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ZIA zur EU-Bankenregulierung: Bezahlbares Wohnen, Gewerbe und Klimatransformation erfordern passgenaue Finanzierungsregeln

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ZIA zur EU-Bankenregulierung: Bezahlbares Wohnen, Gewerbe und Klimatransformation erfordern passgenaue Finanzierungsregeln

Berlin, 17. Juli 2026 – Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) begrüßt die vorliegende Mitteilung der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors. Das Dokument adressiert zentrale Themenbereiche, um die europäische Finanzwirtschaft im globalen Vergleich zu stärken. Besonders positiv wertet der ZIA, dass die Europäische Kommission konkrete Legislativvorschläge für das erste Quartal 2027 ankündigt und einen fundamentalen Kulturwandel im Aufsichtsrecht einfordert.

„Die Mitteilung markiert die überfällige Abkehr von einer einseitigen Null-Risiko-Kultur, ohne dabei die Finanzstabilität aus dem Blick zu verlieren“, betont ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. „Für die Immobilienwirtschaft ist das ein enorm wichtiges Signal. Neue Eigenkapitalvorgaben dürfen nicht losgelöst von ihren Folgen für reale Investitionen betrachtet werden. Wir sehen hier einen strategischen Zielkonflikt: Während Initiativen wie die „European Housing Alliance“ dringend benötigte Investitionen in Wohnraum fördern, führen pauschale Kapitalaufschläge zu einer strukturellen Verteuerung der Projektfinanzierung. Daher begrüßt der ZIA ausdrücklich, dass die Kommission in ihrer Mitteilung nun verbindlich zugesichert hat, vor künftigen Maßnahmen detaillierte Folgenabschätzungen nach den Prinzipien der ‚besseren Rechtsetzung‘ (Better Regulation) durchzuführen.“

Freigewordenes Bankkapital muss regulatorisch flankiert zielgerichtet in den Neubau und die Bestandssanierung fließen.

Die Kernforderungen und Fokusbereiche des ZIA:

  • Output Floor entschärfen: Die schrittweise Anhebung des sogenannten Output Floors bindet bei den Banken bereits heute signifikant mehr Eigenkapital. Der ZIA begrüßt die Ankündigung der Europäischen Kommission, hier gezielte Vorschläge zu erarbeiten, um eine pauschale Verteuerung von Immobilienfinanzierungen zu verhindern.
  • Verbesserung bei Projektgesellschaften (Unrated Corporates): Die Europäische Kommission erkennt an, dass die strikte aufsichtsrechtliche Behandlung von Unternehmen ohne externes Rating („Unrated Corporates“) eine strukturelle Herausforderung darstellt. Der ZIA begrüßt nachdrücklich die Ankündigung der EU-Kommission, eine Abschaffung der externen Rating-Pflicht für diese Unternehmen zu prüfen. Ohne ein teures externes Bonitätsrating werden diese Unternehmen im regulatorischen Standardansatz pauschal mit einem hohen Risikogewicht versehen und dadurch systematisch benachteiligt. Da Projektentwicklungen im Gewerbe- und Wohnungsbau nahezu ausschließlich über Projektgesellschaften (SPVs) ohne externes Rating laufen, warnt der ZIA vor einem massiven Preisschock. Weil Banken das Auslaufen der aktuellen Übergangsregelungen bei langfristigen Krediten schon heute einpreisen müssen, drohen Finanzierungen systematisch unrentabel zu werden. Passgenaue, dauerhafte Ausnahmen sind hier essenziell.
  • Finanzierung der ESG-Transformation: Die Mitteilung kündigt an, die regulatorische Behandlung von Spezial- und Projektfinanzierungen für die Energiewende zu evaluieren. Der ZIA sieht hierin einen zentralen Hebel, um Banken regulatorisch zu entlasten und so die enormen Kapitalbedarfe für die energetische Sanierung des Gebäudebestands effizienter zu decken.
  • Alternative Finanzierer & Investmentfonds stärken: Die Europäische Kommission hebt die Rolle von Wertpapierfirmen (Investment Firms) für die Tiefe des Kapitalmarktes hervor und plant gezielte Anpassungen an deren Aufsichtsrahmen. Für die Immobilienwirtschaft ist ein starker Kapitalmarkt mit leistungsfähigen Immobilienfonds und Kapitalverwaltungsgesellschaften neben der klassischen Bankfinanzierung überlebenswichtig.
  • Abbau von Überregulierung: Die Überprüfung von sich überschneidenden makroprudenziellen Kapitalpuffern und die Reduzierung von Liquiditätsbeschränkungen bei grenzüberschreitenden Banken – was laut Europäischer Kommission bis zu 230 Milliarden Euro an liquiden Mitteln freisetzen könnte – wird vom ZIA nachdrücklich unterstützt.
  • Anerkennung regionaler Banken: Die EU-Kommission hebt die Bedeutung lokaler Banken für den Mittelstand hervor. Verhältnismäßige Aufsichtsregeln für diese Institute sichern mittelständischen Immobilienunternehmen dringend benötigte lokale Finanzierungspartnerschaften.

Schöberl mahnt jedoch eine zügige und fokussierte Umsetzung an: „Dass die Europäische Kommission die Auswirkungen der Regulierung auf die Immobilienfinanzierung systematisch überprüfen möchte, ist richtig. Die stufenweise Anhebung des Output Floors sowie die strengen Vorgaben für ADC-Finanzierungen (Acquisition, Development and Construction) binden signifikant mehr Eigenkapital bei den Banken. Diese regulatorisch bedingte Kostensteigerung erschwert die Realisierung von dringend benötigten Neubauvorhaben spürbar. Wir unterstützen daher ausdrücklich die Klarstellung, dass Banken-Berichtspflichten nicht zu doppelten ESG-Datenabfragen bei Immobilienunternehmen führen dürfen.“

Kritisch bewertet der ZIA, dass der angekündigte Reformprozess teilweise mit institutionellen Debatten – wie einer weiteren Vertiefung der Bankenunion – verknüpft werden könnte. „Notwendige Anpassungen des Bankenaufsichtsrechts müssen unabhängig von langwierigen institutionellen Reformdebatten zügig umgesetzt werden“, so Schöberl.

Der ZIA wird den nun anlaufenden Konsultationsprozess in Brüssel intensiv begleiten. „Europa steht vor enormen Investitionsaufgaben – vom Wohnungsneubau bis zur klimaneutralen Transformation des Gebäudebestands. Der ZIA wird seine gesamte Expertise einbringen, um bei der Ausgestaltung eines investitionsfreundlichen, wettbewerbsfähigen und risikogerechten Aufsichtsrahmens zu unterstützen“, betont Schöberl.

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Der ZIA
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der ZIA gibt der Immobilienwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt eine umfassende und einheitliche Interessenvertretung, die ihrer Bedeutung für die Volkswirtschaft entspricht. Als Unternehmer- und Verbändeverband verleiht er der gesamten Immobilienwirtschaft eine Stimme auf nationaler und europäischer Ebene mit Präsenz in Brüssel – sowie im Bundesverband der deutschen Industrie (BDI). Präsidentin des Verbandes ist Iris Schöberl.
Kontakt:
ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Sandra Kühberger
Leipziger Platz 9
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20 21 585 – 17
E-Mail:  sandra.kuehberger@zia-deutschland.de 
Internet:  www.zia-deutschland.de
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