Bundeskriminalamt

BKA: "Deutscher Viktimisierungssurvey 2012" - BKA und MPI Freiburg veröffentlichen Studie zur Sicherheitslage in Deutschland

Wiesbaden (ots) - Wie häufig werden Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Opfer von Diebstahl, Raub, Körperverletzung und anderen Delikten? Wie sicher fühlen sie sich in ihrer Umgebung und wie zufrieden sind sie mit der Arbeit der deutschen Polizei?

Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich der "Deutsche Viktimisierungssurvey 2012" - eine gemeinsam vom Bundeskriminalamt (BKA) und dem Max-Planck-Institut (MPI) für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg durchgeführte Studie.

Grundlage dieses Projektes bildet die bislang größte in Deutschland durchgeführte Opferbefragung. Rund 35.000 Personen gaben Auskunft zu ihren Erfahrungen als Opfer von Kriminalität, zu ihrem Sicherheitsempfinden und ihren kriminalitätsbezogenen Einstellungen.

Der "Deutsche Viktimisierungssurvey" soll die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) - die nur die polizeilich registrierte Kriminalität (Hellfeld) abbildet - als Grundlage für eine Bewertung der Kriminalitätslage in Deutschland ergänzen. Hierfür befasst sich die Studie auch mit Themen, die in der PKS nicht enthalten sind - etwa der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Polizei oder dem Vertrauen und der Hilfsbereitschaft innerhalb eines Wohngebietes.

Der nun vorliegende Bericht stellt die zentralen Befunde der Studie vor und bietet einen umfassenden Blick auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Deutschland sowie Ansatzpunkte für künftige Präventionsarbeit.

Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

   - Abhängig vom jeweiligen Delikt halten es 3 bis 5 Prozent der 
     Befragten für wahrscheinlich, in naher Zukunft Opfer 
     beispielsweise einer Körperverletzung, eines Einbruchs oder 
     Raubes zu werden. Allerdings variiert das Sicherheitsgefühl nach
     Personengruppe und Wohnlage. 
   - Frauen und ältere Menschen fürchten sich stärker vor 
     Kriminalität als andere Personengruppen. Zudem haben 
     Opfererfahrungen einen starken Einfluss auf die Risikobewertung.
     Einbruchsopfer etwa bewerten das Risiko eines nochmaligen 
     Einbruchs in ihrer Wohnung sieben Mal höher als Personen, die 
     bisher nicht von einem Einbruch betroffen waren. Zugleich erhöht
     das Einbruchserlebnis wie kein anderes Delikt die Furcht, auch 
     Opfer anderer Straftaten wie Körperverletzung, Raub und 
     sexueller Belästigung zu werden. 
   - Bewohner von Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern sind am 
     stärksten von allgemeiner Kriminalitätsfurcht betroffen. Die 
     Furcht vor Raubüberfällen und Wohnungseinbrüchen steigt mit 
     zunehmender Größe des Wohnortes an. 
   - Der Anteil der Opfererlebnisse, die bei der Polizei zur Anzeige 
     gebracht werden, variiert je nach Delikt mitunter erheblich: 
     Beim Kraftwagendiebstahl sind es rund 99 Prozent der Fälle, beim
     Wohnungseinbruch etwa 88 Prozent der vollendeten und 58 Prozent 
     der versuchten Taten, beim Waren- und Dienstleistungsbetrug 
     hingegen nur rund 9 Prozent. 
   - Bei den Opfererlebnissen stehen insbesondere Betrugsdelikte wie 
     der Waren- und Dienstleistungsbetrug im Vordergrund, aber auch 
     Körperverletzungsdelikte. 
   - 87 Prozent der Befragten haben ein hohes Vertrauen in die 
     Polizei und deren Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung. 

Die gesamte Studie "Der Deutsche Viktimisierungssurvey 2012 einschließlich aller Ergebnisse steht unter www.bka.de sowie unter www.mpicc.de zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.

Kontakt: Für weiterführende Informationen zu den Themen "Opfererlebnisse" und "Einstellungen zur Polizei" können Sie sich an das Bundeskriminalamt, Pressestelle (Pressestelle@bka.bund.de, Tel. 0611-55-13083), wenden.

Für Informationen zu den Themen "Sicherheitsgefühl" und "Kriminalitätsfurcht" wenden Sie sich bitte an das Max-Planck-Institut in Freiburg (presse@mpicc.de), Frau Dr. Dina Hummelsheim (Tel. 0761-7081-344), oder Frau Andrea Keller (0761-7081-273).

Rückfragen bitte an:

Bundeskriminalamt
Pressestelle

Telefon: 0611-551 3083
Fax: 0611-551 2323
www.bka.de

Original-Content von: Bundeskriminalamt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bundeskriminalamt

Das könnte Sie auch interessieren: