PwC PriceWaterhouseCoopers

Europäische Internetfirmen entwickeln sich zu etablierten Unternehmen

    Frankfurt am Main (ots) -
    
    Umfrage von PricewaterhouseCoopers: Schwarze Zahlen wichtiger als
Börsengang / Kostenkontrolle vorrangiges Ziel / 66 Prozent der
deutschen Internetfirmen arbeiten gewinnbringend
        
    Europas Internet-Unternehmen besinnen sich im Jahr 2001 angesichts
der veränderten Marktbedingungen auf harte Zahlen: eine stärkere
Kostenkontrolle ist nun vorrangiges Ziel der Internetfirmen. Die
Unternehmen überdenken ursprüngliche Geschäftsmodelle und setzen ihre
Prioritäten neu. Dabei bemühen sie sich, neue Kunden zu gewinnen und
diese langfristig zu binden. Dies ist das Ergebnis einer Befragung
zur aktuellen Situation europäischer Internet-Unternehmen, die im
Juni 2001 im Auftrag von PricewaterhouseCoopers durchgeführt wurde.
PricewaterhouseCoopers hatte bereits im Juli 2000 Manager von 400
Dotcom-Unternehmen der Internetbranche zu den wichtigsten
Herausforderungen in den Bereichen Unternehmensführung, Finanzierung
und Geschäftsmodelle befragt. Die Nachfolgestudie zeigt auf, wie sich
der europäische Internetmarkt innerhalb eines Jahres entwickelt hat.
Rund 90 Prozent der ursprünglich befragten europäischen
Internetfirmen sind auch heute noch auf dem Markt - davon 95 Prozent
der deutschen Unternehmen. Damit gab es in den vergangenen Monaten in
Europa in diesem Segment weniger Insolvenzen als vermutet.
        
    
    Mehr verkaufen, weniger ausgeben, lautet die Devise
        
    Zahlreiche der befragten Internet-Unternehmen nutzen die
veränderten Marktbedingungen, um ihre Strategien zu überprüfen. "Die
Unternehmensleitung muss darüber nachdenken, wie realistisch ihr
Unternehmensmodell ist", sagt Markus Ehret, Corporate Finance-Experte
von PricewaterhouseCoopers in Frankfurt.  "Ziel muss ein gesundes,
profitables Wachstum sein. Kostensenkung ist das Gebot der Stunde."
24 Prozent der befragten Dotcom-Manager haben ihr ursprüngliches
Geschäftsmodell bereits geändert.
        
    
    Franzosen setzen auf Produktqualität, Holländer auf Marketing
        
    Die Vorstellungen, wie Gewinne erzielt werden können, sind in den
einzelnen europäischen Ländern jedoch unterschiedlich. 32 Prozent der
befragten Manager in Deutschland und 24 Prozent in Großbritannien
konzentrieren sich darauf, ihre Kosten und Gemeinkosten zu senken; in
Frankreich setzen Internetunternehmen vermehrt auf eine bessere
Produktqualität (22 Prozent). Holländische Unternehmen sind der
Meinung, dass ein intensiveres Marketing ihre Geschäfte verbessert
(34 Prozent).
        
    
    Deutsche Dotcoms profitabler als europäische Mitbewerber
        
    Die Profitabilität der befragten Unternehmen ist europaweit sehr
unterschiedlich. Britische Internetfirmen arbeiten deutlich weniger
gewinnbringend als ihre europäischen Wettbewerber. Nur 24 Prozent der
britischen Unternehmen geben an, mit Gewinn zu arbeiten. Im Vergleich
dazu erzielen 66 Prozent der Dotcom-Unternehmen in Deutschland, 61
Prozent in den Niederlanden und 49 Prozent in Frankreich Gewinn.
        
    
    Unternehmenserfolg durch Imageverlust und Konjunktur bedroht
        
    Die Skepsis von Investoren und Medien hat in den vergangenen
Monaten die Kapitalbeschaffung für Internetfirmen deutlich erschwert.
Bereits im vergangenen Jahr bekamen die Dotcoms das zunehmend härtere
Geschäftsumfeld unter anderem durch einen Mangel an Finanzmitteln zu
spüren. Ein Jahr nach der ersten Umfrage von PricewaterhouseCoopers
fallen die Kosten für Kundenakquisitionen und Marketing noch immer
erheblich ins Gewicht. Hinzu kommt, dass sich das Internet sowohl bei
Unternehmen als auch Privatpersonen in Europa nicht so schnell
durchsetzt wie erwartet. Die Befragten befürchten zusätzlich, dass
die schwache Konjunktur die Entwicklung ihrer Unternehmen behindern
wird. Von den Internet-Unternehmen, die weitere Finanzierungen
benötigen, rechnen trotz des schwierigen Umfelds noch immer 41
Prozent damit, dass dieses Kapital von Risikokapital-Gesellschaften
bereitgestellt wird.
        
    
    Neueinstellungen bleiben deutlich hinter Prognosen zurück
        
    Im Jahr 2000 war eine Expansion um jeden Preis noch ein
vorrangiges Ziel der befragten Manager. Internet-Unternehmen bemühten
sich, geeignetes Personal zu suchen und sich am Markt zu etablieren.
Europaweite Geschäftstätigkeit stand im Mittelpunkt. 78 Prozent der
damals befragten Internetfirmen hatten mit einer Erhöhung ihres
Personalstandes gerechnet, tatsächlich stellten nur 35 Prozent der
Unternehmen neue Mitarbeiter ein. Weniger als ein Viertel der kleinen
Betriebe mit zehn oder weniger Angestellten haben sich im letzten
Jahr personell vergrößert. Entgegen den Erwartungen von 2000 sind
Internet-Unternehmen im Bereich Business-to-Consumer stärker
gewachsen als jene, die im Business-to-Business tätig sind.
        
    
    Erfahrene Manager gesucht  
        
    Seit dem Jahr 2000 hat sich die Einstellung der Unternehmen zur
Personalrekrutierung geändert. Flexibilität, Kreativität und
Risikobereitschaft haben geringeren Stellenwert. Dagegen hat sich die
Anzahl der Unternehmen, die Wert auf Managementerfahrung legen, mehr
als verdoppelt. Den Dotcom-Unternehmen fällt es heute erheblich
schwerer, erfahrene Manager zu rekrutieren. Bei zahlreichen
Internetfirmen werden deshalb wichtige Funktionen auch weiterhin mit
Interims-Managern besetzt. "Die Dotcoms bemühen sich um die
Entwickung robuster Geschäftsmodelle und haben nach wie vor viel Spaß
an dem, was sie tun. Dabei befinden sich die Unternehmen im Übergang
von der Gründungs- zur Konsolidierungsphase", erklärt Markus Ehret
von PricewaterhouseCoopers. "Das ist eine Entwicklung, die sich auch
in der Unternehmenskultur widerspiegeln muss."
        
    Die Studie "Rückbesinnung auf die Fundamentaldaten - Dotcom-Firmen
werden erwachsen" können Sie im pdf-Format kostenlos herunterladen
unter: www.pwcglobal.com/de
        
        
    Für den Herausgeber:

    Die Gruppe PricewaterhouseCoopers ist in Deutschland mit einem
Umsatz von rund 2,4 Milliarden DM eines der marktführenden
integrierten Dienstleistungsunternehmen im Bereich Prüfung und
Beratung. Rund 10.000 Mitarbeiter arbeiten an über 40 Standorten in
Deutschland für nationale und internationale Mandanten jeder Größe.
Die breite Palette der Dienstleistungen umfasst die
Wirtschaftsprüfung, die Unternehmensberatung, die Corporate Finance-
sowie die Steuerberatung und die Human Resource-Beratung. Die
interdisziplinär zusammengesetzten Expertenteams unserer
Branchengruppe TICE (Technology, Information & Communication,
Entertainment & Media) beraten Mandanten im Bereich der
Telekommunikationsbranche sowie  in den Sektoren High Tech,
Informationstechnologie, Entertainment und Medien.
        

    Hintergrundinformationen zur Studie: "Rückbesinnung auf die
Fundamentaldaten - Dotcom-Firmen werden erwachsen"
        
    Zahlen und Fakten:

    • Im Juli 2000 wurden im Auftrag von PricewaterhouseCoopers in einer unabhängigen Befragung 412 Manager von Internet-Unternehmen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden zu den Bereichen Unternehmensführung, Finanzierung und Geschäftsmodelle untersucht. Die Umfrageergebnisse wurden in dem Bericht "After the goldrush - the dotcom dilemma" veröffentlicht.

    • Im Juli 2000 veröffentlichte PricewaterhouseCoopers ebenfalls eine Untersuchung der deutschen, am neuen Markt notierten Internetunternehmen. Die Studie Das Internetsegment des Neuen Marktes - Chance oder Risiko? kam zu dem Schluss, dass jedes siebte Unternehmen in diesem Segment von der Zahlungsunfähigkeit bedroht ist.

    • Im Juni 2001 hat PricewaterhouseCoopers eine Nachfolgeuntersuchung bei den gleichen europäischen Unternehmen durchgeführt. Im Mittelpunkt der Befragung standen die Auswirkungen der veränderten Marktbedingungen auf die Geschäftsstrategie.  

    • Im Vergleich zum Jahr 2000 wurden im Juni 2001 mit 190 Managern vollständige Interviews durchgeführt. 222 Manager der ursprünglich 412 Befragten antworteten nicht. Es wurde überprüft, ob die Firmen noch existieren. Mindestens 80% der ursprünglich befragten Unternehmen sind noch im Geschäft.

    • Die Firmen der 190 befragten Manager verteilen sich über die
vier untersuchten europäischen Länder und erstrecken sich über eine
ähnlich große Bandbreite von Unternehmen wie im Jahr 2000.
        
    Die Ergebnisse:

    • Ihren Unternehmenserfolg sehen die befragten Manager besonders durch hohe Ausgaben für die Akquisition von Neukunden, hohe Marketingkosten und einen gravierenden Mangel an Finanzmitteln bedroht.

    • 24% der Internetfirmen haben seit letztem Jahr ihr Geschäftsmodell geändert. Formelle Überprüfungen ihrer Strategie führen 5% der Befragten durch, 2% ziehen hierbei externe Berater hinzu.

    • Die Taktik zur Steigerung der Profitabilität unterscheidet sich in den befragten Ländern: 24% der britischen und 32% der deutschen Internetfirmen wollen die Gewinnzone dadurch erreichen, dass sie ihre Kosten und Gemeinkosten reduzieren. 22% der französischen Unternehmer halten eine Verbesserung ihrer Produkte, 34 % der Niederländer ein intensiveres Marketing für den geeigneten Weg, Gewinne zu erzielen.

    • Von den Unternehmen, die die Notwendigkeit weiterer Finanzierungen voraussehen, kalkulieren 41%, dass dieses Kapital von Risikokapital-Gesellschaften bereitgestellt wird.

    • 78% der Dotcom-Unternehmen rechneten im Jahr 2000 mit einer Erhöhung des Personalstandes, 35% stellten neue Mitarbeiter ein. Weniger als eine Viertel der kleinen Betriebe (10 oder weniger Angestellte) sind im letzten Jahr größer geworden.     

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