dbb beamtenbund und tarifunion

8. dbb Bundesfrauenkongress in Potsdam
dbb frauen: Gleichstellung kommt nur im Schneckentempo voran

    Berlin (ots) - Mit deutlicher Kritik an Familienpolitik und
Gleichstellungspraxis in der Bundesrepublik eröffnete die Vorsitzende
der dbb bundesfrauenvertretung, Helene Wildfeuer, heute den 8. dbb
Bundesfrauenkongress in Potsdam. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach
der Festschreibung des Rechts auf Gleichberechtigung im Grundgesetz
klaffe zwischen Anspruch und Wirklichkeit noch immer ein himmelweiter
Unterschied, machte Wildfeuer vor über 400 Delegierten und
hochrangigen politischen Vertretern deutlich. "Solange Frauenfragen
in der politischen Praxis auf einem Abstellgleis rangieren und als
‚Software' oder gar ‚Frauengedöns' eingestuft werden, kommt die
tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern nicht aus dem
Schneckentempo heraus." So habe beispielsweise das seit 1994 geltende
Frauenfördergesetz für den öffentlichen Dienst bisher nicht die
erhofften Wirkungen erzielt, noch immer sei der Anteil der Frauen in
Führungspositionen der Bundes- und Länderverwaltungen erschreckend
niedrig. Um die faktische Gleichstellung in Deutschland nachhaltig
voranzutreiben, fordern die dbb frauen vor allem Maßnahmen zur
besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Lohngerechtigkeit
zwischen Frauen und Männern, ein finanziell abgesichertes
Bund-Länder-Kommunen-Regierungsprogramm zum Ausbau eines
flächendeckenden ganztägigen Betreuungs- und Bildungsangebots für
alle Kinder, eine angemessene steuerliche Freistellung der
Existenzminima aller Familienangehörigen und ein angemessenes
Kindergeld sowie die verbesserte steuerliche Berücksichtigung von
Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten.
    
    Auch der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Heinz Ossenkamp
bestätigte in Potsdam, dass es allen politischen Beteuerungen zum
Trotz noch immer nicht gelungen sei, Verhältnisse zu schaffen, bei
denen Frauen und Männer in gleicher Weise an allen gesellschaftlichen
Lebensbereichen teilhaben. Mit Nachdruck unterstützte er die
Forderungen der dbb bundesfrauenvertretung: "In so grundlegenden
frauenpolitischen Belangen wie der Gleichstellung im öffentlichen
Dienst und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weisen die
Konzepte der dbb bundesfrauenvertretung in die Zukunft."
    
    Die dbb bundesfrauenvertretung vertritt als gewerkschaftliche
Spitzenorganisation die Interessen der 360 000 weiblichen Mitglieder
des dbb und darüber hinaus die der rund 2,5 Millionen Frauen im
öffentlichen Dienst.
    
    
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