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INKOTA fordert beim Welternährungsgipfel: Bundesregierung muss Ausverkauf von Afrika stoppen

Rom (ots) - Nach dem Scheitern des Welternährungsgipfels in puncto "land grabbing" fordert das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk die deutsche Bundesregierung auf, entschieden gegen die verantwortungslosen Landkäufe in Entwicklungsländern vorzugehen. Transnationale Konzerne, reiche Staaten und Investmentfonds reißen Hungernden buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Da sich der Gipfel in Rom als Farce abzeichnet, muss die Bundesregierung jetzt schnellstens im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit auf die drohende Katastrophe reagieren.

Angesichts von über einer Milliarde Hungernden weltweit ist die unverbindliche Gipfelerklärung der internationalen Staatengemeinschaft ein Skandal. Die Landkäufe werden beim Welternährungsgipfel vor allem von zivilgesellschaftlichen Vertretern lautstark beklagt - während die meisten Regierungsvertreter das Problem umgehen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat allerdings betont, dass das "land grabbing" gegenwärtig ein Kernproblem ist. INKOTA nimmt die Ministerin beim Wort und fordert ein entschlossenes Vorgehen: "Der Welternährungsgipfel ist eine vertane Chance. Die Staatengemeinschaft hätte ein Zeichen gegen den Ausverkauf von Afrika setzen müssen. Die neue Bundesregierung muss jetzt beweisen, dass sie über entwicklungspolitischen Sachverstand verfügt", sagt Evelyn Bahn von INKOTA.

Der fehlende Zugang zu Land ist für viele Menschen in Entwicklungsländern eine der Hauptursachen für Hunger und Armut. In den vergangenen zwei Jahren haben transnationale Konzerne, reiche Staaten und Investmentfonds etwa 33 Millionen Hektar Ackerland vor allem in Asien und Afrika erworben. Die lokale Bevölkerung wird in die Vertragsverhandlungen mit den Investoren nicht einbezogen und verliert durch das "land grabbing" oftmals ihr Land.

Die Welternährungsorganisation (FAO) möchte der Problematik mit einem Verhaltenskodex entgegenwirken. Nach Angaben der FAO wird der Konsolidierungsprozess für einen entsprechenden Kodex jedoch mindestens ein Jahr dauern. "Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, werden Jahre vergehen, weitere Millionen Hektar Land verkauft und Tausende Menschen von ihrem Land vertrieben sein. Es muss jetzt schnell gehandelt und ein vorläufiges Moratorium für großflächige Landkäufe verhängt werden", fordert Bahn.

INKOTA ist das größte globalisierungskritische Netzwerk im Osten Deutschlands und arbeitet seit vier Jahren schwerpunktmäßig zu Fragen der Welternährung. Das Netzwerk hat über 10 000 Unterstützer und mehr als 20 Mitgliedsorganisationen.

Pressekontakt:

in Rom:
Evelyn Bahn (Referentin für Welternährung),
Tel.: 0177 - 32 43 408, E-Mail: bahn@inkota.de

in Berlin:
Arndt von Massenbach (Geschäftsführer),
Tel.: 0177 287 27 68
www.inkota.de

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