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Installation von elektronischen Archivierungssystemen: Millionenausgaben für Anwender als Folge von Eichels Steuerrichtlinie?

    München (ots) - Ab Januar 2002 müssen alle elektronisch erzeugten
Daten von Unternehmen zur Steuerprüfung auch elektronisch
recherchierbar sein. Spezielle Archivierungssoftware soll helfen, so
versprechen die Hersteller, die neuen Anforderungen der Grundsätze
zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) des
Bundesfinanzministeriums zu erfüllen. Wie die Fachzeitschrift
COMPUTERWOCHE berichtet, kommen dabei auf die Anwender möglicherweise
Millionen-Investitionen zu. Mit Investitionen in sechsstelliger Höhe
rechnen zum Beispiel der Archivierungsspezialist Ixos und der
ERP-Anbieter Brain International für die Installation von
Dokumenten-Management-Systemen in mittelständischen Unternehmen.  
    
    Über die Folgen der neuen Regelung sind Experten allerdings
geteilter Meinung. "Die Aussage der Hersteller von
Archivierungssoftware, man müsse in jedem Fall ein elektronisches
Archivierungssystem einführen, ist falsch", sagt Torsten Brand,
Senior-Berater beim Consulting-Unternehmen Zöller & Partner. Ganz im
Gegenteil: Am einfachsten sei der vom Finanzministerium gewünschte
strukturierte Zugriff auf elektronisch vorliegende Informationen
durch die bereits in Unternehmen vorhandenen Buchhaltungssysteme.
    
    Ein Knackpunkt: Auch die eingehenden elektronischen Dokumente
müssen elektronisch recherchierbar sein - eine für derzeitige
Archivierungssysteme fast unlösbare Aufgabe. "Zurzeit erfüllt kaum
ein Archivierungssystem die Anforderung, verschiedenste Dokumente wie
E-Mail-Attachments, EDI-Daten, Buchhaltungsdaten, elektronisch
signierte Dokumente mit dazugehörigen Zertifikaten,
Eingangsprotokolle und Ähnliches im Zusammenhang recherchierfähig und
auswertbar vorzuhalten", urteilen Experten.
    
    Anwender sollten daher, so der Rat von Fachleuten, mit der
Installation erst einmal warten: "Da erst Belege, die ab dem 1.
Januar 2002 entstehen, vorgehalten werden müssen, besteht keine Eile
bei der Anpassung der DV", stellt Brand von Zöller & Partner fest.
    
    
ots Originaltext: COMPUTERWOCHE
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