DIE ZEIT

ZEIT: Unveröffentlichter "Periodischer Sicherheitsbericht" beweist: Jugendgewalt nicht so stark angestiegen wie die "Polizeiliche Kriminalstatistik" glauben macht

    Hamburg (ots) - Neue Erkenntnisse über die Kriminalitätslage in
Deutschland bietet der bislang unveröffentlichte "Periodische
Sicherheitsbericht" der Bundesregierung: Wie DIE ZEIT aus
zuverlässiger Quelle erfahren hat, ist danach die Jugendgewalt in den
vergangenen Jahren nicht so stark gestiegen, wie die "Polizeiliche
Kriminalstatistik" glauben macht.  Zugenommen hat wissenschaftlichen
Studien zufolge - darunter auch Schülerbefragungen des
Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen aus den Jahren
1998 und 2000 - vor allem die Bereitschaft junger Menschen,
gleichaltrige Täter anzuzeigen.
    
    Der Sicherheitsbericht, der in diesem Jahr zum ersten Mal
erscheinen soll und ungefähr 700 Seiten umfassen wird, will auch ein
weiteres Forschungsergebnis über die Jugendgewalt in den Mittelpunkt
stellen: Danach haben viele Jungen und Mädchen zu Hause selbst Gewalt
erfahren und orientieren sich später oft an den in der Familie
erlebten Rollen. Gerade für Jungen heißt das: Wer vom Vater
regelmässig geprügelt wurde oder mit ansehen musste, wie der Vater
die Mutter geschlagen hat, neigt später auch selbst eher zu
Gewaltausbrüchen. Die Untersuchungen belegen, dass besonders viele
ausländische Väter ihre Kinder züchtigen. In diesen Familien wird
zwei- bis dreimal so häufig zugeschlagen wie in deutschen Familien.
Und: Mit der Dauer des Aufenthalts in Deutschland steigt das Risiko
familiärer Gewalt.
        

         Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 20/2001 mit
         Erstverkaufstag am Donnerstag, 10. Mai 2001, ist unter
         Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
         Wortlaut des ZEIT-Textes kann angefordert werden.
                                                                            
                                                        
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