Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Schöner Schein mit Nebenwirkungen - Worauf Verbraucher beim Kauf von Modeschmuck achten sollten
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Dortmund (ots)
Ketten, Armbänder oder Ohrringe aus Modeschmuck sind beliebt: Sie sind meist günstig, sehen schick aus und werden überall angeboten - im Laden genauso wie im Internet. Doch immer wieder entdecken Behörden in solchen Schmuckstücken problematische Stoffe, etwa Schwermetalle oder bestimmte Weichmacher. Wie groß das Problem tatsächlich ist und worauf man beim Kauf achten sollte, weiß Jessica Martin.
Sprecherin: Laut dem europäischen Warnsystem Safetygate, tauchen in der EU immer wieder belastete Schmuckstücke auf. Über 100 Fälle waren es jeweils in den vergangenen Jahren, so Dr. Tobias Bleyer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Bei den Schadstoffen handelt es sich vor allem um Schwermetalle wie Cadmium oder Nickel...
O-Ton 1 (Dr. Tobias Bleyer, 19 Sek.): "Außerdem werden manchmal in Kunststoffteilen, z.B. Perlen oder Anhängern, Weichmacher gefunden. Diese Stoffe werden bei der Herstellung verwendet, weil sie Materialien leichter formbar machen oder bestimmte Eigenschaften verbessern. In der Europäischen Union gelten allerdings ganz klare Grenzwerte und diese werden bei manchen Produkten eben deutlich überschritten."
Sprecherin: ...mit teilweise schwerwiegenden Folgen: Nickel kann beispielsweise starke Kontaktallergien auslösen, Cadmium Nieren und Knochen schädigen. Außerdem gilt es als krebserregend.
O-Ton 2 (Dr. Tobias Bleyer, 12 Sek.): "Auch bestimmte Weichmacher stehen im Verdacht, hormonähnliche Wirkungen im Körper zu haben und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. Besonders problematisch ist das natürlich bei Schmuck, der direkt auf der Haut getragen wird."
Sprecherin: Meistens stammen solche bedenklichen Produkte aus China. Oft können Behörden das Herkunftsland aber wegen schlechter Kennzeichnung nicht eindeutig feststellen.
O-Ton 3 (Dr. Tobias Bleyer, 26 Sek.): "In der Europäischen Union muss auf vielen Produkten ein sogenannter Produktverantwortlicher angegeben sein, also ein Hersteller, Bevollmächtigter oder ein Importeur mit Sitz in der EU. Diese Angabe hilft nicht nur Behörden, wenn sie gegen gefährliche Produkte vorgehen müssen. Auch Verbraucher haben damit einen Ansprechpartner, zum Beispiel im Schadensfall und fehlen solche Angaben, ist das häufig ein Hinweis darauf, dass ein Produkt nicht besonders vertrauenswürdig ist."
Sprecherin: Aufpassen sollte man auch bei einem sehr niedrigen Preis, vor allem bei großen Mengen oder auffälligen Designs und beim Onlinekauf aus Nicht-EU-Ländern.
O-Ton 4 (Dr. Tobias Bleyer, 17 Sek.): "In solchen Fällen greifen die europäischen Vorschriften und Kontrollen nicht immer in gleicher Weise wie bei Produkten, die eben über etablierte Händler in der EU verkauft werden. Deswegen ist es generell sinnvoll, Schmuck bei seriösen Händlern zu kaufen und insbesondere bei Kindern sehr zurückhaltend mit billigem Modeschmuck umzugehen."
Schadstoffe wie Nickel, Cadmium oder bestimmte Weichmacher tauchen also immer wieder in Modeschmuck auf - besonders bei sehr günstigen Produkten. Ein Blick auf Herkunft, Kennzeichnung und Händler kann helfen, riskante Stücke zu vermeiden. Wenn Sie sich informieren wollen, geht das im Netz auf rueckrufe.de.
Pressekontakt:
Lea Deimel
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0231 9071-2562
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