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Kirchen auf Sylt

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Westerland, Sylt (ots)

Kirchen auf Sylt sind Orte von Glaube und Gebet. Und egal, ob sie 800 Jahre alt sind oder erst ein halbes Jahrhundert sind sie auch Orte spannender (Insel)-Geschichte. Kirchen an der Küste erzählen oft vom Meer, manch Gotteshaus auf Sylt erlebte die Wikinger und kündet von glorreicher Walfängerzeit, ein anderes zeigt den Wandel zum Modernen. Die Kirchen auf Sylt sind schön und spannend, und sie laden nicht nur im Advent ein. Aber vielleicht gerade jetzt ganz besonders.    

Nach der Renovierung fasziniert St. Severin in Keitum umso mehr: Sie erstrahlt in neuem Licht, ist heller geworden. Über der Seitenempore leuchten nun wieder Wandmalereien in schönen Farben, sie zeigen Figuren und einen Engel.  Handwerker trugen Jahrhunderte alte Farb- und Rußschichten ab, jeder zu Tage tretende Fleck konnte eine neue Entdeckung bedeuten. Zunächst scheinbar ungeordnete Verläufe von Konturen nahmen allmählich Kopf- und Körperformen einer Pieta an. Eine Pieta ist eine Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu, die als Andachtsbild in der katholischen Kirche dient. Es ist eine Entdeckung unter der Seitenempore, die noch nicht völlig enträtselt ist. Relativ sicher hingegen ist, dass die Wikinger-Rune im Balken des Dachstuhles wohl ein profaner Montage-Hinweis ist (das Holz von 1194 stammt aus Norwegen). St. Severin ist mehr als 800 Jahre Geschichte, auch die von Sylter Seefahrt. Da ist zum Beispiel der Türgriff in Form eines Pottwales, wie am Eingangstor, oder der in Form eines auch vor Sylt vorkommenden Schweinswals an der Turmtür. Auch ein kleines Schiffsmodell, es hängt im Eingang zum Kirchenschiff, das als eine ziemlich subversive Sache gilt: Als die kleine Brig – sie stellt mit ihrer Flagge ein Schleswig-Holsteinisches Schiff dar - der Kirche geschenkt wurde, gab es weder eine solche noch eine preußische Flotte. Dieses Schiff kann auch als Aufruf zur Bildung einer Flotte gegen Dänemark, der damaligen Herrschaft, verstanden werden. 

Eigentlich sollte St. Martin in Morsum an einem ganz anderen Ort stehen, so weiß es zumindest die Legende. Die besagt, dass die Steine bereits an der geplanten Baustelle lagen, sich aber eines Morgens an dem Platz befanden, an dem die Kirche heute steht. Göttliche Fügung, dachten sich die Leute von Morsum und bauten eben dort. Der zunächst angedachte Ort für die Kirche, damals noch Land, liegt heute im Watt. Damit ist „Mosen Capelle“, wie die Morsumer Kirche auf einer alten Karte Nordfrieslands genannt wird, nicht allein: Auch Kirchen auf Sylt sind verloren gegangen, darunter die von Eidum (ging in einer Sturmflut unter) oder die von Rantum und List (wurden vom Sand der Wanderdünen begraben). Erwähnt wird die Morsumer Kirche ab der Mitte des 13. Jahrhunderts. Dass sie zu den Ältesten in Schleswig-Holstein zählt und wohl bereits Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde, erkennen Fachleute am verwendeten Stein und am Stil. Betritt man die Kirche, steht man in einem schlichten romanischen Kirchenraum, begegnet dem Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, dem spätgotischen Flügelaltar mit den Figuren der zwölf Apostel (um 1500), der Kanzel, geschaffen Ende des 17. Jahrhunderts. Und wer das Abendmahl mitfeiert, kann einen Kelch in Händen halten, dessen Fuß ebenfalls noch aus der Zeit der Gotik (15. Jahrhundert) stammt. 

Wer in den Sylter Süden kommt, sei es auf der Straße, sei es von der Wattseite über die See, sieht St. Thomas in Hörnum. Sie ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Orientierungspunkt. Und sie ist mit 50 Jahren eine junge Kirche, steht jedoch schon aufgrund ihrer architektonischen Einzigartigkeit und Eigenwilligkeit unter Denkmalschutz. Wie in vielen Kirchen an der Küste, spürt der Besucher auch hier die Nähe zum Meer und den Bezug zur Seefahrt: St. Thomas steht auf einer Düne und blickt über die Nordsee, der spitz aufragende Chor erinnert an ein weißes, geblähtes Segel, die ganze Kirche erinnert – mit kalkweiß geschlämmten Mauern - an ein schickes, schnittiges Segelboot. Und im Inneren dieser modernen Kirche wird eine Tradition der Kirchen am Meer fortgeführt. Die der darin zur Schau gestellten Schiffsmodelle meist echter Vorbilder, die einen Bezug zum Ort, zur Insel, haben. Die vielleicht manchmal als Dank gestiftet wurden oder einen wichtigen Berufsstand repräsentieren. In diesem Fall ist es das Modell der „Cobra“, keines der üblichen Segelschiffe, sondern ein Raddampfer. Mit der „Cobra“ wurde um das Jahr 1900 der Seebäderdienst mit der Passage Hamburg – Helgoland – Hörnum begründet und für Sylt brach eine neue, moderne Zeit an. Doch wie seit alters her gilt auch hier der mündlich überlieferte Spruch: Gottes sind die Wogen und der Wind, doch Segel und Steuer, damit Ihr den Hafen gewinnt, sind Euer! Und der Westwind trägt den Klang der Glocken weit übers Watt. Von der Kirche am Meer.

Pressekontakt:

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Jutta Vielberg
Fon: 04651 - 820211
Mail: j.vielberg@sylt.de

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