Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Mai 2000 - Teil 8/9

Nürnberg (ots) - Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren im Mai größer als im Vorjahr. Mit 229.800 Personen beendeten 10.100 oder 5 Prozent mehr ihre Arbeitslosigkeit. Vor allem die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit war deutlich größer (+9.300 oder +8 Prozent auf 127.500). Dies geht zum weitaus größten Teil auf mehr Arbeitsvermittlungen zurück (+8.900 auf 89.700), und zwar allein auf solche, die ohne arbeitsmarktpolitische Unterstützung erzielt wurden. Denn Aufnahmen regulärer Beschäftigung mit finanziellen Hilfen der Arbeitsämter waren stark rückläufig (ohne Überbrückungsgeld: -10.300 auf 12.400), während Beschäftigungsaufnahmen am zweiten Arbeitsmarkt stagnierten (ABM: -150 auf 23.200; traditionelle SAM: +100 auf 3.900). Die gemeldete Kräftenachfrage war zuletzt deutlich lebhafter als vor einem Jahr; so gingen im Mai bei den Arbeitsämtern 105.600 Stellenangebote ein, 12.700 oder 14 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch ohne ABM und traditionelle SAM war die Zunahme stark (+8.500 oder 12 Prozent auf 79.400). Es bleibt abzuwarten, ob sich diese positive Entwicklung fortsetzt. Aufgrund der Zuwächse bei den Stellenmeldungen gab es zuletzt auch Steigerungen bei den Arbeitsvermittlungen. So bahnten die Arbeitsämter im Mai 92.600 Beschäftigungsverhältnisse über sieben Tage Dauer an, 5.800 oder 7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Einschließlich jener in kurzfristige Tätigkeiten (-1.400 auf 6.400) wurden 99.100 Personen vermittelt, dies entspricht einer Zunahme von 4.400 oder 5 Prozent. Darüber hinaus fanden 3.500 Stellensuchende mit anderweitiger Unterstützung der Arbeitsämter eine Beschäftigung, und zwar 3.100 mit Hilfe des SIS, 250 durch den AIS, 50 durch Zusammenarbeit mit beauftragten Dritten und 160 durch Anbahnung einer selbständigen Tätigkeit. Insgesamt konnten durch Mitwirkung der Arbeitsämter im Mai 102.600 Personen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Im Berichtsmonat waren den Arbeitsämtern 70.200 Stellen gemeldet, 8.200 oder 10 Prozent weniger als vor einem Jahr (April: -14.400; März: -17.900). Dass der Stellenbestand unter dem des Vorjahres liegt, beruht auch auf weniger BSM. Der Bestand freier Stellen in Fertigungsberufen (ohne Bau- und baunahe Fertigungsberufe) ist zwar zurückgegangen, infolge des Aufschwungs des Verarbeitenden Gewerbes, aber nur unterdurchschnittlich (-5 Prozent auf 15.800). Angebote für Metallerzeuger und -bearbeiter haben sogar stark zugelegt (+22 Prozent auf 1.700). Der Stellenbestand für Technische Berufe hat sich leicht unterdurchschnittlich verringert (-8 Prozent auf 2.900); Angebote für Techniker haben sich etwas erhöht (+2 Prozent auf 800). In den Dienstleistungsberufen waren die Veränderungen unterschiedlich und stark von ABM und traditionellen SAM beeinflusst. So hat sich der Bestand aller Stellen für Dienstleistungsberufe um 6 Prozent auf 32.000 verringert; rechnet man Angebote des zweiten Arbeitsmarktes heraus, jedoch um 10 Prozent auf 25.800. Ohne ABM- und traditionelle SAM-Stellen sind die deutlichsten Rückgänge bei Warenkaufleuten, Ordnungs- und Sicherheitsberufen sowie Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen eingetreten; Zunahmen sogar bei Dienstleistungskaufleuten und Gesundheitsdienstberufen. Insbesondere die anhaltende Strukturkrise der Bauwirtschaft, aber wohl auch der milde Winter 1999/2000 sowie weniger BSM des zweiten Arbeitsmarktes, haben die Stellenbestände für Bau- und baunahe Fertigungsberufe stark sinken lassen (-29 Prozent auf 6.700 bzw. -29 Prozent auf 3.500). Die Zahl der Kurzarbeiter ist weiter leicht gesunken; sie war im Mai mit 29.100 um 3.800 kleiner als im April. Zur Abnahme trugen praktisch alle größeren Wirtschaftszweige bei. Der Vorjahresabstand wurde weiterhin nur noch wenig unterschritten (-700; März: -6.400). Im Durchschnitt wurde die Arbeitszeit mit 50 Prozent etwas weniger reduziert als im April (51 Prozent; Vorjahr: 45 Prozent). Mehr als die Hälfte der Arbeitszeit fiel für 40 Prozent der Kurzarbeiter aus (41 Prozent; 32 Prozent). Es folgt Teil 9 Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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