World Vision Deutschland e. V.

World Vision Blog berichtet über Schwangerschaft in Sierra Leone und Deutschland - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Sierra Leone /Friedrichsdorf (ots) - Schwangerschaft und Mutterschaft in Deutschland und in Sierra Leone

   - Was sind Unterschiede - wo gibt es Gemeinsamkeiten?
   - Hier Verunsicherung durch Überversorgung - dort Arbeiten bis die
     Wehen kommen 

Mit einem sogenannten "Schwangeren-Blog" möchte die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision auf die weiterhin weltweit hohe Kinder- und Müttersterblichkeit aufmerksam machen. Zu diesem Zweck hält sich Luise Haunit, Referentin der Advocacy-Abteilung für mehrere Wochen in einem der ärmsten Länder der Welt, in Sierra Leone auf. Sie begleitet Schwangere und junge Mütter, die gerade entbunden haben und berichtet über ihr Alltagsleben. Gleichzeitig erzählt eine junge Mutter aus Deutschland über ihre Erlebnisse während Schwangerschaft und Geburt und über ihre Emotionen, Probleme und Schwierigkeiten, sich um ein Neugeborenes zu kümmern.

"Hier in Sierra Leone arbeiten die Schwangeren wirklich bis die ersten Wehen einsetzen", erläutert Haunit. "Man kann sich das gar nicht vorstellen. Ich habe eine junge Frau begleitet, die wirklich bis zum Schluss noch Schwerstarbeit machen musste. Auf ihre Situation wurde keine Rücksicht genommen. Manche Frauen müssen zunächst 15 km und mehr bis zur nächsten Gesundheitsstation laufen, wenn die Wehen einsetzen. Einige bekommen ihre Kinder unterwegs."

Haunit erläutert, dass es in der Region, in der sie sich aufhält, nur eine Gesundheitsstation für etwa 6500 Menschen gibt. Zwei Krankenpfleger und drei Hebammen kümmern sich um Aufklärungs- und Vorsorgemaßnahmen, Geburten und alle Krankheiten. Einen Arzt gibt es in der Region nicht und das nächste Krankenhaus ist erst nach mehreren Stunden Autofahrt erreichbar. Bei Geburtskomplikationen sind keine operativen Eingriffe möglich.

Im Gegensatz dazu herrscht in Deutschland fast eine Überversorgung der Schwangeren. Die junge, alleinerziehende Mutter aus Deutschland, Christine erzählt: "Die Fülle an Informationen und Untersuchungen, die angeboten werden, das ist einfach viel zu viel. Es herrscht eine Überkommerzialisierung. Für jedes Problem bekommt man ein Produkt angeboten. Eigentlich sollte man sich doch unbeschwert auf das Baby freuen."

Silvia Holten, Pressesprecherin von World Vision Deutschland erklärt: "Mit dem Blog möchten wir die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen Schwangerschaft und Mutterschaft in Deutschland und einem der ärmsten Länder der Welt deutlich machen. Eine junge Frau in Sierra Leone freut sich genauso auf ihr Baby wie eine Frau in Deutschland und ist genauso verzweifelt, wenn es Komplikationen gibt oder ihr Baby bei der Geburt stirbt. Wir möchten außerdem auf die weiterhin weltweit hohe Kleinkind- und Müttersterblichkeit in den Entwicklungsländern aufmerksam machen." Mehr als 8 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr. 40% von ihnen erleben nicht mal den ersten Lebensmonat. Den meisten könnte mit einfachen und kostengünstigen Mitteln geholfen werden. Viele Todesfälle sind auf Unterernährung zurückzuführen.

World Vision wird in den nächsten 5 Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung von Kleinkind- und Müttersterblichkeit zur Verfügung stellen. In den Ländern des Südens arbeitet die Organisation eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Alle Gruppen, auch Frauen und Kinder werden in Planungs- und Umsetzungsprozesse involviert. Zu den Maßnahmen gehören u.a. Schulungen und Aktionen im Bereich Hygiene und Sanitärwesen, Gesundheitsvorsorge, Versorgung von unterernährten Kindern mit Zusatznahrung.

Den "Schwangeren-Blog" kann man hier nachlesen: http://blog.worldvision.de/

Auf folgender Web-Seite kann man eine Petition unterschreiben und seinen Abgeordneten ermutigen, sich stärker gegen Kleinkind- und Müttersterblichkeit einzusetzen: http://www.gesunde-kinder-weltweit.de

HINTERGRUND

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2009 wurden 239 Projekte in 48 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist Teil der weltweiten World Vision-Partnerschaft. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse "Aktion Deutschland Hilft" und Gemeinsam für Afrika. www.worldvision.de

Pressekontakt:

World Vision Deutschland e.V., Tel.: 06172 763-151/-153/-155, Email:
presse@worldvision.de;
Fotos sind über die Pressestelle abrufbar.

Original-Content von: World Vision Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: World Vision Deutschland e. V.

Das könnte Sie auch interessieren: