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Merz: Der Mensch darf nicht über alles verfügen

Berlin (ots) - In der morgigen Ausgabe der Eßlinger Zeitung erscheint folgende Kolumne des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz MdB: In dieser Woche hat das britische Unterhaus ein Gesetz verabschiedet, das Forschern den Weg zum Klonen von Embryonen-Stammzellen ebnet. Ziel der Gesetzesänderung soll es sein, embryonale Zellen für die medizinische Forschung zu nutzen. Der Weg vom therapeutischen zum reproduktiven Klonen ist nicht weit: Großbritannien könnte weltweit das erste Land werden, in dem das Klonen menschlicher Zellen erlaubt wird. Die Entwicklung in den Naturwissenschaften beschleunigt sich in einem atemberaubenden Tempo. Der Albtraum der Züchtung von Menschen scheint in greifbare Nähe zu rücken. Die Frage, ob der Schritt des britischen Unterhauses ethisch zu vertreten ist und ob das, was technisch und medizinisch heute bereits möglich ist, auch zwangsläufig getan werden muss, muss am Maßstab der Unverfügbarkeit menschlichen Lebens und der unveräußerlichen Würde jedes einzelnen Menschen gemessen werden. Darf der Mensch, darf der Staat über alles verfügen oder sind ihnen auch Grenzen gesetzt? Die Präambel des Grundgesetzes beginnt nicht ohne Grund mit den Worten: "Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen". Diese Formel stellt klar, dass dem Staat Grenzen gesetzt sind und der Mensch nicht über alles verfügen darf. Bei der Suche nach Lösungen werden wir allerdings mit Widersprüchen konfrontiert, die uns herausfordern: Ist es richtig, dem ungeborenen Kind im Mutterleib den Schutz zu versagen, den embryonale Zellen im Reagenzglas bekommen müssen? Verpflichtet uns die Würde des Menschen nicht vielmehr zu einem wenigstens gleich hohen Schutzniveau für ungeborenes menschliches Leben in jeder Form"? Forschung und Technik müssen unter dem Vorbehalt der Vereinbarkeit mit dem Gebot des Schutzes der unteilbaren und unveräußerlichen Menschenwürde stehen. Der Mensch darf nicht zum bloßen Objekt von Forschungs- und Wirtschaftsinteressen werden. Die Anrufung Gottes steht für überstaatliche Normen und Werte, die uns alle binden. Die Grundwerte unserer Gesellschaft, die unser Denken und Handeln prägen, müssen wir bewahren. Diese Grundwerte bestimmen sich nicht nach den Interessen oder den subjektiven Wertschätzungen einzelner, sondern sie gelten für jedermann. Sie sind unverzichtbare Grundlage einer humanen Gesellschaft, die auf unserem vom christlichen Glauben geprägten Menschenbild beruht. Gerade am Weihnachtsfest, einem Hochfest des christlichen Glaubens, sollten wir bedenken, dass wir endlich sind, in unseren Möglichkeiten begrenzt und nicht einem Machbarkeitswahn erliegen dürfen. ots Originaltext: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Pressestelle Tel.: (030) 227-52360 Fax: (030) 227-56660 Internet: http://www.cducsu.bundestag.de E -Mail: fraktion@CDUCSU.Bundestag.de Original-Content von: CDU/CSU - Bundestagsfraktion, übermittelt durch news aktuell

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