Hochschule der Polizei/Landespolizeischule

HDP-RP: 2. Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck in Koblenz/ Bürgernähe und kooperative Sicherheitsarbeit als Seismograf für lokale Problemstellungen

Führten in die Veranstaltung ein, Psychologieoberrätin Antje Wels, Prof. Dr. Stefan Sell und Polizeirat Christian Hamm (von links nach rechts).

Büchenbeuren (ots) - In der aktuellen Sicherheitsdebatte werden neben parteipolitischen und ideologischen Nebenschauplätzen auch von Bundespolitikern die Schwachstellen unseres föderalen Systems herausgestellt. Gerade das Attentat am Berliner Breitscheidplatz vom 19. Dezember 2016 hat eine tiefgehende Debatte über die Defizite in der Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden ausgelöst. Damit einher geht die Forderung nach mehr Kompetenzen für den Bund. Doch ist eine Zentralisierung wirklich die Lösung?

Eine reflexartige Abschottung sowie einseitige Aufrüstung und Verschärfung der Sicherheitsgesetze führt im Ergebnis zur Entfremdung von Staat und Bürger. Damit laufen wir Gefahr, den wichtigsten Partner, nämlich die Menschen in unserem Land, aus dem Blick zu verlieren. Mit einer auf Bürgernähe und Kooperation ausgerichteten Sicherheitsarbeit soll daher ein Gegenimpuls zu einer unreflektierten Aufrüstung und Zentralisierung sowie einem Verharren im Ausnahmezustand gesetzt werden.

Diesem Grundsatz folgend, veranstaltete die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz in einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Koblenz am 27. November 2017 die nunmehr zweite Auflage der Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck in Koblenz. Die Gastgeber Friedel Durben, Direktor der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz, sowie Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, durften ca. 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Justiz, Hochschullandschaft, Polizei, Bundeswehr sowie der kommunalen Familie begrüßen.

Den Stellenwert und die Wertschätzung für die Veranstaltung zeigte der Schlüsselvortrag von Ministerpräsident a.D. Kurt Beck, der in seiner Funktion als Opferbeauftragter der Bundesregierung für die Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt auftrat. In seinem Vortrag schilderte Kurt Beck die Sichtweise der Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags emotional, sehr offen und ehrlich. Mit konkreten Ideen und Vorschlägen warb er dafür, die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger stärker in den Fokus zu rücken.

In einem anschließenden Impulsvortrag "Außendarstellung der Polizei in gefühlt unsicheren Zeiten" stellte Polizeihauptkommissar Andre Karsten den Auftritt der Frankfurter Polizei in den sozialen Medien dar und referierte über eine erfolgreiche Krisen- und Einsatzkommunikation im polizeilichen Alltag. In den darauffolgenden Fachforen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu aktuellen gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Themen wie beispielsweise den Ansätzen zur Früherkennung von Attentätern unter Einbindung einer wachsamen Gesellschaft austauschen.

Für die Tagungsverantwortlichen, Polizeirat Christian Hamm, Prof. Dr. Stefan Sell sowie Psychologieoberrätin Antje Wels, war es eine rundum gelungene Veranstaltung und ein wichtiger Impuls für die Sicherheitsarbeit in den kommenden Jahren. "Vertrauen in die Polizei ist kein Persilschein, sondern man muss es sich ständig neu erarbeiten", so Christian Hamm.

Alle Teilnehmer freuen sich auf die 3. Auflage der Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck im Jahr 2018.

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