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Leipziger Buchpreisträger Geert Mak: Kulturgüter werden in den Niederlanden nicht geschätzt

Hamburg (ots) - Der niederländische Journalist und Geschichtenerzähler Geert Mak erhält für seine Arbeiten "Das Jahrhundert meines Vaters", "Eine kleine Geschichte von Amsterdam" und "In Europa" den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Über seine niederländische Heimat sagt Mak der ZEIT: "Kulturgüter wie Kenntnis von Geschichte und Literatur werden weder geschätzt noch geschützt. Bei uns können Sie sehen, was passiert, wenn alle und alles nach Geldwert berechnet und auf den Markt geworfen wird. Dann regiert der Terror des barbarischen Kaufmanns."

Sein Projekt, so nennt Mak seine Arbeiten, sei eine Suche nach der Nähe, "die wir Europäer seit 1914 verloren haben ... Dass die Niederlande nur ein kleines Stück vom Ganzen waren, habe ich, ehrlich gesagt, erst bei meiner Rundreise durch Europa richtig verstanden. Da habe ich mir selbst beigebracht, nationale Ereignisse im europäischen Kontext zu begreifen."

Mak: "Von Lissabon bis St. Petersburg, überall gab es Menschen, die keine Scheu hatten, ihre Geschichte zu erzählen. Das ist ja so erstaunlich, jeder möchte gern seine Geschichte erzählen. Worauf es ankommt, ist, diese Geschichten so weiterzuerzählen, dass die Leser sie empfangen, aufnehmen können." Die Komposition seiner Bücher war ihm besonders wichtig, "die richtige Mischung aus Erzählung, Erklärung, Rückblende, Historie und Gegenwart. Möglichst unauffällig von einem zum nächsten Ereignis kommen, den Leser hinführen über die Brücke von Wissen und Erfahrung, ihn vor die größeren Fragen stellen".

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