Hapag Lloyd AG

Zwischenbericht des Vorsitzenden des Vorstandes der Hapag-Lloyd AG, Bernd Wrede, zum Geschäftsjahr 2001 am 11. Dezember 2001 in Hamburg

    Hamburg (ots) -

    Hapag-Lloyd 2001 (1.1. - 30.9.):

    -    Betriebsergebnis in den ersten drei Quartalen mit 250 Mio EUR
          um 19 % über Vorjahr

    -    Umsatzrendite über 8 %

    -    Rekordergebnis für volles Geschäftsjahr erwartet

    I.    Geschäftsentwicklung 2001

    Der Hapag-Lloyd-Konzern verzeichnete in den ersten drei Quartalen des Jahres 2001 eine äußerst positive Geschäftsentwicklung. Das Betriebsergebnis nach Abschreibungen und Zinsen lag mit 250 Mio EUR um 19 %, der Konzernumsatz mit 3,0 Mrd EUR um 6 % über den vergleichbaren Vorjahreswerten. Für das volle Geschäftsjahr wird mit einem Gewinnzuwachs von mind. 10% das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erwartet.

    Linienschifffahrt

    Die Hapag-Lloyd Container Linie steigerte in den ersten drei Quartalen 2001 auf Grund eines besonders erfreulichen 1. Halbjahres ihren Betriebsgewinn von 135 Mio EUR im Vorjahr um 17 % auf 159 Mio EUR. Unsere Liniendienste profitierten von einer erhöhten Transportleistung und Produktivität sowie dem gegenüber dem Euro festen US-Dollar. Dem stehen Ergebnisbelastungen aus insgesamt rückläufigen Frachtraten entgegen.

    Die Hapag-Lloyd Container Linie erhöhte in den ersten neun Monaten ihr Transportvolumen um 8 % auf über 1,2 Mio TEU. Sie ist damit erneut schneller als der Markt gewachsen, der mit einer Steigerung um lediglich 1 - 2 % die Schwäche im Welthandel widerspiegelt. Zum Wachstum trugen alle von Hapag-Lloyd bedienten Kontinente bei. Die asiatischen Exporte wuchsen insbesondere in der ersten Jahreshälfte erfreulich. Im Jahresverlauf war eine deutliche Abkühlung der US-amerikanischen Wirtschaft zu spüren, die, verstärkt durch die Unsicherheit nach dem 11. September, zu Zurückhaltung bei amerikanischen Importen führte. Außerdem machte sich der Konjunkturabschwung in Europa immer stärker bemerkbar. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nachfrageschwäche und der zusätzlich auf den Markt gekommenen Schiffskapazitäten mussten ab Mitte des Jahres gravierende Ratenrückgänge verkraftet werden.

    Auch in diesem Jahr bewältigte die Hapag-Lloyd Container Linie das Mengenwachstum in ihrer weltweiten Vertriebs- und Logistikorganisation mit nahezu unveränderter Personalstärke. Diese Produktivitätssteigerung basiert vor allem auf der konsequenten Fortentwicklung und Nutzung unserer weltweit vernetzten IT-Infrastruktur und -systeme. Die Verfeinerung unserer Yield-Management-Systeme, die eine ertragsorientierte Steuerung der Ladung ermöglichen, führte außerdem zu merklichen Kostenoptimierungen.

    Die Schiffsystemkosten je transportierter Containereinheit konnten auf USD-Basis bei deutlich ausgeweiteten Kapazitäten stabil gehalten werden. Hier zeigten sich die positiven Effekte aus der gemeinsamen Steuerung und Nutzung der Schiffskapazitäten mit vier asiatischen und europäischen Partnern im Rahmen der Grand Alliance, dem weltweit größten Konsortium der Container-Linienschifffahrt.

    Da für unsere Linienschifffahrt mehr Erlöse als Kosten in US-Dollar anfallen, hat der Wechselkurs traditionell Auswirkungen auf das Ergebnis. Von der amerikanischen Währung ging aufgrund der durchschnittlichen Kurssteigerung von 6 % gegenüber dem Euro im Zeitraum Januar bis September 2001 wiederum ein positiver Ergebniseffekt aus.

    Zu den Regionen im Einzelnen:

    Die Region Europa übertraf das Vorjahresergebnis per September substanziell. Die Ergebnisverbesserung war in erster Linie auf in diesem Zeitraum noch stabile Frachtraten sowohl in Richtung Amerika als auch nach Asien zurückzuführen. Ferner verzeichnete die Region Europa ein Mengenwachstum, insbesondere im Export nach Amerika.

    Das Ergebnis der Region West unterschritt den Vorjahreswert. Ursache waren deutliche Ratenrückgänge im Verkehr nach Asien und Europa. Diese Ergebnisbelastungen wurden durch moderate Mengenzuwächse insbesondere im Export nach Europa nicht ausgeglichen.

    Die Region Ost wiederholte knapp ihren hervorragenden Vorjahresgewinn. Trotz nochmals deutlich gestiegener Transportmengen, besonders im innerasiatischen Verkehr und im Verkehr nach Amerika, führten die Rateneinbußen zu einem marginalen Gewinnrückgang.

    Obwohl der Ratenrückgang anhält und sich die Gewinnkurve im Laufe des 2. Halbjahres deutlich abschwächt, wird auch für das 4. Quartal ein Betriebsgewinn unserer Linienschifffahrt erwartet.

    Kreuzfahrten

    Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wiederholte bis zum September das Vorjahresergebnis von 4 Mio EUR. Die "Europa" trug in ihrem zweiten Betriebsjahr wieder maßgeblich zum Ergebnis bei und steigerte ihre Auslastung. Die "Columbus" behauptete sich im 3-Sterne-Markt erfreulich und erreichte eine verbesserte Auslastung und einen Ergebniszuwachs. Fehlende Einsatztage aufgrund eines Werftaufenthalts führten bei der "Hanseatic" trotz einer erhöhten Auslastung zu einer Unterschreitung des Vorjahresergebnisses. Die "Bremen" hatte eine unzureichende Auslastung zu verzeichnen.

    Die Ereignisse vom 11. September wirkten sich aufgrund von Stornierungen für einzelne Zielgebiete und Kostensteigerungen allerdings deutlich negativ auf die Ergebnisentwicklung im 4. Quartal aus.

    Spedition Pracht

    Die Spedition Pracht erzielte bis zum September einen Betriebsgewinn von 2 Mio EUR und unterschritt damit den Vorjahreswert. Ursache waren konjunkturbedingt rückläufige Ergebnisbeiträge der Landverkehre, Anlaufkosten für einen Neukunden im Bereich Lager und Distribution und E-Commerce-Investitionen.

    Im vierten Quartal wird Pracht den Gewinnrückgang der ersten neun Monate nicht aufholen können.

    VTG-Lehnkering

    VTG-Lehnkering steigerte trotz eines sich abschwächenden konjunkturellen Umfelds das Betriebsergebnis bis zum September um 1 Mio EUR auf 22 Mio EUR.

    Der Gewinnzuwachs stammte überwiegend aus dem Kerngeschäft der Schienenlogistik, die trotz eines planmäßigen Anstiegs zyklischer Waggon-Instandhaltungskosten das Vorjahresniveau übertraf. Dies resultiert teilweise aus einer buchtechnischen Reduzierung des Abschreibungsvolumens infolge der Umstellung vom Handelsrecht auf IAS, aber auch aus einer starken Nachfrage nach Güterwagen der Transwaggon sowie einem verbesserten Ergebnisbeitrag der Kesselwagenspedition Transpetrol. Die Auslastung der Kessel- und Güterwaggons lag auf hohem Niveau.

  Die Speziallogistik unterschritt den Vorjahreswert vor allem aufgrund von Rückgängen bei den Tanklagern. Bei guter Auslastung führten u.a. Umweltschutzinvestitionen, denen keine entsprechenden Erträge gegenüberstehen, zum Ergebnisrückgang. Leicht kompensierend wirkte der höhere Ergebnisbeitrag der Gefahrgutdistribution. In der Binnenschifffahrt wurde das Vorjahr vor allem aufgrund der Tankschifffahrt unterschritten, die durch ungünstige Wasserführung und Beschäftigungsrückgang belastet war. Im Chemieservice wirkte sich der Einbezug der im Vorjahr noch nicht enthaltenen Schirm-USA ebenso wie der Wegfall der Belastungen aus dem HAGO-Engagement positiv aus.

    Zum Jahresende wird für VTG-Lehnkering ein Ergebnis über Vorjahresniveau erwartet.

    Algeco

    Algeco, Macon/Frankreich, verzeichnete erneut eine erfreuliche Geschäftsentwicklung. Das Ergebnis per September 2001 lag mit rd. 47 Mio EUR um 21 % über dem bereits guten Vorjahreswert von 39 Mio EUR.

    Die Verbesserung resultierte vorwiegend aus dem Kerngeschäft, der Produktion, der Vermietung und dem Verkauf von Mobilbauten, das 85 % des Algeco-Umsatzes ausmacht. Auf Basis ihrer führenden Marktstellung erreichte Algeco ein kontinuierliches Wachstum in wichtigen Ländern Westeuropas. Der Bestand an Mobilbaumodulen wurde um 15 % auf rd. 100.000 Einheiten aufgestockt. In Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel lag die Auslastung im Vermietgeschäft bei deutlich erhöhten Kapazitäten nur leicht unter dem hohen Vorjahresniveau. Aufgrund einer über dem Markttrend liegenden Geschäftsentwicklung in Deutschland wurde die Auslastung dort sogar leicht gesteigert. Die im Jahr 2000 in Tschechien und Polen gegründeten Aktivitäten für Produktion und Vertrieb entwickelten sich erfreulich.

    Die äußerst positive Entwicklung von Algeco wird sich auch bis zum Jahresende fortsetzen.

    II.    Investitionen

    Der Hapag-Lloyd Konzern wird im vollen Geschäftsjahr 2001 rd. 370 Mio EUR investieren.

    Auf die Linienschifffahrt entfallen 180 Mio EUR. Sie betreffen im Wesentlichen die im Oktober abgelieferte Hamburg Express - das erste von vier Schiffen der neuesten Generation (je 7500 TEU), die bis 2003 ausgeliefert werden - sowie umfangreiche Containerbeschaffungen und den Erwerb einer 25 %-igen Beteiligung am Containerterminal Altenwerder.

    Bei VTG-Lehnkering werden ca. 70 Mio EUR investiert. Im Bereich Schienenlogistik liegt der Schwerpunkt in der Modernisierung und Erweiterung des Kessel- und Güterwagenparks. Im Bereich Speziallogistik konzentrieren sich die Investitionen auf Umbauten von Mineralöl-Tanklagern in Chemie-Tanklager, die Erfüllung behördlicher Umweltschutz-Auflagen sowie Zugeinheiten für den Chemieverkehr.

    Die Investitionen der Algeco-Gruppe von rd. 110 Mio EUR betreffen im Wesentlichen den Ausbau des Mobilbauten-Vermietparks.

    Die Investitionen können in vollem Umfang aus dem Cash-flow finanziert werden, der über 400 Mio EUR liegen dürfte.


                          Betriebsergebnis *) Hapag-Lloyd Konzern
                                                 - Mio EUR -
        
                            Jan. - Sept. 2000        Jan. - Sept. 2001


    Linienschifffahrt    135                         159
    Kreuzfahrten                4                            4
    Spedition Pracht         3                            2
    VTG-Lehnkering          21                          22
    Algeco                        39                          47
    Konzernposten              9                          16

    Konzern                    211                         250

    *) Operatives Ergebnis nach Abschreibungen und Zinsen


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