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Neue Presse Hannover: Steinbach kritisiert Militäreinsatz gegen Libyen

Hannover (ots) - Der Nahostexperte Udo Steinbach kritisiert den internationalen Militäreinsatz gegen Libyen scharf. "Dieser Militäreinsatz ist in höchstem Maße fragwürdig, die Folgen sind unkalkulierbar", sagte Steinbach der "Neuen Presse" (Dienstagsausgabe) aus Hannover. Diejenigen, die im Osten des Landes aufgestanden seien, seien nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung in Libyen. "Für die einen Feldzug zu wagen, ist sehr fragwürdig. Riskiert wird damit eine Spaltung des Landes." Man müsse sich fragen, was das für eine Revolution sei, die vom Westen herbeigebombt worden sei. Steinbach fügte hinzu: "Welche Legitimation wird sie unter Kräften in Libyen haben, die aus welchen Gründen auch immer weiter zu dem Diktator stehen?" Der Islamwissenschaftler machte darauf aufmerksam, dass auch in Bahrein ein Aufstand mit hoher Brutalität niedergeschlagen werde, "die Saudis mischen sich sogar noch auf Seiten des Regimes ein - wo bleibt da die äußere Einmischung", fragte er. Dass die Europäische Union die Sanktionen gegen Gaddafi verschärft habe, habe keine politische Bedeutung. Das sei die deutsche Linie. Die Sanktionen habe Außenminister Guido Westerwelle wiederholt angekündigt. "Das ist das Feigenblatt, das man sich in einer Situation umhängt, da man in der Europäischen Union und in der Nato ziemlich isoliert dasteht", sagte Steinbach.

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