Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1525) Kripo Nürnberg warnt vor Trickdieben im Stadtgebiet

    Nürnberg (ots) - Das Auftreten von Trickdieben im Großraum Nürnberg in den letzten Tagen ist für die Kripo Nürnberg erneut Anlass, auf die hinterhältigen Methoden dieser Gauner hinzuweisen. Aktuell beschäftigen sich die Beamten mit zwei Fällen, die sich im Stadtgebiet ereignet haben.

    Zunächst erlangten die Kriminalbeamten am 27.08.2008 von einem Trickdiebstahl Kenntnis, bei dem sich 3 unbekannte Männer als versierte Dacharbeiter ausgaben und einen 84-jährigen Nürnberger um mehrere Tausend Euro "erleichterten".

    2 Täter des Trios sprachen morgens an der Wohnungstür des Rentners in der Kettelersiedlung vor und gelangten unter einem Vorwand in die Wohnung. Dabei überprüften sie auch den Dachstuhl und stellten angeblich erhebliche Mängel fest, die sofort behoben werden müssten. Sie verlangten einen Vorschuss für Materialbeschaffung und vereinbarten für den nächsten Tag eine erneute Besichtigung durch ihren "Chef".

    Der kam auch tatsächlich und bestätigte die Angaben seiner "Mitarbeiter", allerdings mit der Maßgabe, dass der bereits bezahlte Betrag bei weitem nicht ausreiche. Gemeinsam fuhr man zur Bank des Rentners. Dort hob der Mann nochmals mehrere Tausend Euro ab und händigte sie dem Wortführer des Trios aus. Kurz vor seinem Anwesen wurde der Geschädigte dann aus dem Auto gelassen, die "Handwerker" fuhren angeblich zur Materialbeschaffung gleich zum nächsten Baumarkt. Gesehen hat sie der Rentner nicht mehr.

    Beschreibung der Männer: "Chef": ca. 40 Jahre alt, blonde kurze Haare, trug eine 7/8-Hose und Sportschuhe, sprach akzentfrei deutsch

    Mitarbeiter 1: ca. 35 - 38 Jahre alt, ca. 180 cm groß, schlank, blonde, kurze Haare, trug gelbes T-Shirt, sprach deutsch

    Mitarbeiter 2: ca. 38 Jahre alt, ca. 180 cm groß, schlank, schwarze, kurze Haare, Schnurrbart, südländisches Aussehen.

    Die Männer waren mit einem blauen Kleintransporter unterwegs, dessen Kennzeichen die Buchstaben "KA" beinhaltete.

    Auch im Stadtgebiet Erlangen und in Nürnberg-Eibach sind Anfang Juli d. J. ähnlich gelagerte Fälle zur Anzeige gebracht worden. Möglicherweise handelte es sich dabei um die gleichen Täter.

    Mit dem sog. "Enkeltrick" wurde am 02.09.2008 eine 78-Jährige aus dem Stadtteil Maxfeld um mehrere Tausend Euro betrogen. Dabei fiel die Frau auf einen falschen Polizeibeamten herein.

    Die Rentnerin erhielt gegen 14:30 Uhr den Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Darin teilte er mit, dass ihr Enkel einen Verkehrsunfall gehabt habe und nun mehrere Jahre Haft drohen würden. Um dies abzuwenden, bestünde allerdings die Möglichkeit der Bezahlung eines größeren Geldbetrages. Das Geld würde bei Zustimmung durch die Frau innerhalb kürzester Zeit von einem Angehörigen des vermeintlichen Opfers abgeholt.

    Auf Grund des äußerst geschickt geführten Gespräches, bei dem der alten Dame auch die Anwesenheit des Enkels bei der Polizei vorgetäuscht wurde, gelang es einem weiteren unbekannten Mann nach ca. 1 Stunde, das Geld in der Wohnung der Frau in der Friedenstraße in Empfang zu nehmen.

    Bemerkenswert in diesem Fall war die Tatsache, dass das Gespräch ausschließlich in russischer Sprache geführt wurde. Die Geschädigte stammt aus der ehemaligen Sowjetunion, spricht aber dennoch sehr gut deutsch.

    Beschreibung des Geldabholers: ca. 38 Jahre alt, ca. 170 cm groß, schlank, bekleidet mit grauem, langärmeligen T-Shirt und Bluejeans, sprach russisch.

    In beiden Fällen nimmt der Kriminaldauerdienst Hinweise unter der Telefonnummer (0911) 2112 - 33 33 entgegen.

    Die geschilderten Vorfälle sind Anlass, Tipps zu geben, wie man sich vor solchen Gaunern schützen kann:

    § Lassen Sie auf keinen Fall fremde Personen in Ihre Wohnung!

    § Schließen Sie keine Verträge an der Haustür ab!

    § Ziehen Sie, wenn möglich, eine Person Ihres Vertrauens bei dem Gespräch mit den Unbekannten hinzu.

    § Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Bargeld von Ihrer Bank abzuheben! Ordentliche Handwerker arbeiten i.d.R. mit Rechnungsstellung.

    § Leisten Sie keine "Vorkasse" zur angeblichen Beschaffung von Material!

    § Lassen Sie vermeintlich festgestellte Mängel durch neutrale sachkundige Personen überprüfen!

    § Fragen Sie den Anrufer, wie in diesem Fall, nach seiner Dienststelle und rufen Sie zurück.

    § Suchen Sie sich dazu die Telefonnummer selbst heraus - diese kann auch über die Telefonvermittlung der Behörde erfragt werden

    § Nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen unverzüglich Rücksprache mit Familienangehörigen halten.

    § Keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben!

    § Fremden, die als "Vertrauensperson" angeblicher Verwandter kommen, niemals Bargeld aushändigen!

    § Bei unklärbarem Sachverhalt sofort die Polizei informieren und weiteres Vorgehen absprechen!

    § Erstatten Sie Anzeige, auch wenn Sie bereits auf den "Enkeltrick" hereingefallen sein sollten!

    Sollten Sie trotz aller Vorsicht dennoch Opfer von Betrügern oder Trickdieben geworden sein, verständigen Sie sofort Ihre Polizeidienststelle oder den Notruf 110.

    Bert Rauenbusch/n


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