Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"

Wildtiere im Zirkus: Bundesratsinitiative auf wackligen Beinen

Elefanten des Zirkus Charles Knie im Freigehege / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/103332 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"/Dirk Candidus"
Elefanten des Zirkus Charles Knie im Freigehege / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/103332 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"/Dirk Candidus"

Kirchheimbolanden (ots) - Am 18.03. hat der Bundesrat eine Entschließung auf den Weg gebracht, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Haltung bestimmter Wildtierarten im Zirkus zu verbieten. Die bisherige Diskussion hat gezeigt, dass der Beschluss nicht besser fundiert ist als die beiden Bundesratsinitiativen aus den Jahren 2011 und 2003, die ebenfalls ein Wildtierverbot für Zirkusse zum Ziel hatten und wegen nicht ausreichender Begründung von der Bundesregierung bzw. vom Bundestag zurückgewiesen wurden. Nach der Überzeugung des Aktionsbündnisses "Tiere gehören zum Circus" ist der Bundesratsbeschluss u.a. aufgrund der folgenden Argumente abzulehnen:

In der Begründung des Bundesratsbeschlusses heißt es, die Tiere im Zirkus würden einen Großteil ihres Lebens in kleinen Transportgefährten verbringen. Dadurch wird verschleiert, dass Zirkustiere heute in großen Freigehegen leben und der Aufenthalt im Transporter nur ein Ausnahmezustand ist. Diese Gehege werden durch Maßnahmen des "Behavioral enrichment" strukturiert, z.B. mit Sandbädern, Kratzbäumen oder frischem Laubschnitt.

Des weiteren widerspricht das Aktionsbündnis der Behauptung, dass Zirkustiere durch die Transporte gestresst würden. Der Verhaltensforscher Dr. Immanuel Birmelin hat nachgewiesen, dass Löwen und Elefanten bei den Transporten kein erhöhtes Level des Stresshormons Cortisol aufweisen. Der Grund dafür ist leicht nachvollziehbar: Die Tiere sind von klein auf an die Transporte gewöhnt. Zudem werden viele Tiere in der vertrauten Umgebung ihrer Schlafbehausungen transportiert.

Der Text des Bundesrats erweckt den Eindruck, dass fast alle Wildtiere im Zirkus durch die Haltungsbedingungen körperlich geschädigt und verhaltensgestört seien. Dies widerspricht der Erfahrung unzähliger Zirkusfreunde, die bei ihren Besuchen fast ausschließlich gesunde, bestens gepflegte, wohl genährte und sich normal verhaltende Tiere antreffen. Der Eindruck der Zirkusbesucher wird durch die Tatsache bestätigt, dass Zirkustiere in der Regel sehr alt werden. Asiatische Elefanten z.B. erreichen im Zirkus ein Alter von 40,7 Jahren, während ihre Lebenserwartung in der Wildnis bei nur 31 bis 35 Jahren liegt (Durchschnittswerte). Das hohe durchschnittliche Sterbealter der Zirkustiere legt nahe, dass die Tiere mit den Lebensbedingungen im Zirkus gut zurechtkommen. Zum Thema "Verhalten" schreibt der Zoologe Dr. Thomas Althaus, dass Zirkustiere zahlreiche Anzeichen des Wohlbefindens zeigen. So kann man häufig beobachten, dass die Tiere in entspannten Stellungen ruhen oder dösen, ausgedehnt und selbstvergessen Körperpflege betreiben, Imponier- und Markierverhalten zeigen usw.

Fragwürdig ist auch die Aussage, dass die Tiere Verhaltensweisen, die in Menschenobhut nicht stattfinden, z.B. das Jagen, durch die Dressur nicht kompensieren könnten. So hat z.B. Zoologie-Professor Theodore Friend bei seinen Untersuchungen herausgefunden, dass Elefanten und Raubkatzen das Training in der Manege als Anregung und Abwechslung und somit als etwas Positives empfinden. "Wenn man Funktionen ersetzt, braucht das Wildtier nicht all das, was es in der freien Wildbahn macht", äußerte kürzlich der Tierarzt Dr. Jörg Pfeiffer von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT).

Bei der Behauptung, dass eine artgerechte Unterbringung von Wildtieren im Zirkus nicht möglich sei, drängen sich folgende Überlegungen auf: Tiere sind auf die Verhaltensweisen, die sie von sich aus in der freien Natur zeigen, nicht festgelegt. Angeborenes Verhalten ist nämlich immer untrennbar mit erlerntem Verhalten verbunden. Deshalb ist das Verhalten der Tiere flexibel und somit individuell verschieden. Ein Elefant, der nur die afrikanische Savanne kennt, zeigt nicht die gleichen Verhaltensweisen und Bedürfnisse wie ein Elefant, der von klein auf im Zirkus gelebt hat. Die Verhaltensforscherin Dr. Marthe Kiley-Worthington bemerkt hierzu, dass für das Befinden der Tiere vor allem deren Vorerfahrung und nicht so sehr der Unterschied Haustier/Wildtier entscheidend ist. Deshalb muss sich Tierschutz immer am Wohl des Tierindividuums - und nicht an den vermeintlich einheitlichen Bedürfnissen der Vertreter einer Art - orientieren.

Die hier aufgeführten Argumente, die sich durch viele weitere Überlegungen ergänzen ließen, machen deutlich, dass der Bundesratsbeschluss auf äußerst wackligen Beinen steht. Das Aktionsbündnis bittet deshalb die Entscheidungsträger im Berliner Ministerium, die Bundesratsinitiative - genauso wie die Vorgängerbeschlüsse - nicht umzusetzen.

Der Text wurde von Dirk Candidus geschrieben.

Pressekontakt:

Dirk Candidus,
Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"
Telefon: 0176/84627788
Weblinks: http://www.tiere-gehoeren-zum-circus.de
http://www.facebook.com/AktionsbuendnisCircustiere
http://www.circusfreunde.org
Videoblog des Aktionsbündnisses:
https://www.youtube.com/channel/UC1iV6yEcPHVzi5SJt7CzFkg?app=desktop
Email: presse@tiere-gehoeren-zum-circus.de

Original-Content von: Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus", übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"

Das könnte Sie auch interessieren: