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Vorsicht, Kunde: Hier wird abgezockt
470 Euro für eine Plastiktaste bei Dell

    Hannover (ots) - Für das Ersetzen einer einfachen Plastiktaste an
einem Notebook verlangt der PC-Weltmarktführer Dell mehr als 470
Euro, berichtet das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe
3/02.
    
    Notebooks bestehen großenteils aus Spezialteilen, sodass man bei
einem Defekt auf die Hilfe des Herstellers angewiesen ist. Diese
Zwangslage nutze der weltgrößte Computerhersteller nach Ablauf der
Garantiezeit kompromisslos aus, warnt c't.
    
    Dell weigert sich grundsätzlich, Ersatzteile zu verkaufen und
stellt auch für die kleinste Reparatur einen Pauschalpreis von 407
Euro plus Mehrwertsteuer in Rechnung. So kostet der Ersatz einer
abgebrochenen Tastenkappe genauso viel wie der des kostbaren
LC-Displays. Vor dem Kauf erfahren die Kunden davon nichts.
    
    Im zweiten Fall, über den das c't-Magazin in seiner neuen Rubrik
"Vorsicht, Kunde" berichtet, ging es um eine abgebrochene Schraube.
Auch diesem Notebook-Besitzer bot Dell zunächst die völlig
überteuerte Reparatur an, erklärte sich aber auf massiven Protest hin
immerhin bereit, einen Satz Kleinteile für 143,16 Euro plus 51,13
Euro Versandkosten zu liefern - zum Selbsteinbau. Der c't-Leser
verzichtete dankend und reparierte sein Notebook selbst: mit zwei
Schräubchen aus dem Eisenwarenladen für zwölf Cent.
    
    "Die Weigerung, Ersatzteile zu einem angemessenen Preis zur
Verfügung zu stellen, ist rechtlich fragwürdig", so c't-Redakteur
Georg Schnurer. "Aber ungeachtet der juristischen Bewertung führt
eine Reparaturpauschale in der von Dell praktizierten Form zu
Ungerechtigkeiten."
    
    In der neuen Rubrik "Vorsicht Kunde" will c't regelmäßig über
Entgleisungen und dubiose Geschäftspraktiken  berichten. Damit
erfahren die Kunden bereits vor dem Kauf, was sie bei dem jeweiligen
Unternehmen erwarten oder gar befürchten müssen. (gs)
    
    Titelbild c't 3/2002:
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