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Volle Kraft voraus!
Von Wasserpolizisten und Freizeitkapitänen / Spiegel TV-Reportage
Montag, 27. August 2001, 23.15 Uhr

    Berlin (ots) - Brandenburg brummt, das wasserreichste Bundesland
macht Urlaub. Auf über 3500 Seen und 2600 Kilometern Wasserstraße
kreuzen Tausende von Freizeitkapitänen mit ihren Motoryachten,
streiten sich mit Ruderern und Seglern um die Vorfahrt und den besten
Liegeplatz im Revier. Im Schilf hockt derweil die Polizei und tut
ihre Pflicht: "Zu jeder Zeit die Leichtigkeit und Sicherheit auf
allen schiffbaren Gewässern zu gewährleisten." Im Klartext:
Sportboote und deren Besitzer werden im Sommer genauer unter die Lupe
genommen, Kennzeichnung und Papiere überprüft,
Geschwindigkeitsmessungen und Alkoholtests durchgeführt.
    
    Rund um die Uhr sind die Polizisten mit ihren blauweißen
Schnellbooten im Einsatz. 12-Stunden-Schichten bei hochsommerlichen
Temperaturen. Auf den Seen und Gewässern rund um Berlin haben die
Beamten besonders viel zu tun. Jedes Wochenende schippert eine ganze
Armada von PS-starken Sportbooten über die Landesgrenze ins
benachbarte Brandenburg. Manch einer glaubt, hier könne er seine
500.000-Mark-Yacht endlich mal richtig ausfahren. Doch es gibt ein
kleines Problem: Die Höchstgeschwindigkeit liegt hier gerade mal bei
25 km/h, meistens jedoch 12 km/h oder noch weniger. Der Hauptstädter
trifft auf getarnte Beamte, ausgerüstet mit High-Tech-Geräten.
Teilweise von zivilen Booten aus werden die Raser überführt und
anschließend mit dem Regelbruch konfrontiert. Wer nur zehn
Stundenkilometer zu schnell fährt, muss mit 500 Mark Strafe rechnen.
Ein teurer Spaß. Das Wochenende ist verdorben, verbale Entgleisungen
der Bootseigner sind an der Tagesordnung. Noch schlimmer wird der
Frust, wenn die Polizei ins Röhrchen blasen lässt. Nach Aussage der
Beamten ist die Zahl alkoholisierter Schiffsführer im Vergleich zum
Vorjahr um 100 Prozent gestiegen.
    
    Mit einer bislang einmaligen Drehgenehmigung der
Wasserschutzpolizei Brandenburg konnte "Spiegel TV"-Autor Mate Spörl
die Beamten zu Wasser an mehreren Sommerwochenenden bei ihren
Einsätzen rund um Berlin begleiten. Und auch Freizeitkapitäne
gewährten ihm Einblicke in ihre Lebenseinstellung und die technische
Ausrüstung ihrer schwimmenden Behausungen.
    
    
    
ots Originaltext: SAT.1
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