WDR Westdeutscher Rundfunk

WDR Fernsehen, Freitag, 5. Oktober 2001, 23.00 - 24.00 Uhr
Mach mich glücklich
Über den Missbrauch von Kindern

    Köln (ots) -

    Buch und Regie Florian von Stetten
    
    Sex mit Kindern ist eines der großen verbleibenden Tabus in einer
tabulosen Zeit. Vielleicht wird es gerade deshalb als Massenphänomen
diskutiert. Der tatsächliche Umfang ist schwer zu bestimmen, doch die
gesellschaftliche Angst um die Sicherheit unserer Kinder findet in
den Medien oft einen stark überzeichneten Ausdruck. Die
Berichterstattung interessiert sich in der Regel für den Tathergang
und verschlimmert die Situation der Opfer durch zusätzliche
öffentliche Stigmatisierung - Kindesmissbrauch als Krimi.
    
    Während wir nach mehr Überwachung und Sicherheit rufen, werden zur
gleichen Zeit - trotz oder gerade wegen des großen Tabus
Kindesmissbrauch - Kinder in den westlichen Gesellschaften immer mehr
sexualisiert. Eltern schicken ihre Kinder in die Mini-Playback-Show,
wo sie in hautengen Lederkostümen Sex und Rock'n&Roll verkaufen
sollen, Models haben keine Brüste mehr und verfügen über den
Körperbau von Kindern, Popstars wie Britney Spears spreizen im
Lolita-Röckchen die Beine. Familienstrukturen und Geschlechterrollen
haben sich verändert und die Trennung der Lebensalter gerät heute
immer mehr ins Wanken. Die Kindheit verlängert sich als Ideal im
Kinder- und Jugendkult der westlichen Welt, verschwindet aber
gleichzeitig umso mehr, als dieser Kinderkult  ein rein kommerzieller
ist und keinerlei Verbesserung der realen Lebenssituation von Kindern
bringt.
    
    Der sexuelle Missbrauch ist die einzige Art von Kindesmissbrauch,
die gesellschaftlich wirklich geächtet ist. Florian von Stetten
beleuchtet die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe
sexuellen Kindesmissbrauchs und führt uns auf die Spuren eines Tabus
quer durch die Jahrhunderte - mit Gesprächen, Beispielen aus
Literatur und bildender Kunst, aus Popkultur und Mode.
    
    Redaktion    Monika Hey WDR/Sabine Rollberg ARTE
    
    
ots Originaltext: WDR
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