter für Presse und Öffentlichkeitsarbeit

FREIE WÄHLER - Bundesvereinigung
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