Polizeidirektion Göttingen

POL-GOE: Verkehrsunfallstatistik 2013 - Kruse: Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer auf historischem Tiefststand

Göttingen (ots) - (jt) - Eine erfreuliche Bilanz zur Verkehrsunfallentwicklung 2013 zog heute der Präsident der Polizeidirektion (PD) Göttingen Robert Kruse. "Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit zurück. Trotz einer leichten Zunahme der Verkehrsunfälle im Bereich der PD Göttingen konnte die Zahl der Verkehrstoten auf einen neuen historischen Tiefststand reduziert werden." 2013 gab es 51 Verkehrstote, 15 weniger als im Jahr zuvor. "Wir werden uns nicht ausruhen, sondern unser Ziel im Auge behalten, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten weiter zu senken", so Kruse. "Dazu halten wir 2014 an unserer Strategie fest, gezielt Verkehrskontrollen durchzuführen, bei denen wir ins Gespräch mit den Menschen kommen. Nur so versprechen wir uns eine nachhaltige positive Beeinflussung der Verkehrsteilnehmer."

Gesamtunfallzahlen steigen leicht - signifikanter Rückgang von Verkehrstoten

Die PD Göttingen wurde in ihrem Zuständigkeitsgebiet im Jahr 2013 zu insgesamt 31.348 Verkehrsunfällen gerufen. Das sind 744 bzw. 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt gestiegen ist, sei es laut Kruse erfreulich, dass sich die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen schwer verletzt oder getötet wurden, von 937 im Jahr 2012 auf 837 im Jahr 2013 verringert hat. Dies ist ein Rückgang von 10,67 Prozent. "Dieser Umstand belegt, dass wir mit unserer Verkehrssicherheitsarbeit auf dem richtigen Weg sind und auch 2014 auf diesem bleiben." Im Jahr 2013 waren im Bereich der PD Göttingen insgesamt 51 (Vorjahr 66) Unfalltote zu beklagen, was einem Rückgang von 22,7 Prozent entspricht. Die Anzahl der schwer verletzten Menschen konnte gegenüber 2012 von 1.015 auf 914 verringert werden, was einem Rückgang von 10 Prozent entspricht.

Weniger Verkehrstote außerhalb geschlossener Ortschaften

Die Zahl der Verkehrstoten auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften ist 2013 von 47 auf 35 gesunken, was einem deutlichen Rückgang von 25,5 Prozent entspricht. Nahezu gleich geblieben ist die Anzahl schwer verletzter Personen. Hier sank die Zahl von 490 im Jahr 2012 auf 486 im Folgejahr. Damit sind 68 Prozent aller getöteten und etwas mehr als die Hälfte aller schwer verletzten Personen außerhalb geschlossener Ortschaften zu Schaden gekommen. "Daher werden wir auch das außerörtliche Straßennetz weiterhin als Schwerpunkt unserer Verkehrssicherheitsarbeit ansehen und u.a. verstärkt Geschwindigkeitskontrollen an Gefahrenstellen durchführen ", so Kruse.

Keine getöteten Kinder

"Erfreulicherweise wurden 2013 - wie auch im Vorjahr - keine Kinder (bis einschließlich 14 Jahre) bei einem Verkehrsunfall getötet", so Kruse. Die Zahl der im Straßenverkehr schwer verletzten Kinder sank von 55 im Jahr 2012 auf 44 im Jahr 2013. "Um diese Gruppe der jüngsten Verkehrsteilnehmer noch besser zu schützen, setzen wir - gemeinsam mit der Verkehrswacht und den örtlichen Netzwerkpartnern - auch in diesem Jahr auf die bewährte Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen", so Kruse.

Junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger

Im Jahr 2013 verloren, wie auch im Vorjahreszeitraum, zehn junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 ihr Leben im Straßenverkehr. 175 junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger wurden zudem schwer verletzt. Im Vorjahr waren in dieser Altersgruppe 210 Schwerverletzte zu beklagen, so dass hier ein Rückgang von 16,7 Prozent festzustellen ist. "Da etwa 20 Prozent der bei Verkehrsunfällen getöteten oder schwer verletzten Personen aus dieser Risikogruppe stammen, werden wir uns den jungen Menschen weiterhin widmen. Wir können es nicht hinnehmen, dass im Durchschnitt fast in jedem Monat des Jahres eine Fahranfängerin oder ein Fahranfänger stirbt bzw. in jedem Monat etwa 15 schwer verletzt werden", so Polizeipräsident Kruse. "Da die Unfälle in erster Linie auf nicht angepasste Geschwindigkeit, geringe Fahrpraxis und zum Teil hohe Risikobereitschaft zurückzuführen sind, werden wir im Rahmen von speziell entwickelten Präventionsveranstaltungen insbesondere Schulen aufsuchen und dort versuchen, die jungen Menschen aufzuklären und positiv zu beeinflussen", machte Kruse deutlich.

Mehr Unfälle und Verkehrstote auf den Bundesautobahnen

Auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der PD Göttingen, der A 7 und der A 38 mit dem Heidkopftunnel, stieg die Anzahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr um 6,61 Prozent an. Bei der Gesamtzahl von 1.775 Verkehrsunfällen (2012: 1.665) verunfallten 6 Menschen tödlich (2012: 4) sowie 59 Menschen schwer (2012: 62).

Gegensätzliche Entwicklung bei Verkehrsunfällen unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss

Die Zahl der Verkehrsunfälle, die unter Alkoholeinfluss verursacht wurden, ging im Jahr 2013 mit 456 um 10,94 Prozent gegenüber 2012 (512) zurück. Auf der anderen Seite stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss von 48 im Jahr 2012 auf 56 im vergangenen Jahr. Dies macht einen Anstieg von 16,67 Prozent aus. Dazu Kruse: "In beiden Bereichen muss die Anzahl der Verkehrsunfälle reduziert werden. Daher werden Alkohol- und Drogenkontrollen im Straßenverkehr auch in Zukunft einen großen Teil unserer Arbeit ausmachen. Den eingeschlagenen Weg, mit Verkehrskontrollen auf der einen und präventiven Aktionen (wie zum Beispiel die Aktion Schutzengel) auf der anderen Seite, werden wir konsequent weitergehen".

Generation 65+

17 Menschen über 65 Jahre kamen im Jahr 2013 ums Leben (2012: 18). Demgegenüber wurden im vergangenen Jahr 182 Senioren bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt (2012: 169), was einer Zunahme um 7,7 Prozent entspricht. "Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden wir diese Altersgruppe künftig stärker in den Fokus nehmen und sie in Präventionsveranstaltungen für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren. Nur so kann es uns gelingen, einen Beitrag zur sicheren Mobilität dieser Generation zu leisten", so der Präsident der PD Göttingen.

Baumunfälle gehen zurück

Im Jahr 2013 verunfallten auf dem außerörtlichen Straßennetz 534 Verkehrsteilnehmer bei einem sogenannten Baumunfall. Das entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012, in dem noch 573 Baumunfälle zu beklagen waren. Infolge des Aufpralls gegen einen Baum kamen 2013 14 Menschen (2012: 24) ums Leben. Die Anzahl der Verkehrstoten in diesem Bereich ging somit um 41,7 Prozent zurück. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der schwer verletzten Verkehrsteilnehmer nach einem Baumunfall, die um 14,5 Prozent reduziert werden konnte. Im Jahr 2012 waren es 145 Schwerverletzte, im Jahr 2013 124.

Verkehrsunfallfluchten steigen

Einen hohen Anteil am Gesamtunfallaufkommen machen weiterhin die "Verkehrsunfallfluchten" aus. Nahezu bei jedem fünften von der Polizei aufgenommenen Unfall hat ein Beteiligter die Unfallstelle unerlaubt verlassen und zumindest versucht, andere Verkehrsteilnehmer auf einem vom Flüchtigen verursachten Schaden sitzen zu lassen. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ist von 6.164 (2012) auf 6.247 (2013) gestiegen, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent entspricht. "Etwa jeder zweite Fahrer, der sich der Unfallaufnahme durch Flucht entzieht, wird von uns ermittelt. Die Aufklärungsquote bei den Verkehrsunfallfluchten konnte erfreulicherweise auf einem hohen Niveau gehalten werden", so Kruse. Insgesamt konnten im Jahr 2013 2.799 Unfallfluchten aufgeklärt werden was einer Gesamtaufklärungsrate von 44,8 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2012 mit 45,1 Prozent ist die Quote somit geringfügig um 0,3 Prozent gesunken. Bei der Zahl der Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden ist im Jahr 2013 ein Rückgang um 10,4 Prozent von 356 auf 319 zu verzeichnen. Die Aufklärungsrate beträgt gegenüber dem Jahr 2012 mit 60,4 Prozent nunmehr 59,6 Prozent. "In diesem Deliktsfeld werden wir auch in 2014 weiter konzentriert arbeiten. Die Täter verlieren ihren Führerschein und müssen den verursachten Schaden ersetzen. Das muss jedem klar sein, der nach einem Unfall wegfährt, ohne sich um den verursachten Schaden zu kümmern", machte Kruse abschließend deutlich.

Maßnahmen für 2014

Auch 2014 hat die PD Göttingen konkrete Maßnahmen geplant, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen. Beispielhaft sind folgende Aktionen zu nennen:

   - Beibehaltung des hohen Niveaus an Geschwindigkeitskontrollen, 
     auch im Rahmen der bekannten Blitzmarathons oder anderer 
     länderübergreifender Kontrollen (zum Beispiel aktuell am 27. 
     März 2014 - Geschwindigkeitskontrollen mit dem Polizeipräsidium 
     Nordhessen),
   - Fortführung und Optimierung der Verkehrssicherheitswochen in den
     Polizeiinspektionen. Diese Aktionen verdanken ihren Erfolg der 
     Kombination aus Prävention und Repression (zunächst aufklärende 
     Vorträge, anschließend gezielte Verkehrskontrollen),
   - Fortführung des Fahrschulprojektes. Hierbei werden in den 
     Fahrschulen u.a. Filme vorgeführt, die von der Polizei nach 
     schweren Verkehrsunfällen aufgenommen wurden,
   - Intensivierung von Alkohol- und Drogenkontrollen im 
     Straßenverkehr. 

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