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Mut gegen Macht - Doku-Reihe ab 13. Oktober im WDR Fernsehen - Sondersendung auf WDR 5 und Onlineangebot

Köln (ots) - In der WDR-Reihe geht es um Menschen, die ihr gutes Recht durchsetzen wollen und nicht klein bei geben, obwohl sie sich manchmal machtlos fühlen. Wie "David gegen Goliath" kämpfen sie gegen Behörden, Institutionen oder auch große Unternehmen. Die brisanten Fälle, die die fünfteilige Reihe präsentiert, zeigen aktuelle gesellschaftliche und politische Missstände aus den Bereichen Justiz, Gesundheit, Wirtschaft und Arbeit auf.

"Mit 'Mut gegen Macht' setzen wir thematisch einen klaren Akzent und bieten im WDR Fernsehen montags zur Primetime um 20.15 Uhr anspruchsvolle und hochwertige Dokumentationen," sagt WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn. "Die Menschen in unseren Filmen finden sich nicht damit ab, Opfer zu sein. Sie wehren sich und zeigen, dass Mut sich lohnt."

Die Online-Seite www.mutgegenmacht.wdr.de mit Zusatzinformationen und Links ist Kommunikationsplattform für Kommentare, Fragen und Anregungen der Zuschauer. Neuigkeiten und Bonusmaterialien rund um die Filme werden über Facebook, Google+ und Twitter kommuniziert.

WDR 5 begleitet die Reihe zum Auftakt in der Sendung "LebensArt": 'Mut gegen Macht - David gegen Goliath' (13. Oktober 2014, 15.05 - 16.00 Uhr). "Mut gegen Macht" - brau-chen Menschen, die ihr gutes Recht durchsetzen wollen und nicht klein beigeben, obwohl sie sich gegenüber Behörden, Institutionen oder auch großen Unternehmen machtlos füh-len. Wann es sich lohnt, sich zu wehren, wann Widerspruch wenig Sinn macht und wie Widerstand organisiert werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Als Studiogast ist Protest-forscher Simon Teune von der TU Berlin eingeladen. Er kennt sich mit allen Formen des Widerstands aus, egal wie groß oder klein der Anlass dafür ist. Hörerinnen und Hörer kön-nen sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800/5678-555. (Redaktion Angelika Böhrke)

In der ersten Dokumentation der Reihe mit dem Titel "Mut gegen Macht: Wenn Gerichtsgutachten Familien zerstören" von Jan Schmitt und Justine Rosenkranz geht es um Gutachter an Familiengerichten.

Sie können über die Zukunft von Familien entscheiden - über die Frage, ob ein Kind beim Vater oder der Mutter lebt, wie oft ein Elternteil es sehen darf oder ob es sogar in einem Heim leben muss. Doch es gibt zahlreiche Gutachten, die nachgewiesenermaßen gravierende Mängel aufweisen und zu Urteilen führten, die ganze Familien zerstört haben. Sie sind keine Seltenheit, wie eine Studie der Fernuniversität Hagen belegt: Danach "erfüllt nur eine Minderheit die fachlich geforderten Qualitätsstandards". Der Film geht dramatischen Fällen nach, erzählt die Leidensgeschichten betroffener Eltern und Kinder und zeigt, dass unser Justizsystem hier dringenden Reformbedarf hat. (Redaktion Petra Nagel).

Im Anschluss an die Fernsehdokumentation kann auf WDR 5 von 21.05 bis 22.00 Uhr im Rahmen einer Sondersendung weiterdiskutiert werden. Moderatorin Beate Kowollik und der Anwalt und ehemalige Familienrichter Elmar Bergmann sind über die kostenlose Hotline, Facebook und Twitter erreichbar. Und auch online gibt es die Möglichkeit, sich in die Debatte einzuschalten. Hörerinnen und Hörer können sich live an den Sendungen beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800/5678-555. (Redaktion Angelika Böhrke).

Die Dokumentationen und ihre Themen:

WDR Fernsehen, Montag, 20.10.2014, 20:15 Uhr - 21:00 Uhr

Mut gegen Macht: Nicht ohne meine Kinder Ein Film von Alexandra Ringling

Als sie sich vor 20 Jahren in Greifswald in den jungen Syrer Haissem M. verliebte, hätte sich Kerstin G. in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können, wie dramatisch ihre Beziehung enden würde. Der sympathische "Prinz", der sie auf Händen trug, entwi-ckelt sich nach ihrer Hochzeit zum fanatisierten Muslim, der sich der radikalen Glaubens-gemeinschaft der Salafisten anschließt. Am Ende eines Familienurlaubs in Dubai sagt er zu seiner Frau: "Du kannst gehen, die Kinder bleiben hier!" Doch Kerstin G. weigert sich, kämpft um ihre vier Kinder, will nicht ohne sie zurück nach Deutschland. Das erfordert viel Mut: ihr Mann hält seine Familie gefangen, acht Jahre voll religiösem Eifer, Prügel und Misshandlungen für die Mutter und ihre vier kleinen Kinder.

Michael H. aus Berlin weiß nicht mal mehr, wie sein Sohn aktuell aussieht, geschweige denn ob er noch lebt. Seine Ex-Frau hat den Jungen vor dreieinhalb Jahren mit in ihre algerische Heimat entführt. Obwohl der Vater längst das alleinige Sorgerecht hat, kommt er an sein Kind nicht heran.

Fälle wie die von Kerstin G. und Michael H. kommen immer häufiger vor. Auch deshalb, weil es in unserem Land immer mehr bi-nationale Ehen gibt. Laut der zentralen Anlaufstel-le für Kindesentführungen in Deutschland, dem Internationalen Sozialdienst, haben sich die Anfragen zu internationalen Sorgerechtskonflikten in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdoppelt. Circa ein Drittel der betroffenen Kinder werden in arabische Länder verschleppt. Nur wenige kehren nach Deutschland zurück.

Mut gegen Macht: Auf der einen Seite stehen Mütter und Väter, die um ihre Kinder kämpfen. Auf der anderen Seite finden sich nicht nur ihre Expartner mit manchmal mächtigen Unterstützern, sondern auch Behörden, die oft zu wenig für die Betroffenen tun. Hinter den dramatischen Familienschicksalen steht auch ein juristisches Problem: das sog. Haager Kindesentführungs-Übereinkommen, kurz HKÜ, regelt, dass Kinder, die von ihren Eltern entführt werden, wieder in das Land ihres gewöhnlichen Aufenthaltes zurück zu bringen sind. 92 Länder haben sich bereits verpflichtet. Doch außer Marokko und dem Irak hat kein arabisches Land diese internationale Regelung unterzeichnet.

Redaktion: Sebastian Bellwinkel (NDR), Jo Angerer (WDR)

Montag, 27.10.2014, 20:15 - 21:00 WDR Fernsehen

Mut gegen Macht: Gottes Lohn ist nicht genug Ein Film von Wolfgang Minder

Christliche Arbeitgeber in der Kritik: Es häufen sich Klagen über Arbeitsbedingungen, Be-zahlung und Umgang mit den Mitarbeitern. Wie aber sieht die Wirklichkeit in Einrichtungen aus, die einen christlichen Träger haben? In Aachen kämpfen Mitarbeiter der katholischen Schwertbad-Klinik seit Jahren für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Das lässt der Markt nicht mehr zu, sagt der Arbeitgeber, die Marienhaus Holding. Bisher verweigerte er deshalb bessere Löhne. Der katholische Träger ist mit rund 12.000 Mitarbeitern einer der größten kirchlichen Akteure auf dem Gesundheitsmarkt.

Ein Großteil der Beschäftigten ist als Reaktion darauf in die Gewerkschaft eingetreten. Das ist völlig neu für den katholischen Träger. Jetzt fordern die Mitarbeiter nicht nur mehr Geld für sich, sondern auch ein besseres Management von der Geschäftsführung. Doch mitten in den Verhandlungen rollt eine Kündigungswelle durchs Haus, außerdem wird die Zusammenlegung mit der benachbarten Rheumaklinik geplant, um Kosten zu sparen. "Wenn wir nichts tun, reißt das den gesamten Träger in den Ruin" kommentiert der Geschäftsführer die Lage. Inzwischen eskaliert der Streit: Die Marienhaus Holding verlangt von den dazugekommenen Mitarbeitern der neuen Klinik erheblichen Lohnverzicht und droht, das Haus komplett zu schließen.

Auf der einen Seite stehen die um ihre Existenz kämpfenden Arbeitnehmer, auf der anderen Seite die Marienhaus Holding. Wer sitzt am längeren Hebel, und wer verfolgt welche Ziele? Diesen Fragen geht der Film der Reihe "Mut gegen Macht" nach. Autor Wolfgang Minder hat diesen bespielhaften Konflikt über ein Jahr lang intensiv begleitet. Die Dokumentation gibt ungewöhnlich nahe Einblicke in einen katholischen Betrieb und einen Konflikt, der üblicherweise nur hinter verschlossenen Türen ausgetragen wird. (Redaktion Emanuela Penev).

WDR Fernsehen, Montag, 3. November 2014, 20.15 - 21.00 Uhr

Mut gegen Macht: Die Milchrebellen

Film von Karin de Miguel-Wessendorf und Valentin Thurn

Die Milch im Supermarkt wird immer billiger. Für die Milchbauern heißt das: wachse oder weiche! Im letzten Jahrzehnt hat ein Drittel der deutschen Milchbauern aufgeben müssen - gleichzeitig hat die Zahl der Megabetriebe zugenommen. In XXL-Ställen stehen Hunder-te von Kühen dicht nebeneinander. Damit sie Höchstleistungen erbringen, kommen die Tiere auch im Sommer nicht mehr auf die Weide. Auch die Molkereien werden immer größer: Multinationale Konzerne wie Arla oder Friesland-Campina haben die kleinen regionalen Molkereien übernommen und exportieren Milch bis nach China. Aber auch sie sind abhängig vom Preisdiktat der Supermärkte, in erster Linie von Aldi oder Lidl. Doch einige kleine Milchbauern wagen es, sich gegen die Konzentrationswelle auf dem Milchmarkt aufzulehnen: Sie setzen auf direkte Vermarktung zu besseren Preisen. Im März 2015 wird der letzte Schutz für die Kleinbauern fallen: Die EU hat das Ende der Milchquote angekündigt. Wenn der Milchmarkt liberalisiert wird, fürchten viele Milchbau-ern einen neuen Preisverfall. Es ist ein Kampf David gegen Goliath, denn auf die Unter-stützung von Bauernverband und Bundesregierung brauchen sie nicht zu hoffen. Die ha-ben sich längst entschieden, dass eine moderne Landwirtschaft nur in Großstrukturen funktionieren kann. (Redaktion Angelika Wagner, Andrea Ernst)

WDR Fernsehen, Montag, 10.11.2014, 20:15 Uhr - 21:00 Uhr

Mut gegen Macht: Ärztefehler - Vom jahrelangen Kampf um Entschädigung Ein Film von Thomas Becker

Für Patienten, die sich im Krankenhaus von Ärzten Heilung erhoffen, ist ein Behandlungs-fehler ein Schock. Als Kranke fühlen sie sich besonders schutzlos. Genau in dieser Situa-tion ist der Fehler der Ärzte aber oft erst der Auftakt zu einem zähen und ungleichen Kampf. Auf der einen Seite stehen die vom Behandlungsfehler geschwächten und ver-ängstigten Patienten - auf der anderen Seite juristisch hervorragend vertretene Mediziner, die oft bereit sind, mit allen Mitteln um ihre berufliche und finanzielle Existenz zu kämpfen.

Den Versicherungen der Ärzte und Krankenhäuser scheint es vor allem darum zu gehen, Geld zu sparen und - wenn überhaupt - nur möglichst geringe Entschädigungen zu zah-len. Am Ende entscheiden Gutachten - und die fallen auffällig häufig zugunsten der Ärzte auf. Kaum verwunderlich, denn in den Gutachten urteilen Ärzte über Ärzte. Der Film in der Reihe "Mut gegen Macht" begleitet Menschen, die Opfer von Behandlungsfehlern gewor-den sind und danach in einen jahrelangen juristischen Kampf verwickelt werden . Besonders tragisch ist der Fall einer jungen Frau, den der Film präsentiert. Ihr soll der Blinddarm entnommen werden, doch bei der Operation geht alles schief. Die Schwangere verliert ihre beiden Kinder und fällt ins Wachkoma. Heute müssen ihre Eltern und ihr Ehemann mit dem Träger des Krankenhauses um jede Zahlung für die junge Frau kämp-fen. (Redaktion Martin Suckow)

Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de

Pressekontakt:

WDR Presse und Information, Annette Metzinger
Tel. 0221 220 7100
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