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Die Türkei - Land der Naturkatastrophen
Wann trifft es die Metropole Istanbul?

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    Hamburg (ots) - Seit Jahrhunderten wird die Türkei von Erdbeben
und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Vor einem Jahr, am 17. August 1999,
starben in der Region Izmit Zehntausende bei einem Erdbeben der
Stärke 7,4. Auslöser für das Beben war die sogenannte Nordanatolische
Verwerfung. In den vergangenen 2 000 Jahren haben nahezu 600
dokumentierte Erdbeben - darunter etwa 40 der Stärke 7 oder mehr -
die Region heimgesucht. Izmit wurde wiederholt verwüstet, Istanbul in
den letzten 500 Jahren viermal durch heftige Erdbeben stark
beschädigt. Für den Grossraum Istanbul will jetzt ein
deutsch-türkisches Team Frühwarnsysteme entwickeln. Das berichtet
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der Titelgeschichte seiner
aktuellen Ausgabe, die ab dem 26. Juni im Handel erhältlich ist.
    
    Die Nordanatolische Verwerfung gehört zu den seismisch aktivsten
Bruchlinien der Welt. 13 schwere Beben hat es hier seit 1939 gegeben.
Die Anatolische Platte reibt sich an der Eurasischen Platte, die
Schollen verkanten sich ineinander, und wenn die Spannungen sich
ruckartig lösen, bebt die Erde. In den letzten Jahrzehnten wurde
fast die gesamte Nordanatolische Verwerfung durch Beben gebrochen.
Ein nur 160 km südlich von Istanbul gelegenes Teilstück wurde bisher
verschont und die Forscher befürchten, auch diese werde bersten.
      

    Wettlauf mit dem Tod     Bisher können die Wissenschaftler zwar den Ort, nicht aber den Zeitpunkt eines Bebens vorhersagen. Die Deutsche Task Force Erdbeben, ein Team von 13 Seismologen, Geodäten, Hydrologen und Bauingenieuren mit Sitz in Potsdam, geleitet von Jochen Zschau, entwickelt daher für den gefährdeten Grossraum Istanbul ein Frühwarnsystem. Sobald die Sensoren starke Erschütterungen messen, werden automatisch Warnungen ausgesandt. Die Funksignale erreichen die Stadt vor den Erschütterungen. Im Fall Istanbul liegt die geologische Sollbruchstelle nur ein paar Dutzend Kilometer vor der Stadt. Bestenfalls stünden 20 Sekunden zur Verfügung, sagt Zschau. Aber das reicht, um Kraftwerke und Großrechner herunter zu fahren, Brücken und Tunnel zu sperren. Sekunden, die Rettung von Leben bedeuten.          - Abdruck für Presse freigegeben nur im Zusammenhang einer Berichterstattung zur aktuellen Ausgabe 7/2000.-

    - Foto: Verkauf und Archivierung sind nicht gestattet.-


ots Originaltext: National Geographic Deutschland
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