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Kölner Stadt-Anzeiger: Fundraising-Experte fordert Bilanzpflicht für gemeinnützige Organisationen Michael Urselmann: Einsatz professioneller Spendensammlerökonomisch sinnvoll

    Köln (ots) - Für eine strikte Publizitätspflicht gemeinnütziger Organisationen plädiert der Kölner Fundraising-Experte Michael Urselmann. Alle gemeinnützigen Organisationen sollten künftig "eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen, die einsehbar ist, etwa im Internet", sagte Urselmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe). Diese "Kontrolle der tausend Augen" könne dazu beitragen, den Bemühungen der Hilfsorganisationen um professionelle Spenden-werbung Akzeptanz zu verschaffen, meinte der Professor von der Kölner Fachhochschule. Dagegen wäre eine lückenlose jährliche Prüfung - etwa durch die Finanzbehörden oder Einrichtungen wie das "Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen" (DZI) unbezahlbar, so Urselmann. Mit dem Einsatz professioneller Fundraiser auf Honarar- oder Provisionsbasis, habe er "kein Problem, wenn der Einsatz kostengünstiger ist als der Aufwand,den die Organisation selbst treiben müsste". Dieser ökonomischen Sicht stehe aber die "Ehrenamtsperspektive" entgegen: "Ich sammle unentgeltlich - und da kassiert einer locker Tausende von Euro." Beide Sichtweisen kämen nur schwer überein, so Urselmann. Der Experte für Sozialmarketing nannte einen Wettbewerb zwischen den Hilfs-organisationen um Spenden legitim und demokratisch sinnvoll. Es gebe in Deutschland geschätzt 600 000 Vereine, ein paar tausend davon überregional. "Über den »Wahlzettel« Geldschein stimmen die Spender darüber ab, was sie für wichtig halten." Das setze aber voraus, dass die Organisationen offensiv sagen können, was sie tun. "Und das kostet eben wieder", gab Urselmann zu bedenken.

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