Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2000 Teil 7
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Nürnberg (ots) - Teil 7 Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit Älterer - Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit Für die einzelnen Personengruppen entwickelte sich der Arbeitsmarkt sehr unterschiedlich. So reduzierte sich die Zahl arbeitsloser Älterer (ab 50 Jahre) um 8 Prozent auf 375.400, während sich die der 15- bis unter 50-Jährigen um 2 Prozent erhöhte. Allerdings geht dies allein auf einen starken Rückgang bei den 55-Jährigen und älteren zurück (-16 Prozent), während die Zahl arbeitsloser 50- bis unter 55-Jähriger deutlich zugenommen hat (+8 Prozent). Maßgeblich dafür war die demografische Entwicklung: Die Bevölkerungszahl der ersten Altersgruppe hat sich vergrößert und die der zweiten verkleinert. Darüber hinaus haben seit Jahresbeginn mehr arbeitslose Ältere eine Beschäftigung aufgenommen als im Vorjahreszeitraum (+5.000 auf 168.000). Dazu haben die Arbeitsämter entscheidend beigetragen, die im Rahmen der Aktion "50 plus - die können es" ihre Anstrengungen für diese Personengruppe noch verstärkt haben. So wurden von Januar bis November 141.200 Ältere in Arbeit vermittelt, 8.500 mehr als im Vorjahreszeitraum. Geholfen haben dabei vor allem Beschäftigungsaufnahmen am zweiten Arbeitsmarkt (+7.100 auf 76.900; finanzielle Hilfen zur unmittelbaren Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt dagegen: -2.700 auf 16.900); nicht subventioniert wurden 47.400 Ältere in Arbeit vermittelt (einschl. Rückrufe), 4.000 mehr. Zudem begannen 22.100 Ältere eine berufliche Bildung, das entspricht einem Anstieg von 3.900. Alles in allem befanden sich im November 121.800 50-Jährige und Ältere in geförderter Beschäftigung oder in einer Qualifizierungsmaßnahme, 19.200 mehr als im Vorjahr. Auch die Arbeitslosenquoten von Älteren haben sich gegenläufig entwickelt (vgl. Anmerkung 5). Die Quote der 55-Jährigen und (älteren) hat binnen Jahresfrist auf 28,8 Prozent deutlich ab-, die der 50- bis unter 55-Jährigen auf 23,8 Prozent zugenommen. Diese Quoten lagen weiter erheblich über der der unter 50-Jährigen, die sich geringfügig auf 18,1 Prozent erhöht hat. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Arbeitslosigkeit Älterer beträchtlich durch die Regelung des § 428 SGB III entlastet wird. So belief sich die Zahl dieser Leistungsempfänger im November auf ca. 80.000, das waren ca. 6.000 weniger als im Vorjahr. Für Ältere dauerte die Arbeitslosigkeit nach wie vor wesentlich länger als für die unter 50-Jährigen. So beendeten 50- bis unter 55-Jährige, die von Dezember 1999 bis November 2000 aus der Arbeitslosigkeit schieden, nach durchschnittlich 10,5 Monaten, 55-Jährige und (ältere) nach 17,1 Monaten ihre Arbeitslosigkeit (zum Vergleich unter 50-Jährige: 6,9 Monate). Somit sind auch relativ viele Ältere langzeitarbeitslos; im November waren 50,0 Prozent der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen bereits länger als ein Jahr arbeitslos (Arbeitslose unter 50 Jahren: 29,1 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit ist dagegen wieder spürbar gestiegen, nachdem sie im Vorjahr noch stark abgenommen hatte. Ende November gab es 144.400 jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren, 11 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei war der Anstieg bei den 20- bis unter 25-Jährigen mehr als doppelt so stark wie bei den unter 20-Jährigen (+13 Prozent auf 112.800 bzw. +5 Prozent auf 31.600). Bei den 20- bis unter 25-Jährigen spielt auch die demografische Entwicklung eine Rolle. Vor allem ist es für junge Menschen noch schwieriger geworden, dauerhaft in Arbeit zu münden. Insbesondere die Zahl jüngerer Arbeitsloser mit einem Ausbildungsabschluss in einem Bau- oder baunahen Fertigungsberuf hat stark überdurchschnittlich zugenommen (Ende September 2000/1999: +35 Prozent). Der Arbeitslosigkeit Jüngerer folgend ist auch ihre Quote gestiegen (vgl. Anmerkung 3). Auf der Grundlage der abhängigen zivilen Erwerbspersonen betrug sie für unter 25-Jährige im November 15,1 Prozent; für die unter 20-Jährigen belief sie sich auf 9,1 Prozent und für die 20- bis unter 25-Jährigen auf 18,5 Prozent. Damit war die Quote der unter 20-Jährigen nach wie vor deutlich niedriger als die Gesamtquote von 17,6 Pro-zent, die der 20- bis unter 25-Jährigen lag jetzt wieder darüber. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit war für jüngere Arbeitslose weiterhin wesentlich kürzer als für ältere (unter 20-Jährige: 2,5 Monate; 20- bis unter 25-Jährige: 3,8 Monate; 25 Jahre und älter: 9,7 Monate); allerdings sind jüngere Menschen häufiger von Mehrfacharbeitslosigkeit betroffen. Langzeitarbeitslosigkeit ist für sie von relativ geringer Bedeutung; so waren von den Jüngeren im November 20,4 Prozent länger als ein halbes und 6,2 Prozent länger als ein Jahr arbeitslos (zum Vergleich: 60,0 Prozent bzw. 38,9 Prozent bei 25-Jährigen und älteren). Allerdings hat die Zahl langzeitarbeitsloser Jugendlicher gegenüber Vorjahr weit überdurchschnittlich zugenommen (+35 Prozent; 25 Jahre und älter: + 9 Prozent). Damit ist die Jugendarbeitslosigkeit in den neuen Ländern nicht nur deutlich gestiegen, sie hat sich auch verhärtet. Die Arbeitslosigkeit von Schwerbehinderten hat sich gegenüber Vorjahr kaum verändert; im November belief sie sich auf 37.000 (+1 Prozent). Die Arbeitslosenquote von Schwerbehinderten war im November 1999 - jüngere Daten liegen nicht vor - mit 23,8 Prozent um 5_ Prozentpunkte größer als die von allen Arbeitslosen (vgl. Anmerkung 7). Wie im Westen sind Schwerbehinderte deutlich älter als Nicht-Behinderte. Zuletzt waren 45,7 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen 50 Jahre und älter, im Vergleich zu 29,2 Prozent bei allen. Besonders deshalb bleiben Schwerbehinderte überdurchschnittlich lang arbeitslos (11,1 Monate; alle Arbeitslosen: 8,5 Monate). Somit sind auch 42,7 Prozent der Schwerbehinderten im Bestand langzeitarbeitslos (alle Arbeitslosen: 35,2 Prozent). Es folgt Teil 8 ots Originaltext: Bundesanstalt für Arbeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Bundesanstalt für Arbeit Pressereferat Tel. (0911) 179-2218 Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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