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Programmänderung zum Tod von Anthony Quinn

    München (ots) - Anthony Quinn ist tot: - einer der letzten Großen aus glanzvoller Hollywoodzeit.          Der grandiose Schauspieler, zweifache Oscar-Gewinner, Maler, Bildhauer und Autor einer gefeierten Autobiografie starb am Sonntag, den 3. Juni, in einem Bostoner Krankenhaus sechs Wochen nach seinem 86. Geburtstag am 21. April.          1915 in Mexiko als Sohn eines irischen Abenteurers und Pancho-Villa-Revolutionärs  und einer Mexikanerin aztekischer Abstammung geboren und von Kindheit an in den USA - zunächst in Texas, dann in den Slums von Los Angeles zuhause - wusste schon mit sieben Jahren, dass er Schauspieler werden wollte. Doch bevor es soweit war, schlug er sich "als Zementmischer, Boxer, Plantagen-  und Fabrikarbeiter, Taxifahrer oder Tänzer"  (AZ) durch. Nach etlichen Kleinst- und Kleinrollen - den ersten 1-Minutenauftritt hatte er 1936 in Cecil B. DeMilles Westernepos "Der Held der Prärie", bei dem er sich die Adoptivtochter des großen DeMille als (erste) Ehefrau angelte - war es endlich soweit. An der Seite von Marlon Brando wurde 1952 in dem Revolutionsdrama "Viva Zapata" aus dem "dreckigen Indianer oder Mexikaner" der zweiten Reihe ein "leading Man", ein Star und Oscar-Gewinner. Zwei Jahre später bezeichnete ihn Federico Fellini , der ihn für die Rolle des dumpf vitalen Zampano in "La Strada" nach Italien geholt hatte, als "den besten Schauspieler, den ich je erlebt habe". 1956 folgte der zweite Oscargewinn für die Darstellung des zivilisationsmüden Malers Paul Gauguin in der Vincent-van-Gogh-Biografie "Vincent van Gogh - ein Leben in Leidenschaft". "In mehr als 200 Filmen spielte Anthony Quinn Haudegen mit Herz, Finsterlinge mit Gemüt und Machos, die die Frauen liebten - keine Rolle identifiziert  ihn aber so gut wie die Rolle des griechischen, vor Vitalität strotzenden Lebenskünstlers Alexis Sorbas in Michael Cacoyannis gleichnamigen Film von 1965" (AZ). Regisseur Martin Ritt, der mit Quinn den Film "Die schwarze Orchidee" drehte, sagte zu diesem Phänomen: "Tony war der ideale Schauspieler für den Sorbas. Er ist Sorbas, er war Sorbas und er wird immer Sorbas bleiben. Nur ein Mann mit diesem Lebenshunger wie Quinn konnte tatsächlich die Rolle ausfüllen".          Obwohl sein Rollen-Repertoire relativ schmal erscheint, "war er unter Kollegen stets aufs Höchste respektiert wegen der Herausforderung, die seine unglaubliche Leinwandpräsenz selbst für die größten Stars bedeutete" (Peter Buchka). Er spielte leidenschaftlich gern und leidenschaftlich gern die anderen an die Wand: "Spielen bedeutet für mich Leben. Ich liebe es zu leben, also lebe ich. Und ich liebe die Schauspielerei, also spiele ich", sagte er einmal. Er hat bis zuletzt vor der Kamera gestanden, auch wenn die Malerei und die Bildhauerei und vor allem aber die Vaterrolle für seine beiden letztgeborenen Kinder Antonia (1994) und Ryan (1996) immer mehr Platz einnahmen. Sein letzter Film "Revenging Angel", in der er einen Mafiaboss spielte, ist noch nicht fertiggestellt.

    Der vitale, erklärte Macho Anthony Quinn hat es immerhin auf 13
Kinder (neun Söhne und vier Töchter) von fünf Frauen gebracht. Hinzu
kamen zahlreiche spektakuläre Affären mit prominenten Kolleginnen wie
Carole Lombard, Rita Hayworth oder Ingrid Bergman - Anthony Quinn,
der 1997 die fast 50 Jahre jüngere Kathie Benwin (die Mutter von
Antonia und Ryan) zu seiner dritten Ehefrau machte, war nicht nur auf
der Leinwand ein unermüdlicher Womanizer.
    
    Programmänderung zum Tod von Anthony Quinn
    Mittwoch, 06. 06. 20001/ 23.30 Uhr
    Sonntag, 10. 06. 2001/ 23.00 Uhr
    
    Zum Tod des großen Schauspielers und Hollywood-Stars Anthony Quinn
haben wir unser Programm geändert.
    
    Am Mittwoch, den 6. Juni, zeigen wir um 23.30 Uhr den
amerikanischen Western
    "Verwegene Gegner", den Hollywood-Regisseur John Farrow mit einem
grandios wilden Anthony Quinn rasant in Szene setzte.
    
    Am Sonntag, den 10. 06., folgt um 23.00 Uhr die opulente
Leinwandbiografie "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" von
Vincente Minnelli aus dem Jahr 1956. Für seine Darstellung des Paul
Gauguin erhielt Anthony Quinn den zweiten Oscar seiner Karriere.
    
    Programmänderung, Mittwoch, 06.06.2001, 23.30 Uhr
    Verwegene Gegner
    
    Nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs versucht der Rancher
King Cameron, sich im texanischen Brownsville eine neue Existenz
aufzubauen. Er stößt auf großen Widerstand, denn dort herrscht der
berüchtigte Banditenchef José Esqueda, der eine weitere Besiedlung
des Grenzgebietes verhindern will. Kaum hat King seine attraktive
Frau Cordelia zu sich geholt, wird sein Haus niedergebrannt. Cameron
will sich dem Terror nicht beugen und ruft die Bevölkerung zum
Widerstand auf. José verlangt von seinem Pflegebruder Rio, noch
einmal alles niederzubrennen. Nur widerstrebend folgt dieser dem
Befehl, er verabscheut die Gewalttätigkeit des Bruders. Bei seinem
Angriff auf die Ranch wird Rio von Soldaten überrascht. Cameron
gelingt es, den Flüchtigen zu stellen und auf seine Seite zu bringen.
José reagiert mit rasender Wut und Eifersucht auf den vermeintlichen
Treuebruch.
    
    Hollywood-Regisseur John Farrow, gebürtiger Australier und Vater
von Mia Farrow, der in den späten 20er Jahren in die amerikanische
Filmmetropole kam, inszenierte mit "Verwegene Gegner" einen
"realistischen Western" (Lexikon des Internationalen Films), in dem
"die heißblütige Ava Gardner die meisten Aktionen auslöst" (Leonard
Maltin). Neben der atemberaubend schönen Ava Gardner spielen mit
Anthony Quinn und Robert Taylor zwei große Hollywood-Stars die Rollen
der Brüder zwischen Hass und Liebe. Dabei "spielt Anthony Quinn,
bewaffnet mit einem fabelhaften Drehbuch  und dem Segen des
Regisseurs versehen, alle Partner und auch den Zuschauer an die Wand"
(Joe Hembus' Westernlexikon).
    
    Darsteller:
    Rio Esqueda            Robert Taylor
    José Esqueda          Anthony Quinn
    King Cameron          Howard Keel
    Cordelia Cameron    Ava Gardner
    
    
    Programmänderung, Sonntag, 10. 06. 2001/ 23.00 Uhr
    Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft
    
    Nach der Romanvorlage von Irving Stone entstanden, zeichnet die
exzellente Leinwandbiografie Vincent van Goghs Lebensweg nach. In den
Hauptrollen: Kirk Douglas in der Titelrolle und Anthony Quinn als
Paul Gauguin. Für seine Charaktersierungskunst erhielt Anthony Quinn
den zweiten Oscar seiner Kinokarriere.
    
    Als Laienprediger bemüht sich Vincent van Gogh redlich um
verbesserte Lebensbedingungen für die  belgischen Minenarbeiter.
Missverständnisse aber führen zu seiner Ablösung auf dem Posten. Sein
Bruder Theo holt ihn nach Paris, wo der Maler van Gogh mit den
avantgardistischen Impressionisten in Kontakt kommt. Die wichtigste
Begegnung wurde für ihn die mit Paul Gauguin (Anthony Quinn), obwohl
die beiden von ihrer Kunst Besessenen heftig aneinandergeraten. In
Arles führt van Gogh seine Farbexperimente und Studien fort.
Landschaft und Klima der Provence regen ihn zu ungeheurer
Produktivität an. Sehr bald stößt Gauguin zu ihm, und die beiden
Künstler arbeiten und leben zusammen in van Goghs kleinem Haus.
Wieder prallen ihre kontroversen Auffassungen über Kunst und Leben
aufeinander. An den immer unversöhnlicher werdenden Streitigkeiten
zerbricht schließlich ihre Freundschaft.
    
    Nach einem Sanatoriumsaufenthalt verbringt van Gogh die letzte
Zeit seines Lebens in Auvers, wo er wenige Tage nach einem
Selbstmordversuch stirbt.

    Vincent van Gogh ist 37 Jahre alt geworden. Zu seinen Lebzeiten
wurde kaum ein Bild verkauft, er blieb nahezu unbekannt. Heute
gehören seine Werke zu den teuersten auf dem Kunstmarkt.
    
    Regisseur Vincente Minnelli orientierte sich in diesem Filmporträt
bei Farbgebung und Bildkomposition an der Atmosphäre der Bilder van
Goghs. Die Authentizität des Films wird noch dadurch verstärkt, dass
er an den Originalschauplätzen in Holland und Frankreich drehte. Mit
Kirk Douglas und Anthony Quinn hatte er ein unwiderstehliches
Schauspieler-Duo für die Rollen der beiden Malergenies van Gogh und
Gauguin zur Verfügung. Anthony Quinn bekam für seine stupende
Leistung den zweiten Oscar seiner Karriere. "Anthony Quinn, als
Gauguin schroff und mürrisch, scheint nicht nur Gauguin, sondern sich
selbst zu spielen und bietet einen starken Kontrast zu dem
introvertierten Charakter des van Gogh von Kirk Douglas" (Brian
Koller).
    
    Darsteller:
    Vincent van Gogh  Kirk Douglas
    Paul Gauguin         Anthony Quinn
    Theo van Gogh        James Donald
    
    
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