BDZV - Bundesverb. Dt. Zeitungsverleger

Zeitungsverleger warnen vor Eingriffen in die Pressefreiheit

    Bonn (ots) - Die deutschen Zeitungsverleger haben an Politik und
Justiz appelliert, die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse nicht
anzutasten. Zwar sei Deutschland eines der ganz wenigen Länder auf
der Welt, wo die Pressefreiheit garantiert sei, doch auch hier komme
es immer wieder zu schweren Eingriffen von politischer oder
staatlicher Seite, kritisierte der Präsident des Bundesverbandes
Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Wilhelm Sandmann, heute in Bonn
anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit. Gerade in
jüngerer Zeit seien Redaktionsgeheimnisse und Informantenschutz
wiederholt aufgebrochen worden, Redaktionsräume und Wohnungen von
Journalisten seien durchsucht worden.
    
    Besorgt äußerte sich Sandmann auch darüber, dass die Medien im
Kreuzverhör öffentlicher Kritik stünden. Allerdings sei dies nicht
verwunderlich, wenn Fernsehsender "mit ihrem Infotainment-Spektakel
niedere Instinkte befriedigten". Auch bei der Presse gebe es Verstöße
gegen Prinzipien journalistischer Ethik. Solche Entwicklungen
schadeten letztlich dem Ansehen der gesamten Presse.
    
    Scharf verurteilte Sandmann, mit welcher Brutalität weltweit die
Pressefreiheit unterdrückt werde. "Es ist beschämend, dass zu Beginn
des 21. Jahrhunderts das freie Wort an den meisten Orten der Welt mit
Füßen getreten wird". In mehr als 100 Ländern würden die Medien
zensiert, Journalisten und Verleger sowie deren Familien
drangsaliert, "nur weil sie die Wahrheit sagen". Der Internationale
Tag der Pressefreiheit ist erstmals vor neun Jahren von der
UNO-Generalversammlung ausgerufen worden. Er erinnert an die
sogenannte Erklärung von Windhuk vom 3. Mai 1991, in der eine Gruppe
afrikanischer Journalisten freie und unabhängige Medien in aller Welt
forderte.
    
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ots Originaltext: BDZV
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