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Fischer: Ahnungslose Bundesregierung verschläft Zukunft der Kernforschung

    Berlin (ots) - Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Transmutationsforschung erklärt der Berichterstatter für Energie - und Umweltforschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Axel E. Fischer MdB:

    Das Informationsdefizit der Bundesregierung im Bereich der
Transmutationsforschung ist offensichtlich. Ob nun ideologische
Abneigung gegen die Weiterentwicklung der Kernforschung  oder nur
Desorientierung als Folge der Verlagerung dieses Forschungsbereichs
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Bundesministerium
für Wirtschaft und Technologie: statt ernsthafter inhaltlicher
Auseinandersetzung ergeht sich die Bundesregierung bei ihrer Antwort
in ideologisch motivierten, lapidaren Ausführungen über das
beabsichtigte Verbot der Wiederaufarbeitung und der Errichtung
kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Energie in Deutschland. Art
und Umfang der Beantwortung der Kleinen Anfrage lassen darauf
schließen, dass die Bundesregierung  nicht willens ist, sich mit
dieser zukunftsweisenden Technologie auseinander zu setzen. Es
besteht die akute Gefahr, dass Deutschland, wo die Kerntechnik quasi
"erfunden" wurde und das im Bereich der Sicherheitsforschung (noch)
weltweit führend ist, in Kürze zum kerntechnischen Entwicklungsland
verkommt.
    
    Die Transmutationstechnik beseitigt nicht nur langlebigen hoch
strahlenden Atommüll, der als Brennstoff zur Energieerzeugung
verwendet wird, sondern sie erlaubt es auch, Kernreaktoren wesentlich
sicherer zu betreiben. Mit  ihrem Einsatz wachsen die bekannten
Vorräte an Kernbrennstoff zu unüberschaubarer Größe heran und
Sicherheitsprobleme durch den Transport von Atommüll sowie durch den
Diebstahl von kernwaffenfähigem Material werden minimiert.
      
    Während die Bundesregierung dieses Potenzial der
Transmutationstechnik "nicht abschließend beurteilen" kann, sind
anderswo auf der Welt bereits die Weichen für diesen gefahrlosen Weg
zur Lösung des Problems mit der Entsorgung von hochradioaktivem
Abfall und von Waffenplutonium gestellt.
    
    Schon 1997 initiierten Spanien, Italien und Frankreich den Bau
einer Demonstrationsanlage in Saragossa (LAESA-Projekt), von dem die
Bundesregierung offensichtlich nichts weiß und an dem deutsche
Unternehmen wohl nicht beteiligt sind.
    
    Die USA planen in den kommenden sechs Jahren jährlich knapp 100
Mio. DM in die Entwicklung eines Transmutationsreaktors zu stecken
und gehen davon aus,  nicht nur ihr Atommüll- und
Waffenplutoniumproblem so zu lösen, sondern gleichzeitig
wettbewerbsfähig Strom zu produzieren.
    
    Im Gegensatz dazu liegen die Forschungsausgaben in Deutschland in
diesem Jahr mit 10,1 Mio. DM fast 2 Mio. DM niedriger als noch 1998
und die Bundesregierung schätzt die Entsorgung durch Transmutation
teurer ein als die direkte Endlagerung.

    Die Bundesregierung verspielt mit ihrer Ignoranz leichtfertig die
Chancen, diese Zukunftstechnik in Deutschland zu entwickeln, zu
produzieren und einzusetzen. Der drohende Verlust an know-how hemmt
die weitere industrielle Entwicklung am Standort Deutschland und
gefährdet damit nachhaltig den wirtschaftlichen Wohlstand.
    
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