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Rheinische Post: Kommentar: Teure Kindergärten

Düsseldorf (ots) - Kein Bildungsexperte würde bestreiten, dass vor allem die letzten beiden Jahre im Kindergarten eine wichtige Grundlage für eine gelungene Schulkarriere sind. Beim Basteln, Malen, Singen und Reimen lernen die Kinder Koordination und Konzentration. Im freien Spiel mit anderen üben sie Sozialverhalten unter Gleichaltrigen. Beim Kindergarten für die Drei- bis Sechsjährigen geht es nicht um Betreuung, sondern um Bildung. Da ist es eigentlich skandalös, dass die Eltern in manchen Kommunen mehr als 200 Euro dafür zahlen müssen, dass ihr Sprössling vier Stunden am Tag den Kindergarten besucht. Wieso sind die Gebühren für den Kindergarten höher als für die Hochschule? Es gibt an keiner Stelle in unserem Sozial- und Bildungssystem so viel Umverteilung wie bei den Kindergartengebühren. Deren Staffelung nach Einkommen der Eltern ist manchen Landstrichen völlig unmäßig. Hier müssen Schamgrenzen eingezogen werden. Die meisten Eltern sind bereit, für gute Kindergärten auch einen Beitrag zu zahlen. Sie möchten keinesfalls Gebührenfreiheit gegen Qualität tauschen. Mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Gebühren ist aber notwendig.

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