BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Mogelpackung: Die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze in der GKV hat keine Reformwirkung

    Berlin/Bonn (ots) -
    
    BDU-Präsident Redley bemängelt fehlenden Mut und gesetzgeberischen
Gestaltungswillen im Gesundheitswesen - Steigende
Sozialversicherungsbeiträge belasten den Standort Deutschland
erheblich
    
    Mit großer Skepsis bewertet der Präsident des Bundesverbandes
Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, die von der
Bundesregierung geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze in
der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Spitzenvertretern des Verbandes der
privaten Krankenversicherung, des Hartmannbundes, der DKV Deutsche
Krankenversicherung AG und mit Prof. Dr. Manfred Dietel, ärztlicher
Direktor der Berliner Charité, kritisierte Redley heute in Berlin den
fehlenden Mut und gesetzgeberischen Gestaltungswillen der Politik.
"Hier wird uns eine weitere Mogelpackung bei den uns vollmundig
versprochenen Reformen im Gesundheitswesen präsentiert, indem riesige
Finanzlöcher kurzfristig gestopft und damit vermeintliche
Problemlösungen vorgegaukelt werden".
    
    Erneut stünden wieder die Symptome und nicht die Ursachen des
maroden deutschen Gesundheitssystems im Mittelpunkt des hektischen
Aktionismus. Auch die amtierende Rot-Grüne Koalition sei an ihrem
Wahlkampfversprechen "Bezahlbare Gesundheit" von 1998 zu messen.
Unter dem Strich stehe nun ein Rekordbeitrag in den Krankenkassen von
durchschnittlich 14 Prozent bei sich weiter verschlechternden
Leistungen für die Versicherten.
    
    Warnung vor überhöhten Lohnnebenkosten
    
    Der BDU-Präsident sieht in den hohen und weiter ausufernden
Lohnnebenkosten ein echtes Investitionshindernis sowohl für
inländische als auch ausländische Geldgeber. "Durch die
Unberechenbarkeit und mangelnde Entscheidungsfreude der Politik zu
wirklichen Reformen fehlen verlässliche Vorgaben für die zukünftige
Unternehmensentwicklung. Das schwächt den Standort Deutschland
nachhaltig", so Redley.
    
    Pläne, wie die jetzt anstehende Anhebung der
Versicherungspflichtgrenze, seien angesichts der demographischen
Entwicklung, des weiter steigenden Lebensalters sowie der zunehmenden
Kosten durch die High Tech-Medizin völlig ungeeignet, die
Gesamtproblematik im Gesundheitswesen zu lösen. Vielmehr müsse eine
neue Balance zwischen einer garantierten soliden medizinischen
Grundversorgung und einer erweiterten Eigenverantwortung der
Versicherten gefunden werden. Um Kosten im Gesundheitswesen
nachhaltig zu senken, bedürfe es eines fairen Wettbewerbs und einer
deutlich höheren Transparenz im Gesundheitswesen.
    
    Großes Potenzial für Effizienzsteigerung
    
    Große Potenziale zur Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen
würden zur Zeit noch brach liegen. So müssten beispielsweise
Organisationsstrukturen optimiert und betriebswirtschaftlich
gesteuert werden. Dazu gehöre medizinisches Kostenmanagement oder
betriebswirtschaftlich orientierte Vertriebssteuerung genauso wie die
Ausgründung oder Restrukturierung von Geschäftsbereichen. Durch eine
erhöhte Transparenz erhalte der Beitragszahler Einblick in die Kosten
seiner Behandlung. Die Entwicklung integrierter Versorgungssysteme
helfe, ineffiziente und kostenträchtige Behandlungen zu vermeiden.
Wer sinkende Krankenkassenbeiträge wolle, müsse weiterhin Wettbewerb
unter den einzelnen Leistungsanbietern im Gesundheitswesen zulassen.
"Die Erlaubnis für den Apotheken- und Internetversandhandel oder die
Liberalisierung des Vertragszwanges der Kassen sind hier erste
wichtige Schritte", befürwortet der Unternehmensberater Redley den
Mut für "mehr Markt". Das alles führe allerdings nicht an einer
stärkeren Beteiligung der Beitragszahler an den notwendigen Reformen
vorbei.
    
    Für erhöhte und selbstverantwortete Risiken, wie zum Beispiel
Rauchen oder Drachenfliegen, wären deutlich höhere
Selbstbeteiligungen an den Folgekosten vertretbar. Eigenverantwortung
und eine möglichst gesunde und damit kostensparende Lebensweise müsse
hingegen durch niedrigere Kassenbeiträge honoriert werden.
    
    Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur
Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert,
die sich auf über 540 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen
verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2001 einen Gesamtumsatz
von ca. 3,3 Milliarden Euro (2000: 3 Milliarden Euro).
    
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