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Report Mainz: Gericht verbietet Tabakwerbung in SPD-Zeitung "Vorwärts"
am 24.08.2009, 21.45 Uhr im Ersten

Mainz (ots)

Die SPD-Parteizeitung "Vorwärts" hat Anzeigen von
Tabakfirmen abgedruckt, die gegen das Tabakwerbeverbot verstoßen. Das
berichtet das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" in seiner heutigen 
Ausgabe. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg hat jetzt Anzeigen der 
Tabakkonzerne Reemtsma und British American Tobacco (BAT) in der 
SPD-Zeitung "Vorwärts" für rechtswidrig erklärt. Damit verwarf das 
OLG Hamburg Urteile des Landgerichts Hamburg aus dem Jahr 2007. Das 
Gericht gab dem Bundesverband der Verbraucherzentralen recht, der 
geklagt hatte, bei der Reklame handle es sich nicht um Imagewerbung, 
sondern um Werbung für Zigaretten. Die aber ist seit 2006 in 
Printmedien verboten.
Reemtsma hatte mit dem Slogan "Verantwortung wird bei Reemtsma 
groß geschrieben" für das Engagement des Unternehmens beim 
Jugendschutz geworben. In der Anzeige waren jedoch auch die Logos von
Zigarettenmarken des Konzerns ("West", Davidoff", "JPS" u.a.) 
abgebildet. British American Tobacco (BAT) warb mit dem Slogan "Unser
wichtigstes Cigarettenpapier" für den "Social Report" des 
Tabakunternehmens und sein gesellschaftliches Engagement. In der 
Anzeige waren ebenfalls Zigarettenmarken des Konzerns ("Lucky 
Strike", "HB", "Pall Mall" u.a.) aufgeführt.
"Vorwärts"-Chefredakteur Uwe-Karsten Heye hatte die Anzeigen auf 
Anfrage von "Report Mainz" kurz vor Bekanntwerden des Urteils noch 
für "völlig unproblematisch" erklärt. Wörtlich sagte Heye: 
"Tabakkonzern ist das Eine, gesellschaftliche Aufgaben zu 
unterstützen, ist das Andere. Darum geht es in diesen Anzeigen und 
nicht darum, ob Rauchen gesund ist oder nicht gesund." Der 
Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Binding (SPD) fordert nun 
in "Report Mainz", Parteien dürften aus gesundheitspolitischen 
Gründen Werbung von Tabakfirmen in ihren Zeitungen - auch im 
"Vorwärts" - nicht länger erlauben. Tabakfirmen werben derzeit auch 
in den Parteizeitungen "Berliner Republik" (SPD), "Die Entscheidung" 
(JU) und "ELDE" (FDP).
Zitate gegen Quellenangabe frei.

Pressekontakt:

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an "Report Mainz", Tel.:
06131/929-3351.

Original-Content von: SWR - Das Erste, übermittelt durch news aktuell

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